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Schwartz, Marco
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Lagardes Vertrag mit IWF ist unmoralisch
Christine Lagarde hat am Dienstag ihr Amt als IWF-Chefin angetreten. In ihrem Arbeitsvertrag steht, dass sie auch nur den Anschein eines unmoralischen Lebensstils vermeiden soll. Die Gehaltserhöhung im Vergleich zu ihrem Vorgänger Dominique Strauss-Kahn ist aber an sich schon unmoralisch, kritisiert die linke Tageszeitung Público: "Lagarde bekommt ein festes Gehalt von 467.940 US-Dollar netto im Jahr (324.000 Euro), elf Prozent mehr als ihr Vorgänger. Also nichts mit eingefrorenen Gehältern, die der Fonds von den Arbeitern in der halben Welt fordert. Außerdem erhält sie 83.760 Dollar im Jahr für Ausgaben, die sie nicht begründen muss, und hat zudem das Recht, Ausgaben für 'Vergnügungen' abzurechnen, die mit der Ausübung ihrer Aufgaben zu tun haben, und sie kann die Reisekosten ihres Partners mit abrechnen. ... Sowohl die Urheber des Vertragstextes als auch die Nutznießerin sollten sich darüber klar sein, dass unmoralische Handlungen nicht beschränkt sind auf Sex-Skandale - strafbar oder nicht. Es ist auch unmoralisch wie die Götter leben zu wollen, während man von den Sterblichen Opfer einfordert."
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Gekungel bei der Geldpolitik
Die Anhebung des Leitzinses um einen Viertelpunkt nützt der deutschen und schadet der spanischen Wirtschaft, kritisiert die linke Tageszeitung Público. Auch wenn EZB-Chef Jean-Claude Trichet sie noch so wortreich verteidigt: "In einem Anfall von angeblich sozialer Fürsorge behauptete er, dass die Kontrolle der Inflation 'besonders wichtig für die Armen' sei und die 'effektivste Form' Arbeit zu schaffen. In Wirklichkeit hat Trichet aber den Interessen Deutschlands gedient, einem Land, das sich in einer stabilisierten Wachstumsphase befindet und das durch eine steigende Inflation seine Exportmacht bedroht sieht. Aber für Länder wie Spanien, die um einen Ausweg aus der Krise ringen und deren Wirtschaft vor allem von der Dynamik des Binnenkonsums abhängen, bedeutet die Leitzinserhöhung einen harten Rückschlag, der sich nach Expertenmeinung negativ auf die Arbeitslosigkeit auswirkt und den Zinsdruck der Hypothekenlast auf die ohnehin gebeutelten Bürger erhöht. Die Geldpolitik darf keine von bestimmten Machtzentren diktierte und anschließend in wissenschaftliche Dogmen verpackte Politik sein."
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Marco Schwartz über Fußball und die Reife der spanischen Nation
Nach dem Sieg der spanischen Nationalmannschaft bei der Fußball Weltmeisterschaft haben viele Kommentatoren gefordert, dass sich das zerstrittene Spanien ein Beispiel am harmonischen Zusammenspiel der Fußballer unterschiedlicher Regionen nehmen sollte. Die Parallele zwischen Sport und Politik ist zwar interessant, bringt aber nichts, meint Marco Schwartz in der linken Tageszeitung Público: "Aus der heldenhaften Leistung der Nationalmannschaft politische Lehren zu ziehen, ist eine legitime Sache und im Hinblick auf die Leidenschaft, die der Fußball auslöst, sogar verständlich, aber es ist ebenso sinnlos. Das Vernünftige in einer reifen Gesellschaft ist, dass jeder seine Gefühle ausdrücken kann, wie es ihm beliebt. Wer auch immer es will, soll dem Team von [Nationaltrainer Vicente] del Bosque zujubeln, und wer es für angemessen hält, sich in eine Flagge zu hüllen, soll dies tun. Und wen Fußball nicht interessiert, der soll zu Hause bleiben oder ins Kino gehen. Aber man sollte nach Möglichkeit der Versuchung widerstehen, den Gefühlsausdruck der Menschen in ein Examen für deren Loyalität zu irgendeinem politischen oder ideologischen Projekt zu verwandeln. Dafür ist Spanien zu vielfältig - territorial und individuell gesehen - auch wenn es den Kreuzrittern der Uniformität schwerfällt, dies einzusehen."
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