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Sedlarska, Vesselina
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Jammern ist Überlebensstrategie der Bulgaren
Bei einem Interview hat Bulgariens Premier Bojko Borisov von Journalisten gefordert, mit dem Jammern aufzuhören. Grund waren die Nachfragen zu einer minimalen Rentenerhöhung. Nach Ansicht der Tageszeitung Sega sollte sich der Premier eher freuen, dass das Volk jammert: "Das ist unsere Art zu überleben. Es ist die bulgarische Form der Selbsterkenntnis, unsere Therapie. Und was dem Westler höchstens auf der Couch des Psychotherapeuten entfährt, lässt der Bulgare in gesunden Portionen raus - als Gejammer. Insofern ist Jammern eine Art Selbstverteidigung. Der Jammernde protestiert nicht, er schreit keine Parolen, er stürzt keine Regierungen. ... Er ist so arm, dass er sich lieber Anstrengungen erspart, die ihn zu viel Energie kosten würden. Er ist wie die Fliege im Spinnennetz: Er kämpft um sein Leben, anstatt gegen die Spinne. Manche haben ihr Leben sogar so eingerichtet, dass sie darin kaum noch anwesend sein müssen. ... Sie jammern sich durchs Leben, weil es so leichter zu ertragen ist."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Soziales, » Gesellschaft, » Bulgarien
Vesselina Sedlarska über den Rückzug der Bürger aus der Politik
Enttäuscht kehren immer mehr Bulgaren der Politik in ihrem Land den Rücken und ziehen sich in sich zurück, analysiert die Kolumnistin Vesselina Sedlarska in der Wochenzeitschrift Tema, und meint, dass dies ein Garant für immerwährende politische Enttäuschungen ist: "Bürger, die sich zurückziehen, sind der Traum einer jeden Regierung. Sie weinen lautlos in sich hinein. In ihrem Freundeskreis nörgeln und beklagen sie sich, nur um zu zeigen, dass sie verstehen, was um sie herum passiert, vor allem aber, um sich von den Machthabenden abzugrenzen und ihr Anderssein unter Beweis zu stellen. Sie quälen sich und trösten sich damit, dass sie sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. Dabei bleibt es aber auch. Sie protestieren nicht. Sie üben keinen Druck aus. Sie suchen nicht nach den Verantwortlichen. Sie sind zweifellos die Lieblinge der Machthabenden und all derjenigen, die es werden wollen. Denn die sich zurückziehenden Bürger tun nur so, als hätten sie keine Hoffnung. Sie haben Hoffnung. Und wenn einer kommt und sich als ihr Hoffnungsträger hinstellt, sind sie bereit, ihm zu glauben."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Bevölkerungsentwicklung, » Gesellschaft, » Bulgarien
Vesselina Sedlarska empfiehlt Legalisierung der organisierten Kriminalität
In einem Beitrag für das Wall Street Journal hat sich US-amerikanische Investor und Multimilliardär George Soros für die Legalisierung von Marihuana in den USA eingesetzt. Man könnte genauso gut die organisierte Kriminalität in Bulgarien legalisieren, schreibt Vesselina Sedlarska in der Tageszeitung Novinar, und dreht Soros' Argumente einfach um: "Polizei und Staatsanwaltschaft geben Millionen Steuergelder aus, um etwas zu verhindern, was sie nicht verhindern können - die organisierte Kriminalität. Ein Großteil aller Festnahmen findet in diesem Bereich statt. Man gibt viel Geld für Polizisten, Ermittlungen, Sprit, Videoproduktionen und den Unterhalt von Angeklagten aus, die nachher nicht ins Gefängnis wandern, sondern in die Politik gehen. Mit den Worten von Soros: Die organisierte Kriminalität zu regulieren und zu besteuern, würde den Steuerzahlern Milliarden Lewa für Strafverfolgung und Inhaftierungen ersparen und zusätzlich viele Milliarden an jährlichen Einnahmen einbringen. Verbrechen, Gewalt und Korruption im Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität würden zurückgehen ... und die Polizei könnte sich endlich voll auf die kleinen Verbrechen konzentrieren, die die eigentliche Qual für die Bürger sind."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Kriminalität, » Justiz, » USA, » Bulgarien
Roma-Problem braucht gesamteuropäische Lösung
Mit Blick auf die Entscheidung der französischen Regierung, illegal eingereiste Roma in ihre Heimatländer zurückzuschicken fordert die Wochenzeitschrift Tema stattdessen eine gesamteuropäische Lösung: "Die Probleme, die von den Roma ausgehen, sind normalerweise mehr als prosaisch. Bei ihrer Bewältigung verstecken sich die Behörden allerdings hinter hochnäsigen und scheinheiligen Gründen. So ist es in Bulgarien auf regionaler und nationaler Ebene. So ist es auch in Frankreich. ... Dabei könnte eine gesamteuropäische Debatte über das Roma-Problem, das immer mehr zu einem gesamteuropäischen avanciert, die Formeln aufzeigen, die in den einzelnen Ländern funktionieren, die Ressourcen vereinen und einen Neuanfang setzen, der wirkliche Lösungen verspricht. Sonst bleibt alles beim alten - wir schicken die Roma nach Europa und Europa schickt sie uns zurück. Das Dumme an einer solchen Reise ist, dass sie nirgendwo hinführt."
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