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Semler, Christian


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


taz - Deutschland | 08.04.2010

Christian Semler über das deutsche Bild des faulen Griechen

Innerhalb weniger Monate sind die Griechen in Beliebtheitsumfragen der Deutschen auf die letzten Plätze gerutscht, wundert sich Christian Semler in der linken tageszeitung: "Der jähe Fall der Griechen belehrt uns jetzt darüber, in welchem Umfang und mit welcher Rasanz gerade negative Stereotype gemacht werden. Was wir soeben erlebt haben, ist eine konzertierte, sehr erfolgreiche mediengesteuerte Aktion zwecks Schaffung und Befestigung von Vorurteilen.... Das Vorurteil benötigt die Gleichmachung des Feindes. Früher war es 'der Russe', bei Bild sind es jetzt die 'Pleite-Griechen'. Soziale und kulturelle Unterschiede beim Vorurteilsobjekt werden getilgt. Es sind 'die Griechen', die sich auf unsere Kosten 'alles' leisten, die 'unsere schönen Euros' verbrennen. ... Aufgewärmt wird auch ein totgeglaubtes Stereotyp des 19. Jahrhunderts, die angeblich 1.000 Jahre währende Verfallsgeschichte des Byzantinischen Reiches und die Unvereinbarkeit des christlich-abendländischen Erbes mit dem finsteren, gegen das freie Individuum gerichteten Reich der Orthodoxie. Die Griechen verdienen ihre Antike gar nicht, was im Übrigen auch Hitlers Meinung war, der die Germanen als die eigentlichen Griechen proklamierte."

taz - Deutschland | 27.08.2008

Weitere Verhandlungen

Angesichts des russischen Konfrontationskurses fordert die tageszeitung von der EU, die Verhandlungen nicht abbrechen zu lassen. "Die Anerkennung Abchasiens und Südossetiens als selbstständige Staaten durch Russlands Präsidenten macht eine Verhandlungslösung in Georgien noch schwieriger, stellt sie doch die vermittelnden Mächte, also die Mehrheit der EU-Staaten, vor vollendete Tatsachen. Immerhin hatte der Sechs-Punkte-Plan der EU Gespräche darüber vorgesehen, wie Sicherheit und Stabilität in Abchasien und Südossetien hergestellt werden könnten. Solche Verhandlungen können jetzt als Einmischung in die inneren Angelegenheiten zurückgewiesen werden. Auch eine durch den Weltsicherheitsrat zu beschließende Friedensmission der UNO liegt jetzt in weiter Ferne. [Aber] jetzt die Verhandlungen über die Georgienkrise einzustellen und auf eine allgemeine Konfrontationslinie zu Russland einzuschwenken, wäre ein fataler Fehler."

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