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Szász, István


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Népszava - Ungarn | 20.10.2008

War Milan Kundera ein Spitzel?

Der in Paris lebende tschechischen Schriftsteller Milan Kundera soll 1950 in der damaligen kommunistischen Tschechoslowakei einen Regimegegner denunziert haben. Vor diesem Hintergrund befasst sich István Szász in der linken Tageszeitung Népszava mit dem Werk Kunderas. "Verrat, Bespitzelung und Kollaboration mit der Macht sind ebenso ein zentrales Thema des literarischen Schaffens Kunderas wie die geistig-moralische Opposition zur Macht. Damit will ich mitnichten suggerieren, dass die seelische Last seiner Verfehlungen in der Jugend Kundera ein ganzes Leben lang begleitet haben und er diese deshalb zum Thema seiner Bücher gemacht hat. Davon kann nicht die Rede sein. Vielmehr aber davon, dass der Gegensatz zwischen Individuum und Macht und das Spannungsfeld zwischen freiem Geist und einem freiheitsentziehenden Umfeld ein existentielles Erlebnis für Kundera waren. ... Ich bin der Meinung, dass ungeachtet dieser dunklen Geschichte [Bespitzelung], über die wir vermutlich niemals erfahren werden, ob sie nun wahr oder falsch ist, Milan Kundera einer der großen Schriftsteller unserer Zeit ist, der die Absurdität jener [kommunistischen] Periode nur so darzustellen vermochte, dass er sich in seine Romane förmlich hineinschrieb und nur dort seine Freiheit finden konnte."

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