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Tănase, Stelian
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Rumäniens Politiker missbrauchen Macht
Der rumänische Arbeitsminister Ioan Botiş ist am Mittwoch zurückgetreten, nachdem Medien einen Interessenkonflikt bei der Zahlung von EU-Geldern an eine NGO aufgedeckt hatten. Die Tageszeitung Adevărul ist von der Botiş-Affäre nicht überrascht, denn Politiker missbrauchen ständig ihre Macht: "In den vergangenen 20 Jahren ist die Politik zu einer opportunistischen Bereicherungs-Maschinerie verkommen. Als Würdenträger öffnet man Türen und in hohen Kreisen wird der Hörer abgenommen, wenn man anruft. Man hat Zugriff auf europäische Fördergelder. Man bringt seine Verwandten erfolgreich in Banken, internationalen Unternehmen und Regierungsbehörden unter. Man gewinnt Ausschreibungen, erhält aber auch Aufträge ohne Ausschreibungen und noch mehr. All das steht für Politiker auf dem Spiel. Dafür geben einige ihren Beruf auf und buhlen in verschiedenen Parteien um Ämter. Manche haben zuvor in ihrer Karriere versagt, weil sie unfähig sind. In der Politik sehen sie deshalb eine neue Chance auf eine bis dahin unverhoffte Beschäftigung. Andere wiederum sind in ihrem Beruf erfolgreich, wollen aber mehr - Image, Einfluss, Geld. Die Politik ist das gelobte Land, ein El Dorado."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Politik, » Rumänien
Stelian Tănase über den rumänischen Pseudokapitalismus
Der rumänische Schriftsteller Stelian Tănase ist enttäuscht über die Entwicklung seines Lands seit dem Sturz der kommunistischen Diktatur 1989 und schreibt in der Tageszeitung Adevărul: "Die Nomenklatura hat sich ehrenhaft hinüber gerettet. Das Resultat ist ein verschlungener Pseudokapitalismus, der kein Kommunismus mehr ist, aber auch keine Marktwirtschaft. Die Staatsmonopole wurden durch ebenso schädliche Privatmonopole ersetzt. Die alte herrschende Klasse hat ihr rotes Kostüm lediglich gegen ein ideologisch farbloses eingetauscht. … Sie haben sich zu einem unverschämten Kartell aus Schlaumeiern entwickelt. Sie simulieren die Demokratie und den Kapitalismus und machen auf bourgeois. ... Sie haben eine Politik- und Geldmafia gezüchtet, mit der sie jede große Veränderung in der rumänischen Gesellschaft auf sich zugeschnitten haben. Sie haben Rumänien wie eine Beute für mehrere Generationen unter sich aufgeteilt. ... Und unsere politische Klasse dient dieser Klasse sogenannter Kapitalisten, die nur durch Gewalt groß geworden ist. ... Wenn eine Geschichte schon schlecht beginnt (Dezember 1989), dann kann sie kein Happyend haben."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Wirtschaftspolitik, » Gesellschaft, » Rumänien
Europawahlen: Wahlenthaltung wird die Regel sein
Nach den jüngsten Parlamentswahlen im vergangenen Herbst sind viele rumänische Wähler frustriert, weil Politiker und Parteien ihre Versprechen nicht eingelöst haben. Stelian Tanase schreibt in der Tageszeitung Adevărul über den Zusammenhang zwischen nationalen und europäischen Wahlen: "Ich denke, der Grund [für die Gleichgültigkeit der Wähler] ist nicht nur, dass Brüssel in weiter Ferne liegt; es liegt auch daran, was bei den jüngsten Wahlen passiert ist. ... Ich sehe hier eine gewisse Fahrlässigkeit in der Wiederholung eingespielter Techniken, die fast jeder erkennen kann. Ich bin nicht sicher, ob das Rezept 'versprich jedem alles' zumindest diesmal noch hält. ... Am 7. Juni testen wir eigentlich die Reaktion der Wähler auf die Tricks der Politiker. Haben sie etwas aus dem Bluff vom Herbst gelernt oder vergessen und vergeben sie schnell? Wahlenthaltung wird die Regel sein. Doch auch die Richtung der Stimmabgabe wird etwas über das kollektive Kurzzeitgedächtnis aussagen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Wahlen, » Rumänien
Sowjetische Ambitionen leben weiter
Die Tageszeitung Adevărul schreibt über den Polizeieinsatz gegen die Demonstranten in der moldauischen Hauptstadt Chişinău: "Das Szenario hat eine lange Karriere in den kommunistischen Diktaturen. Es wurde in Berlin im Jahr 1953 angewandt, in Budapest 1956, sowie 1968 beim Einmarsch in der Tschechoslowakei oder als [General Wojciech] Jaruzelski am 13. Dezember 1981 das Kriegsrecht [in Polen] verhängte. Jetzt folgen die Ereignisse demselben 'Muster'. Man spricht von einer Konfrontation mit der Macht eines Staates, der von diversen mit dem Kreml verbundenen 'Interessengruppen' kontrolliert wird. ... [Der russische Präsident Dmitrij] Medwedjew und [Premierminister Wladimir] Putin träumen immer noch mit offenen Augen von einem Imperium. Wenn wir sehen, was mit Transnistrien oder mit der Enklave um Kaliningrad [Königsberg] passiert, verstehen wir, dass die Ambitionen des ex-sowjetischen militärisch-industriellen Komplexes immer noch lebendig sind."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Innenpolitik, » Russland, » Europa
Stelian Tanase über die rumänischen Intellektuellen
Der Politikwissenschaftler Stelian Tanase spricht im Interview mit Andrei Manolescu über die Rolle der Intellektuellen im neokapitalistischem System Rumäniens: "Die Intellektuellen gehören zu den großen Verlierern... Denn das große Problem der heutigen Intellektuellen ist, dass niemand nach ihren Produkten verlangt. Wenn die Auflage eines Romans – und damit meine ich einen erfolgreichen – nicht mehr als tausend Stück erreicht, dann fragt man sich, weshalb man eigentlich noch schreibt: nicht aus Eitelkeit, sondern weil jeder Autor eine Resonanz benötigt, um zu seinem wahren Wert zu gelangen. Denn unter solchen Bedingungen wird er mehr gefordert. Viele Intellektuelle verdienen ihren Lebensunterhalt mit anderen Dingen und verlieren damit an Wert. Das ist kein Opportunismus, sondern eine Form des Überlebens in einer Gesellschaft, die nicht genug Prestige bereit hält."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Alltagskultur, » Rumänien
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