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Tsalikoglou, Fotini

Professor, University of Pandios, Athens


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Ta Nea - Griechenland | 31.03.2010

Fotini Tsalikoglou über Effekte der Wirtschaftskrise auf die Psyche

Welche Folgen der Konsens über die Sparpolitik in Griechenland auf die Psyche der Menschen hat, erörtert die Psychologin Fotini Tsalikoglou in der linksliberalen Ta Nea: "Konsens bedeutet, dass man dazu aufgerufen wird, Ja zu sagen zu einer schlechteren Version des Lebens. Was sind die Voraussetzungen, damit so ein ... widersprüchlicher und paradoxer Vertrag funktioniert? Was sind die Gründe, die für einen Konsens sprechen? Der Satz 'es geht nicht anders', also das Tina-Syndrom (There Is No Alternative), ist von seiner Natur her eine Falle. Gleichzeitig stellt es das mächtigste Argument dar, was die Durchsetzung der Maßnahmen angeht, aber auch das schwächste, was die Annahme der Maßnahmen betrifft. Es ist gut möglich, dass es die Pattsituation nicht löst, sondern sogar verlängert. Wie kann man sich also gegen sich selbst wenden, nur weil 'es nicht anders geht'? Die Psychologie lehrt uns, dass allein schon die Vorstellung - also auch die fiktive -, dass NICHT alle Wege verschlossen sind, eine heilende Funktion hat. ... Aber es lauert ein noch tückischerer Mechanismus auf uns, der besagt: 'Ihr sollt die Sparmaßnahmen akzeptieren, weil Ihr schuld seid.'"

Ta Nea - Griechenland | 09.03.2010

Fotini Tsalikoglou über Krisenangst und Krisengewinnler

Die Psychologieprofessorin Fotini Tsalikoglou beschäftigt sich in der linksliberalen Tageszeitung Ta Nea mit den Auswirkungen der Krise auf das Gefühlsleben der Menschen, wie das ausgenutzt wird und welche Folgen das auf die Dauer der Krise hat: "Die Krise neigt dazu, die Dimensionen eines Naturphänomens anzunehmen - etwas, mit dem wir leben müssen, wie die Luft, die wir atmen, und das Wasser, das wir trinken. ... Eine Kultur der Angst entwickelt sich. Manche haben bereits angefangen, daran zu verdienen, also richtiggehend Geld damit zu machen ... . Die Arbeitgeber reiben sich die Hände, da sie verängstigte Arbeitnehmer mit niedrigen Erwartungen vorfinden. ... Das Leben mit der Angst kann aber nicht das sein, was wir suchen. … Denn die Angst- und Schuldgefühle führen dazu, dass wir nicht den Ausstieg aus der Krise suchen. Eine Krise, über die der durchschnittliche Bürger nicht nachgedacht hat, die er nicht verursacht hat, aus der er keinen Nutzen gezogen hat, aber jetzt aufgerufen ist, die unmenschlichen Konsequenzen zu tragen, und dies sogar, ohne sich zu beklagen."

Ta Nea - Griechenland | 04.08.2009

Fotini Tsalikoglou über tote Informationen in der Mediengesellschaft

Die Psychologieprofessorin Fotini Tsalikoglou ist der Meinung, dass die Menschen heutzutage die großen Mengen an Informationen schlecht verarbeiten können: "Wir sind unfähig, uns Informationen einzuprägen, sie zu sortieren und auszuwerten. Es kann sein, dass wir besser informiert sind. Aber diese Informationen sind leer, hohl. Es fehlt die Bewertung, die Hierarchie, die Möglichkeit, das Wesentliche vom Nebensächlichen zu unterscheiden. Das Mitgefühl, das Gefühl der Solidarität, des Mitleids, des gegenseitigen Helfens wird ausgeblendet. Kriege, Zerstörungen, Elend, Armut - sie produzieren kein Gefühl, sie finden keinen Anklang. Es ist so, als ob man einen Mund schreien sieht, aber man kann seinen Schrei nicht hören. Die emotional aufgeladenen Informationen ... verwandeln sich zu etwas Natürlichem. Sie heben sich gegenseitig auf. Das Gefühl wird von der Übermenge an Informationen 'verschluckt'. ... Am Ende sind alle Reize neutral und ihre Konsumenten teilnahmslose Verbraucher toter Informationen. Es sind satte Säuglinge, die von dem Vielen probieren und aufgrund der mundgerechten Zubereitung die Möglichkeit der eigenen Selektion verpasst haben. Der unmenschliche apathische Bürger ist der Idealtyp unserer Epoche geworden."

Ta Nea - Griechenland | 08.12.2008

Verzweifelte Gesellschaft

Die regierungskritische Tageszeitung Ta Nea sieht die Ausschreitungen als Ausdruck der Verzweiflung in der griechischen Gesellschaft: "Der Tod des Schülers war nur der Anlass. Er hat die Zündschnur für die große Explosion gelegt. Hinter der Explosion verbirgt sich eine komprimierte Verzweiflung. ... Viele junge Menschen leben mit der unerträglichen Erfahrung, dass es keine Zukunft gibt, dass die Zukunft ein zugemauertes Fenster ist. Irgendwo dort lauert die blinde Gewalt. Die Bürger verschanzen sich in ihren Häusern und schauen am Fernsehbildschirm den Krieg an, der vor ihren Türen stattfindet. Das Internet durchbricht diese Isolierung. Dort erscheinen ... verschiedenartige Ansichten, und was daraus folgt, ist ein Gleichgewicht des Schreckens. ... Nicht die Gewalt, sondern die Verzweiflung scheint die Mutter unserer Geschichte zu sein."

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