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Venizelos, Kostas
Newspaper Phileleftheros, Cyprus
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Türkei löst Eigentumsfragen nur daheim
Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hat am Samstag ein Dekret unterzeichnet, das die Rückgabe des seit 1936 enteigneten Besitzes der anerkannten religiösen Minderheiten des Landes vorsieht. Die Türkei kommt damit langjährigen Forderungen der EU nach. Doch der türkische Respekt vor Minderheiten und dem Völkerrecht hört vor Zypern auf, kritisiert die liberale griechisch-zypriotische Tageszeitung Phileleftheros: "Ankara weiß, dass solche Aktionen gut für sein demokratisches Ansehen sind und den Kommissaren in Brüssel ein Alibi geben, um die Rettung des EU-Beitritts der Türkei zu fordern. Der ist auch die wichtigste Sorge Ankaras, das in sein Image investiert ohne seine Politik oder Pläne wesentlich zu verändern. Solche Entscheidungen schaffen in der Tat Präzedenzfälle. Aber Erdoğan kann nicht solche Dekrete unterzeichnen ohne zu wissen, dass so etwas auch die Eigentumsfrage auf Zypern berührt. ... In der Türkei hat die Regierung angeblich die Minderheitenrechte geschützt, auf Zypern hingegen versucht sie bei den Verhandlungen um das Zypernproblem die widerrechtliche Inbesitznahme von Eigentum zu legitimieren."
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Fußball und Gewalt auf Zypern
Vermummte, vermutlich griechische Zyprer, haben vor einigen Tagen während eines Fußballspiels eine Gruppe von türkischen Zyprern angegriffen. Die Zeitung Phileleftheros kommentiert: "Dieser Angriff ... bestärkt die türkische Seite in ihren Überlegungen, dass wegen des Vertrauensverlusts das getrennte Leben beider Gemeinschaften das beste Modell für Zypern ist. ... Eine Gruppe Fußballfans darf aber nicht Politik machen und politische Botschaften senden. Wir dürfen keine Toleranz gegen extreme Phänomene zeigen, die der zypriotischen Realität fremd sind: weil die Hakenkreuze und die rassistischen Parolen, die man in den Stadien finden und hören kann, fremd für Zypern sind. Die faschistischen Gruppierungen müssen mit Entschlossenheit bekämpft werden, sonst ermöglicht man ihnen, sich weiterzuentwickeln - und sich als Ausweg aus sozialen Sackgassen anzubieten. Und dann wird das Problem viel größer. Die Sportvereine dürfen keine 'Armee' von Anhängern schaffen und den Fanatismus fördern, den sie danach nicht mehr unter Kontrolle bringen können."
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Keine nationale Antidepressionspille
Die griechischen Zyprer müssen sich auf den Sinn der Verhandlungen zur Wiedervereinigung der Insel konzentrieren und die EU-Mitgliedschaft Südzyperns zu ihren Gunsten nutzen, meint die Tageszeitung Phileleftheros: "Die Republik Zypern ist der Eigentümer des EU-Wagens und die Zyperntürken möchten aufsteigen. ... Die endlosen Diskussionen, die die Tatsachen der Besatzung hinauszögern, lassen die Lösung in weite Ferne rücken. ... Wir können nicht die türkischen [Thesen] als eine nationale Antidepressionspille schlucken. Um die aktuelle Situation zu verändern, muss man sich auf die Logik zurückziehen, [nämlich] die Aufhebung der Besatzung durch die Mitgliedschaft in der EU."
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