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Vojnovic, Goran


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dnevnik - Slowenien | 05.03.2010

Frauentag verwirrt konservative Männer

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März schreibt der Schriftsteller Goran Vojnović in der Tageszeitung Dnevnik, dass der konservative Mann darüber jedes Jahr aufs neue völlig verwirrt ist: "Er sieht keinen Grund, warum auf die Lage der Frau in unserer Gesellschaft hingewiesen werden muss. Frauen können bei uns zwar keine (katholische) Priesterin sein, doch dass Frauen ihren eigenen Feiertag haben, weil sie so gern geistliche Führerinnen werden möchten, scheint ihm nicht gerade wahrscheinlich. Vor allem, weil dieser Mann wegen der jahrelangen Forschung der unterschiedlichsten Frauenzeitschriften über moderne Frauen denkt, sie wünschten sich nur Schuhe von Manolo Blahnik, Taschen von Louis Vuitton, abgemagerte Modelfiguren, Pilates und romantische Komödien mit Hugh Grant. ... Nach meiner männlichen und deshalb irrelevanten Meinung wäre es schön, wenn diese Art Mann zunächst einmal einsieht, dass Frauen besser wissen, was gut für sie ist. Gleichzeitig könnte er zumindest in Betracht ziehen, dass Frauen ihre eigene Position in der Gesellschaft viel realistischer einschätzen."

Dnevnik - Slowenien | 30.10.2009

Goran Vojnovič über den falschen Helden Bill Clinton

Anlässlich des zweiten Besuchs des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton heute in Slowenien überträgt der öffentliche Fernsehsender neunzig Minuten lang live den Auftritt Clintons vor einem Wirtschaftsforum. Für Goran Vojnovič ist das zu viel der Aufmerksamkeit, schreibt er in der Onlineausgabe der Tageszeitung Dnevnik: "All das vertieft nur das Gefühl, dass wir in einer Gesellschaft leben, die in Zeit und Raum verloren ist, einer Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, wichtige Ereignisse von unwichtigen zu unterscheiden und die ehemalige ausländische Präsidenten verherrlicht, anstatt seine eigenen Helden. Weibliche C-Promis werden bewundert, anstatt Biologinnen, Malerinnen oder Ärztinnen. Diese Gesellschaft bangt um 'prominente Bauern' in einer Reality-Show, anstatt um echte Bauern und Arbeiter. Ich fürchte sogar, dass wir bereits geistig so weit gelähmt sind, dass es in Wirklichkeit nichts Erstaunliches ist, dass uns bereits jahrelang dieselben engstirnigen Köpfe führen, die von ihrer eigenen Engstirnigkeit geblendet sind. Ein Volk, das jedes Mal, wenn Bill Clinton ins Land reist, kollektiv vor Freude erstarrt, braucht keinen weltmännischen Seher oder Visionär."

Dnevnik - Slowenien | 22.05.2009

Es geht auch ohne Auto

In der Tageszeitung Dnevnik vergleicht Goran Vojnović das Verhältnis von Slowenen und Dänen zu ihrem Auto. Die Slowenen sollten sich ein Beispiel an den Dänen nehmen und auch mal auf andere Verkehrsmittel umsteigen: "In Kopenhagen ist es nicht ungewöhnlich, einen erfolgreichen Unternehmer in Anzug und Krawatte auf einem Fahrrad durch die Stadt fahren zu sehen. Wir jedoch bauen weiterhin Autobahnen, Einfallstraßen, Tunnel und Parkhäuser. Während unser Staat schon zwanzig Jahre lang wohlwollend die Straßenbaulobby unterstützt, finanzieren wir Bürger Sloweniens schon seit Jahren großzügig die ausländische Autoindustrie und sorgen dafür, dass die Ölkonzerne noch schneller reich werden. Jeden Morgen fahren wir so in unseren polierten und sorgfältig hergerichteten Autos auf unseren Straßen und bewegen uns im Schneckentempo auf unser Ziel zu. ... Unsere Liebe für unsere Autos ist in Wirklichkeit viel größer als unser Bedürfnis nach einer echten Demokratie, einem besseren Lebensstandard, Arbeitsplätzen, sozialem Wohlstand und einem besseren Schul- und Gesundheitswesen. Und natürlich frischer Luft."

Dnevnik - Slowenien | 05.12.2008

Versteckte Intoleranz in Ljubljana

Gegner des Baus einer Moschee in Ljubljana führen ästhetische Gründe für ihre Ablehnung des Gotteshauses an. Ihr eigentliches Motiv sei jedoch Intoleranz, meint die Tageszeitung Dnevnik. "Die Debatte über die Ästhetik des Minaretts in Ljubljana ist nichts anderes als billige, in politisch korrektes Cellophan verpackte Intoleranz. ... Die politische Korrektheit ist in diesem Fall nur Augenwischerei für all die toleranten und kultivierten Menschen, die auf zivilisierte Art und Weise über diese Dinge reden und einen respektvollen, interkulturellen Dialog mit Vertretern des islamischen Glaubens bei uns führen würden. ... Langsam müssen wir uns bewusst werden, dass Intoleranz heute meist nicht mehr durch körperliche Gewalt ausgeübt wird. Die Kommunikation von Intoleranz in der Öffentlichkeit hat sich den Anforderungen der modernen Gesellschaft angepasst; einer Gesellschaft, die den interkulturellen Dialog und den demokratischen Geist preist."

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