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Weber, Henri


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Monde - Frankreich | 01.10.2008

Henri Weber über die weltweite Finanzkrise

Der sozialistische französische Europaabgeordnete Henri Weber analysiert in der Tageszeitung Le Monde die Ursachen der aktuellen weltweiten Finanzkrise: "Die erste Ursache der Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir [derzeit] erleben, ist ideologisch bedingt: Ende der 1970er Jahre hatte die liberale Ideologie, die nach der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre lange in Verruf verbracht und ausgegrenzt worden war, ihr großes Comeback. ... Die Kritik am Scheitern des Staates und seiner Bürokratie haben über die Kritik an den Unzulänglichkeiten des Marktes gesiegt. In seiner modernen Form besteht der Neoliberalismus aus zwei Postulaten: Das erste behauptet, dass der freie Markt eine bessere Zuteilung der Ressourcen und ein optimales Wirtschaftswachstum ermöglicht. Laut dem zweiten Postulat verfügen die Märkte über selbstregulierende Fähigkeiten, wodurch das Eingreifen des Staates in das Wirtschaftsleben nicht nur unnötig sondern auch schädlich für die Wirtschaft ist. … 30 Jahre währende Deregulierungen, Liberalisierungen unter dem Hirtenstab der Vereinigten Staaten und der großen multinationalen Konzerne münden heute in die schlimmste Wirtschaftskrise, die der Kapitalismus seit 1929 erlebt hat. … Der liberale Mythos der selbstregulierenden Fähigkeiten der Märkte hat [durch die aktuelle Krise] mächtig gelitten - genauso wie das folglich notwendige Nichteingreifen des Staates."

Le Monde - Frankreich | 19.08.2008

Rückfluss der roten Welle

Der sozialistische Europaabgeordnete Henri Weber analysiert in der Tageszeitung Le Monde den Rückgang des Sozialismus in Europa: "Die Niederlagen bei Wahlen häufen sich, die Zahl aktiver Mitglieder geht zurück, die Verbindung zu Gewerkschaften und Vereinen wurde gelockert. Vor nur sieben Jahren führten die Sozialisten noch dreizehn Regierungen in der Europäischen Union. Heute ist dies nur noch in Spanien, Portugal und - wer weiß, wie lange noch - in Großbritannien der Fall. ... Dieser Rücklauf der roten Welle der Jahre 1996 - 2006 hat vielfältige Gründe. Man machte natürliche Aufreibung der Macht nach mehreren aufeinander folgenden Amtsperioden geltend (Tony Blair in Großbritannien, Göran Persson in Schweden), die Unfähigkeit der Linken, dem von der Gesellschaft ausgehenden Ordnungsbedürfnis überzeugend nachzukommen. ... Ihre armselige Unfähigkeit, den Fluss und die Integration von Migranten zu meistern. ... Die neue Ära der Globalisierung, in die wir eingetreten sind, mit dem Höhenflug der Energiepreise, der landwirtschaftlichen Produkte und der Rohstoffe und ihren wiederholten Finanz- und Wirtschaftskrisen wird diese Liste nicht verschönern. Wenn sie wieder an die Macht kommen will, muss die europäische Sozialdemokratie ein neues politisches Angebot vorschlagen."

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