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Zídek, Petr


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Lidové noviny - Tschechien | 21.09.2011

Tschechen übergehen Literatur-Nobelpreisträger

Am kommenden Freitag vor 110 Jahren ist der tschechische Schriftsteller Jaroslav Seifert geboren worden, der 1984 mit dem Literaturnobelpreis geehrt wurde. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny beklagt, dass Seifert in Tschechien fast vergessen ist: "In jedem kulturbewussten Land wäre der runde Geburtstag eines Literaturnobelpreisträgers Anlass für die Herausgabe neuer Biografien, Interpretationen oder Auszüge aus seinen Werken. Und bei uns? ... 2001 begann der Verlag Akropolis mit der Herausgabe der Gesammelten Werke. Fünf Jahre später scheiterte das Projekt am Desinteresse der Leser. Am Ende wurden nur 300 Exemplare verkauft. Das ist eine große Schande. Die Werke sollten in jeder öffentlichen Bibliothek stehen, von denen es bei uns rund 5.400 gibt. Wenn wir wirklich solche Kulturbanausen sind, dass nur 300 Menschen von zehn Millionen die Werke Seiferts kaufen, weshalb bemüht man sich nicht um Sponsoren? Gibt es niemanden, der seinen Ruf mit Jaroslav Seifert verbessern möchte?"

Lidové noviny - Tschechien | 09.03.2011

Exil-Zeitschriften vor dem Vergessen bewahren

Vor 40 Jahren wurde in Rom die erste Ausgabe der tschechoslowakischen Exil-Zeitschrift Listy herausgegeben. Die Zeitschrift gibt es bis heute, aber sie teilt das Schicksal anderer Exil-Publikationen: ihre frühen Jahrgänge sind kaum noch zugänglich. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny sorgt sich darum, dass diese Titel vergessen werden könnten: "Aus Listy wurde schnell ein bedeutendes Zeugnis des Exils, das vor allem Einfluss unter denen hatte, die nach der sowjetischen Invasion 1968 ins Ausland gingen. Auch die kommunistische Spionage interessierte sich für sie und schickte 1974 ihrem Herausgeber 'zur Abschreckung' eine Briefbombe. ... Wer sich heute für die Exil-Publikationen interessiert, hat nicht einmal in den großen Bibliotheken Glück . Obwohl bei uns gleich mehrere Projekte zur Digitalisierung von Schriftstücken existieren, die ein bequemes Lesen am Computerbildschirm ermöglichen, ist noch niemand darauf gekommen, die Exilzeitschriften dort einzubeziehen. Höchste Zeit, damit zu beginnen."

Lidové noviny - Tschechien | 28.08.2010

Tschechiens schwarze Zeit nach 1945

Das in Tschechien gefundene Massengrab bei Jihlava mit den sterblichen Überresten Deutscher, die nach dem Zweiten Weltkrieg mutmaßlich von Tschechen umgebracht worden waren, hat im Land eine lebhafte Debatte ausgelöst. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny spricht von "einer der schwärzesten Zeiten der tschechischen Geschichte. Sechs Jahre der Okkupation, der Verfolgung und der Gewalt erzeugten bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung das Streben nach Rache. ... Allein das Verzeichnis der Orte, in denen es 1945 nachweisbar zur Ermordung von Deutschen kam, würde womöglich mehrere Zeitungsseiten füllen. ... Man kann nicht erwarten, dass die Untersuchung der 65 Jahre zurückliegenden Morde zur Verurteilung der Täter führt. Die Verbrechen sind längst verjährt und eine Anklage wegen [unverjährbaren] Genozids würde vor Gericht nicht bestehen. Wir können aber die Wahrheit und eine moralische Reinigung erwarten. Es scheint, dass wenigstens diejenigen schon auf dem Weg dahin sind, die am Ort des Verbrechens bei Jihlava ein Kreuz errichtet haben."

Lidové noviny - Tschechien | 09.09.2008

Aufarbeitung des Stalinismus

In Tschechien beginnt heute ein neuer Prozess gegen die frühere Staatsanwältin Ludmila Brožová-Polednová, die in einem stalinistischen Schauprozess der 1950er Jahre half, die Demokratin Milada Horáková aufs Schaffott zu schicken. Die konservative Tageszeitung Lidové noviny äußerst die Erwartung, dass das Gericht die in erster Instanz verhängte achtjährige Strafe gegen die Angeklagte bestätigt. "Wäre die tschechische Justiz nicht so langsam, müsste sich Brožová-Polednová auch für ihren Anteil an Hunderten weiteren Prozessen zwischen 1950 und 1964 verantworten. Dabei gab es zwar keine Todesurteile, aber lange Haftstrafen. ... Unter den Opfern waren katholische Priester, Großbauern, Politiker, Menschen, die erfolglos aus der Republik zu flüchten versuchten oder Demonstranten gegen die kommunistische Währungsreform. 1954 war Brožová-Polednová Anklägerin in einem Prozess, bei dem ein Bauer wegen der angeblichen Verbreitung von schädlichen Kartoffelkäfern zu 20 Jahren verurteilt wurde. ... Wir sollten mit der heute fast 87-Jährigen auch kein Mitleid haben, und sie die Strafe verbüßen lassen. Hat sie jemals Mitleid mit denen gehabt, denen sie ihr Leben zerstörte?"

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