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Alexijewitsch, Swetlana


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Süddeutsche Zeitung - Deutschland | 24.04.2006

20 Jahre nach Tschernobyl

"In einem Dorf fragte mich eine Alte: Das soll Krieg sein? Die Sonne scheint, die Vögel singen. - Plötzlich zeigte sich, dass unsere gesamte Kultur des Schreckens eine Kultur des Krieges war. Bomben, Granaten, das kannten wir. Aber dies war anders", berichtet die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch im Interview. "Wir verwandeln uns - von einer Zivilisation der Angst in eine Zivilisation der Katastrophen. Der Fortschritt ist gefährlich geworden, für den Menschen und für die Natur. Hurrikane, Fluten ziehen heute fast so hohe Verluste nach sich wie Kriege. Weißrussland hat im Zweiten Weltkrieg ein Viertel seiner Bevölkerung verloren. Unter den Folgen von Tschernobyl aber leidet heute jeder fünfte Weißrusse, ein Drittel des Landes ist verseucht. Wir können das Zeichen Tschernobyl nicht lesen, es ist ein fremder Text. Kein großer Schriftsteller hat sich des Themas angenommen, kein Philosoph. Tschernobyl liegt außerhalb der Kultur."

Göteborgs-Posten - Schweden | 07.04.2006

Swetlana Alexijewitsch über Weißrusslands Bindung an Russland

Seit über 200 Jahren ist Weißrussland eng mit seinem russischen Nachbarn verbunden, schreibt die weißrussische Autorin und derzeitige Stipendiatin in Göteborg, Swetlana Alexijewitsch. "Russland ist weder ein geographisches Gebiet noch eine Nation, es ist eher eine Idee, ein Seelenzustand. Ein ewig unvollendetes Projekt, das sich aus Mythen nährt und neue Mythen über sich selber schafft. Schwer zu sagen, was die Zukunft bringen wird. Eines aber ist sicher: Die Zukunft Weißrusslands hängt von Russland und seinem Weg ab. Wer Weißrussland retten will, muss das tun, indem er Russland beeinflusst. Denn Weißrussland ist Russland zugewandt – nicht Europa."

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