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Alioth, Martin


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 10.04.2008

Nordirland als Modell

Martin Alioth sieht den nordirischen Friedensprozess positiv. Mehr als ein ideologisch-konfessioneller Proporz sei 1998 nicht erreichbar gewesen. "Doch ist unbestreitbar, dass die Lage an der Basis enttäuschend bleibt. Es fließt zwar kaum mehr Blut, ja die neuralgischen Paraden des protestantischen Oranier-Ordens sind weitgehend entschärft. Aber die Mauern, die Katholiken von Protestanten auf Wunsch der Anwohner beider Seiten trennen, sind in den letzten zehn Jahren gewachsen, anstatt zu schrumpfen. Begegnungen über den konfessionellen Graben hinweg sind seltener statt häufiger geworden. Die Hoffnung auf eine allmähliche Selbstheilung der Gesellschaft hat sich bisher nicht erfüllt, konkrete Abhilfe ist nicht in Sicht, denn der Frieden kam von oben, nicht von der Basis her."

Der Tagesspiegel - Deutschland | 06.03.2008

Das politische Erbe Ian Paisleys

"Der nicht ganz freiwillige Rücktritt des nordirischen Regierungschefs Ian Paisley wirft interessante Fragen über die Gestaltungsmacht von Individuen in historischen Prozessen auf", schreibt Martin Alioth. "Denn Paisley, der Geist, der stets verneinte, schuf die verderblichen Emotionen, die Nordirland für fast 40 Jahre entzweiten, ja nicht aus dem Nichts... Die lange Dauer dieses Konflikts wäre ohne den Brandstifter in der pfarrherrlichen Robe kaum denkbar gewesen. Dass dieser Mann nun als mutiger Friedensstifter in die Geschichte einzugehen wünscht, mag widerwärtig erscheinen. Aber bekanntlich wird jede Geschichte durch ihren Schluss definiert."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 29.01.2007

Sinn Féin erkennt die nordirische Polizei an

Irland-Korrespondent Martin Alioth weist vorausschauend auf die politischen Implikationen der Sinn Féin-Entscheidung hin:"Die britische Regierung wird aufgrund der jüngsten Entwicklungen entscheiden müssen, ob sie das gegenwärtige, eher virtuelle nordirische Parlament zum 30. Januar auflöst und Neuwahlen auf den 7. März ansetzt. Alle Anzeichen deuten auf diesen Schritt, obwohl Pfarrer Ian Paisley, der die grösste Partei in Nordirland führt, noch kein klares Koalitions-Versprechen gegeben hat. Eine einheimische nordirische Regierung soll am 26. März die bisherige britische Direktverwaltung ablösen. Sinn Féin indessen schielt gleichzeitig über die Grenze: in der Republik Irland finden im Mai oder Juni Neuwahlen statt. Als neuerdings gesetzestreue Partei steht Sinn Féin auch in Dublin als Koalitionspartnerin zur Verfügung. Das taktische Geschick und das politische Gespür der erfahrenen Parteiführung darf nicht unterschätzt werden."

Der Standard - Österreich | 12.10.2006

Durchbruch im Nordirlandkonflikt

Martin Alioth glaubt, dass mit Aufnahme der Verhandlungen im schottischen St. Andrews über die Bildung einer nordirischen Regionalregierung der so oft angekündigte Durchbruch im Nordirlandkonflikt gelingen könnte. "Denn die einst gefährlichste Guerilla-Bewegung Europas, die Irisch-Republikanische Armee, hat sich der normativen Kraft der Politik gefügt und schon seit einiger Zeit abgerüstet. Ihrer Führung wird offiziell bescheinigt, dass sie sich auch von der gemeinen Kriminalität abgewendet habe. Und nun ist ihr politischer Flügel, die Sinn-Fein-Partei unter Gerry Adams, ganz offensichtlich bereit, sich erstmals hinter die nordirische Polizei zu stellen. Die IRA anerkennt damit unumwunden das Gewaltmonopol des britischen Staates. Das sind atemberaubend positive Entwicklungen, auch wenn sie mit lähmender Langsamkeit erfolgen. Nordirland ist auf dem Weg, sich zum Lehrbuch-Beispiel für Konfliktlösung zu mausern."

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