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Aly, Götz


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Rundschau - Deutschland | 26.07.2011

Ein später Weltanschauungskrieger

Der mutmaßliche Attentäter Anders Breivik ist kein Wahnsinniger, sondern ein später Weltanschauungskrieger des 20. Jahrhunderts, analysiert der Historiker Götz Aly in der linksliberalen Tageszeitung Frankfurter Rundschau: "In totalitären, eindimensionalen Weltbildern, politischen Utopien und Ersatzreligionen wurden die Angehörigen einer bestimmten Großgruppe (Rasse, Religion, Klasse, Volk) zur Spitze der Menschheit erhoben. Die Propagandisten solcher Lehren behaupteten, das von ihnen umworbene Kollektiv angeblicher Edelmenschen sei in sich homogen und funktioniere deshalb harmonisch und sei allen anderen Menschen überlegen. Die verlockende Parole lautet: ein Höchstmaß an Gleichheit nach innen, nach außen jedoch vollständige Abschottung. In ihrem Selbstverständnis sahen sich die Edelgruppen von kulturell 'minderwertigen' Feinden bedroht. ... Eine Situation, die jedes Mittel erlaubt. ... Am Freitag eröffnete Breivik diese - erste - Phase seines Krieges zur, wie er es sieht, Rettung eines christlichen, islam- und marxismusfreien Europa."

Die Zeit - Deutschland | 02.06.2006

Götz Aly über die neue Sicht auf die Geschichte

Der deutsche Historiker Götz Aly fordert zwanzig Jahre nach dem Historikerstreit eine umfassendere Einordnung des Holocaust, ohne die zentrale Verantwortung der Deutschen zu relativieren. Mit einer "Prise Nolte", [der Historiker, der damals die sehr umstrittene These vertrat, viele Verbrechen der Nazis seien ähnlich zuvor von den Sowjets begangen worden] - aber einem größeren Horizont. "Die Zeit ist reif, die Epoche des gewalttätigen Nationalismus, der ethnischen Segregations-, Enteignungs- und Vernichtungspolitik im 20. Jahrhundert neu und übergreifend zu fassen. Solche Versuche sollten aber, anders als es Noltes Obsession war, gerade nicht mit der russischen Oktoberrevolution beginnen, weil das nur zu der geschichtsoptimistischen Illusion führt, die widerwärtigen Seiten des 20. Jahrhunderts ließen sich auf die totalitären Großdiktaturen reduzieren und seien von all dem, was wir heute als Fortschritt und Erfolg ansehen, konsequent zu trennen. Es war nämlich zum Beispiel das republikanische Frankreich, das die Selektionskriterien erfand, nach denen später auch die so genannte Deutsche Volksliste in den von Deutschland annektierten Gebieten Polens aufgestellt wurde."

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