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Andreew, Alexander


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dnevnik - Bulgarien | 29.11.2007

WAZ will bulgarische Medien stärker kontrollieren

Die beiden auflagenstärksten bulgarischen Zeitungen "24 Tschassa" und "Trud" gehören zum deutschen WAZ-Medienunternehmen. Sie haben sich an einer Hetzkampagne gegen die Kunsthistorikerin Martina Baleva beteiligt, die die offizielle Darstellung des Massakers von Batak kritisiert hatte. Die WAZ-Mediengruppe will die Zeitungen nun stärker inhaltlich kontrollieren. In der Debatte über diesen Fall gab es eine Reihe von interkulturellen Missverständnissen, meint Alexander Andreew: "Alles deutet darauf hin, dass in der Debatte Teile der bulgarischen Öffentlichkeit und der Medien noch nicht die kulturellen Normen Deutschlands (und der anderen EU-Länder) teilen. Bei ähnlichen Eskalationen in Zukunft sollte deshalb eine geschickte und gutwillige interkulturelle Vermittlung stattfinden. Das Gleiche gilt aber auch für die andere Seite: Viele Westeuropäer sollten mehr Verständnis für die historischen Traumata der neuen EU-Mitglieder haben. Vor allem aber gibt es keine Entschuldigung für diejenigen, die politischen Mehrwert aus solchen Kampagnen ziehen."

Dnevnik - Bulgarien | 11.10.2007

Sofia - die kollabierende Stadt

Alexander Andreew zeichnet ein düsteres Bild der Hauptstadt Sofia. "Dass die Stadt überfüllt ist, schmutzig, von Straßenverkehr, Staus und unkontrollierten Baustellen lahmgelegt, wissen wohl alle. Die Gründe sind allgemein bekannt: einerseits der wirtschaftliche Boom, die niedrige Arbeitslosigkeit, die günstigen Preise, andererseits die total veraltete Stadtplanung, die schlechte Infrastruktur, die Korruption. So zieht Sofia Tag für Tag Menschen an, die vorübergehend oder dauerhaft dort arbeiten, einkaufen, bauen und - wie die alten Sofioter - die überlastete Infrastruktur nutzen wollen. Um die ehemals mittelgroße Stadt entstehen rasend schnell in konzentrischen Kreisen dicht besiedelte, billige Wohngebiete, in denen die neuen kapitalistischen Menschen wohnen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis Slums den äußersten Kreis bilden werden. Dort leben dann die Übergangsverlierer und wühlen im Müll."

Dnevnik - Bulgarien | 14.09.2007

Bulgarien im Kommunal-Wahlkampf

Am 28. Oktober finden in Bulgarien Kommunalwahlen statt. Alexander Andreew berichtet ironisch über zwei neue Tendenzen im Wahlkampf: "Lateinamerikanisierung und Afghanistanisierung sind ohne Übertreibung die beiden deutlichsten Tendenzen der bulgarischen Politik vor den Kommunalwahlen. Lateinamerikanisierung vor allem angesichts der zahlreichen (sehr falschen) Generäle, die die politische Szene stürmen. Allem Anschein nach ist ein großer Teil der Wähler, die auch in ihrem unpolitischen Dasein Anhänger des Lateinamerikanischen sind (Fernsehserien und die Balkanvariante der Fiesta sind sehr beliebt), schon davon überzeugt, dass nur Schulterstück und Peitsche das demokratische Durcheinander in Ordnung bringen könnten. Die Afghanistanisierung ist eine ähnliche Tendenz. Die demokratische Vertretung durch die etablierten Parteien wird verwässert und Lords mit Geld, Einfluss und örtlichem Allmachts-Image gewinnen an Gewicht."

Dnevnik - Bulgarien | 01.06.2007

Renaissance der KGB-Ideologie

In Rumänien bestimmen ehemalige Securitate-Leute aktiv die politische Tagesordnung, und in Bulgarien kandidieren ehemalige Stasi-Mitarbeiter für das Europaparlament. Ist in Europa eine Renaissance der KGB-Ideologie im Gange, fragt Kommentator Alexander Andreew und meint: "Es ist kein Zufall, dass die einzige unter den europäischen Politikern, die es wagt, ihre Meinung zum System Putin zu äußern, gerade die in der sozialistischen DDR aufgewachsene Angela Merkel ist. Ähnlich wie Millionen Osteuropäer spürt sie den Unterschied zwischen dem öffentlichen demokratischen Regieren und der geheimen Macht... Ich weiß nicht, ob es zu einem neuen Kalten Krieg kommt, aber ich bin überzeugt, dass die Gesellschaften, die weiterhin die Willkür und Arroganz der so genannten Tschekisten [Name für Mitarbeiter von Geheimdiensten in den Staaten des Warschauer Paktes] dulden, von einer Blamage im demokratischen Europa und von einer schleichenden Restauration wie der in Russland bedroht sind."

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