Bereichsmenü: Home
Home / Autorenindex
Augstein, Franziska
Die Texte von "Augstein, Franziska" als RSS-Feed abonnieren
In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Trendige deutsche Historiker
Franziska Augstein hat den Deutschen Historikertag in Konstanz besucht, der sich dem trendigen Motto "GeschichtsBilder" verschrieben hatte. "Wenn nicht alle Historiker nur über Bilder schreiben, so liegt es daran, dass es daneben noch andere Quellen gibt, Texte zum Beispiel. Die Geschichtswissenschaft unterliegt Moden. Und weil auch die Historiker nicht nur trockne Schleicher sind, gibt es immer welche, die laut dafür trommeln, 'endlich' den entscheidenden Blickwinkel gefunden zu haben: So kam erst das anthropologische Moment in der Geschichte in den Vordergrund, dann der so genannte 'linguistic turn' (ein schicker Ausdruck für Begriffsgeschichte und die Analyse einzelner Wörter im Spiegel heutiger Gesellschaftstheorien), dann der 'iconic turn' (er hat mit Ikonografie zu tun), dann die Entdeckung des Raumes. Und jetzt ist es eben der 'visual turn', also die Hinwendung zum Sehen, was in der Praxis nichts anderes ist als der 'iconic turn'. Die Geschichtswissenschaft benimmt sich wie ein internationaler Modedesigner: mal sind es Hosen mit Schlag, mal Strasssternchen. Die angebliche Entdeckung der Bedeutung von Bildern ist in Wahrheit ein alter Hut."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Deutschland
Franziska Augstein über europäische Missverständnisse
Franziska Augstein beschreibt, wie schwer Verständigung in Europa ist - da es allein zwischen Polen, Deutschen und Franzosen unendlich viele Missverständnisse gibt. "Das französische Konzept der Laizität ist für Polen schlichtweg absurd. Der französische Begriff 'services publiques' ist mit 'öffentlicher Dienst' unzureichend übersetzt; andere Länder haben kaum eine Vorstellung davon, was das überhaupt sei. Als die Deutschen Minderheitenrechte in der EU-Verfassung festschreiben wollten, hielten Franzosen das für eine tautologische Verirrung: Ihr Konzept der Republik bürgt in ihren Augen dafür, dass es im Staat keine Minderheiten, sondern bloß gleichberechtigte Bürger gibt. Catherine Lalumiere erzählte von Gesprächen, bei denen die Franzosen sich gegen den Begriff der Minderheitenrechte wandten und zu ihrer Entgeisterung lediglich von Rumänen und Türken herzlich unterstützt wurden. Die polnische Rechtsprofessorin Irena Lipowicz berichtete, ein Franzose habe ihr im Scherz angekündigt: Wenn Polen dem deutschen Wunsch nach der Aufnahme von Minderheitenrechten in die EU-Verfassung nachgebe, werde Frankreich die Oder-Neiße-Grenze für ungültig erklären."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Minderheiten, » Europa