Navigation

 

Home / Autorenindex


Beylin, Marek


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Gazeta Wyborcza - Polen | 20.10.2010

Politiker unschuldig an Mord in Polen

Ein 62-jähriger Mann hat am Dienstag den Assistenten eines Europaabgeordneten der nationalkonservativen Oppositionspartei PiS ermordet sowie einen weiteren Mitarbeiter mit einem Messer verletzt. Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza hält die Reaktion der PiS-Politiker für absolut unangemessen, die regierende Bürgerplattform PO für das Verbrechen verantwortlich zu machen: "Noch wissen wir nicht, ob dieses Verbrechen einen wahnsinnigen politischen oder einen krankhaften privaten Hintergrund hat. [Der PiS-Vorsitzende] Jarosław Kaczyński und ein Teil der Kommentatoren haben bereits vorschnell geurteilt, dass die Verantwortung für dieses Verbrechen die PO und andere Gegner der PiS trügen. ... Niemand hat in Polen je dazu aufgefordert, Politiker der PiS zu töten, man hat lediglich zur politischen Bekämpfung aufgerufen. Wenn man denjenigen, die in der Diskussion extrem scharf argumentieren, ... den Mord in Łódź in die Schuhe schiebt, dann ist das eine schwerwiegende Verfehlung. Denn sogar die brutalste Debatte spricht sich gegen das Töten aus."

Gazeta Wyborcza - Polen | 12.08.2008

Interview mit Folgen

Der Verhandlungsführer für den US-Raketenschutzschild, Unterstaatssekretär Witold Waszczykowski, ist von der rechtsliberalen polnischen Regierung entlassen worden. Nach Gerüchten über seine Abberufung hatte dieser dem Nachrichtenmagazin Newsweek Polska ein umstrittenes Interview gegeben. Die linksliberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza begrüßt die Entlassung: "Die Verhandlungen über den Schutzschild laufen noch, und Witold Waszczykowski wirft der polnischen Regierung vor, dass sie sich bei den Gesprächen mit den USA ausschließlich nach Parteiinteressen richte und die Sicherheit Polens außer Acht lasse. Das ist ein beispielloser Skandal. Ein hoher Staatsbeamter, der noch vor kurzem diese Verhandlungen führte, weist die Amerikaner darauf hin, dass sie in Polen keine ernstzunehmenden Gesprächspartner haben. ... Waszczykowski gab den USA Argumente, damit sie im Bezug auf den Schutzschild in Polen nicht nachgeben. Er hat den [polnischen] Konflikt zwischen dem Präsidenten und der Regierung wieder angefacht. Er hat nun bewiesen, dass er für kein öffentliches Amt in Polen taugt."

Gazeta Wyborcza - Polen | 12.01.2008

Antisemitismus-Debatte in Polen

Das Buch "Die Angst" des amerikanischen Historikers Jan Tomasz Gross über den polnischen Antisemitismus nach dem Zweiten Weltkrieg wird derzeit in Polen heftig diskutiert. Marek Beylin meint: "Dem Buch 'Die Angst' kann man vieles vorwerfen: Dass es bei der Beschreibung der Nachkriegspogrome der Polen gegen die Juden… in effektvoller Verallgemeinerung die widersprüchlichen Stimmungen zur Randerscheinung macht. Dass es die Kirche für die antisemitische Stimmung in Polen verantwortlich macht und ihr anderes Gesicht nicht berücksichtigt - viele Priester und Nonnen haben während der Okkupation Juden gerettet. Dass es den Unterschied zwischen dem Nazi-Antisemitismus und dem polnischen Antisemitismus nicht genug herausarbeitet - letzterer wurde nur unter besonderen Umständen und unter Nazi-Einfluss mörderisch... Aber die schwachen Seiten des Buches sind zweitrangig... Ohne die zugespitzten Thesen und die konfrontative Sprache des Buches gäbe es heute keine breite Debatte über den polnischen Antisemitismus."

Gazeta Wyborcza - Polen | 16.01.2006

Regierungskrise

Während Neuwahlen nach der gescheiterten Haushaltsabstimmung im polnischen Sejm immer wahrscheinlicher werden, warnt Marek Beylin davor, den radikalen Bauernführer Andrzej Lepper mit seiner Partei Samoobrona (Selbstverteidigung) in eine Regierungskoalition aufzunehmen. "Wir sollten uns ein Beispiel an Frankreich nehmen, wo Präsident Chirac seit Jahren die extreme Partei von Le Pen marginalisiert, indem er ihr jegliche Zusammenarbeit verweigert. Einem erklärten Feind der Demokratie ein Stück Macht anzubieten, das können nur Blinde, die sich auf der Suche nach Machterhaltung vollkommen verirrt haben. Denn Samoobrona als Regierungspartei bedeutet ein noch größeres Chaos und eine ständige Bedrohung für demokratische Rechte."

» Autorenindex


Weitere Inhalte