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Casanova, Julián


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


El País - Spanien | 20.09.2007

Gesetz zur Entschädigung der Opfer des spanischen Bürgerkriegs

Vor einem Jahr hat die spanische Regierung ein Erinnerungs-Gesetz vorgelegt, über das zum Bedauern des Historikers Julián Casanova bis heute nicht abgestimmt worden ist. Die Nachfahren spanischer Republikaner hatten das Gesetz gefordert, damit die Opfer des Bürgerkrieges und des Franquismus rehabilitiert werden können. Casanova schreibt: "Die spanische Demokratie braucht dieses Gesetz. Ein Gesetz, in das die Erfahrungen aller einfließen, das aber festlegt, dass nur die Opfer der Unterdrückung der anti-republikanischen Militärs und der Gewalt der Franco-Diktatur eine moralische Entschädigung bekommen dürfen und das Recht auf juristische und politische Anerkennung haben. So viele Jahre waren sie beschämend marginalisiert... Zur Zeit herrscht in Spanien offiziell das Vergessen vor. Doch das wird die Erinnerung der Opfer nicht zum Verschwinden bringen. Bislang gibt es kein Mittel, die Traumata der Vergangenheit dauerhaft zu verdrängen. Früher oder später kommen sie wieder an die Oberfläche."

El País - Spanien | 15.03.2007

Julián Casanova über Trauma und Geschichte

Der spanische Historiker Julián Casanova fragt sich, wie das gemeinsame europäische Geschichtsbuch, das derzeit diskutiert wird, aussehen könnte. "Europa war sicher kein Gebiet, das vor 1914 oder nach 1945 ohne Gewalt war. Aber was diese Epoche so außergewöhnlich macht, hat besondere Spuren hinterlassen... Eine Überprüfung der komplexen Vergangenheit braucht einen kritischen Blick. Man darf sich nicht mit einer Geschichte begnügen, die nur die gemeinsamen Punkte aufzeigt. Politiker und Regierungen können auf diese Weise einen Konsens und eine gemeinsame Kultur herstellen, indem sie das verstecken, was ihnen nicht passt und die Erfolge in den Vordergrund stellen. Aber Geschichte ist etwas anderes. Deshalb spalten ja die aktuellen Debatten über die traumatisierenden Perioden - sei es die über die Opfer des Spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur, die über den sowjetischen Gulag oder die über die Stasi in der DDR - noch die Gesellschaften, in denen sie geführt werden."

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