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Cercas, Javier
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Javier Cercas über katalanischen und spanischen Nationalismus
Der katalanische Schriftsteller Javier Cercas wird auf der Frankfurter Buchmesse nicht die Region Katalonien repäsentieren, denn er schreibt - wie andere bekannte Autoren der Region auch - auf spanisch. In einem Gastbeitrag kritisiert er den katalanischen und spanischen Nationalismus. Beide seien "so heuchlerisch, so engstirnig und potenziell gefährlich wie alle Nationalismen. Der spanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass die katalanische Sprache keine Erfindung der Katalanen zwecks Zersetzung der spanischen Einheit ist, sondern für das ganze Land eine Bereicherung, die des Schutzes und der Förderung bedarf, weil sie sonst verschwinden wird; der katalanische, weil er nicht begreift oder nicht begreifen will, dass umgekehrt Katalonien durch die spanische Sprache bereichert wird, wurde diese von Spanien doch offenkundig nicht erfunden, um das Katalanische zugrunde zu richten. Und vielleicht hat català, das ja nicht das Privateigentum einiger fanatischer Nationalisten ist, gerade im Windschatten der Weltsprache Spanisch seine einzige Überlebenschance."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Literatur, » Spanien
Javier Cercas über historischen Revisionismus
Der spanische Schriftsteller Javier Cercas beschäftigt sich mit dem historischen Revisionismus. "Fakten sind Fakten. Da gibt es keine Revision. So wird plötzlich der Begriff 'historisches Gedächtnis' ad absurdum geführt. Er beinhaltet ein Oxymoron, denn - wie es der Historiker Santos Juliá unterstreicht - das Gedächtnis ist persönlich und unweigerlich subjektiv, während die Geschichte kollektiv ist und objektiv sein muss beziehungsweise sein sollte. Ich rede nicht von der offensichtlichen Tatsache, dass die Arbeit der Historiker die Geschichte vervollständigt und sie auch ändert, indem bisher unbekannte Aspekte der Vergangenheit entdeckt werden. Ich meine stattdessen, dass uns die Gegenwart verpflichtet, die Vergangenheit auf eine neue Art zu interpretieren... Plötzlich sind die Liebhaber der Geschichte verwirrt, weil sie feststellen, dass 'revisionistisch' das schlimmste Attribut ist, dass man einem professionellen Historiker anheften kann. Doch die Hauptaufgabe eines Historikers besteht ja genau darin, die Geschichte zu revidieren, indem allgemein salonfähige Gewissheiten hinterfragt werden. So kann schließlich eine Interpretation der Vergangenheit vorgelegt werden, die am besten mit dem Wissen und den Erfahrungen der Gegenwart zusammenpasst."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Geschichte, » Global
Das europäische Finale der Fußball-WM
Nach drei Wochen "Fußball-Invasion" erinnert der spanische Schriftsteller Javier Cercas daran, dass dieser Sport, den er als den "totalen globalen Wahnsinn" bezeichnet, seine Wurzeln in Europa hat und sich in den USA noch immer nicht wirklich durchgesetzt hat. "Wenn ein Hubschrauber heute früh Ronaldinho mitten in der Wüste Gobi aussetzen würde, dann wäre er nach spätestens fünf Minuten von begeisterten Fans umringt. Derselbe Ronaldinho könnte die Fifth Avenue in New York entlang spazieren, ohne dass man ihn überhaupt bemerkt. Das Land, das die Welt regiert, ignoriert den Sport, der die Welt regiert... Die Erklärung ist einfach: In allen Sportarten außer Fußball - egal ob beim American Football, beim Basketball oder auch beim Baseball - gewinnt immer der Beste, weil die nordamerikanische Mentalität das Streben nach Leistung fördert. Im Fußball kommt das eher selten vor."
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