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Chaudey, Marie
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Schreiben über die Shoah
Der französische Schriftsteller Philippe Claudel spricht im Interview mit Marie Chaudey über seinen neuen Roman Le Rapport de Brodeck. "Es geht um die Shoah, aber nicht nur. Für mich ist es vor allem eine Erkundung des Unmenschlichen, das es vorher schon gegeben hat und das auch weiter bestehen wird. Seit Jahrhunderten gibt es Pogrome, und es wird Nachbeben geben. Das Wort 'Jude' wird im Roman nie ausgesprochen, denn ich wollte, das der Leser das Fremde allgemein erkennt: alles was anders ist, das Andere. Das Buch baut auf der Beobachtung einer Gesellschaft auf, die das Andere nicht toleriert. Deshalb weist es auch in die Gegenwart. Wie werden Fremde heute aufgenommen? Ich möchte die Menschen dorthin führen, wo sie selbst nicht unbedingt hingehen würden."
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Jacqueline de Romilly über den schludrigen Umgang mit Sprache
In einem Interview mit Marie Chaudey beklagt die Gräzistin Jacqueline de Romilly, die Mitglied der Académie française ist, "den schlechten Zustand der französischen Sprache. Sie wird oft zu ungenau, wirr, schwerfällig benutzt. Die Literaturvermittlung ist ohnehin in der Krise und leidet in jeder Hinsicht. Ich bekomme viele Briefe von Unbekannten: Es ist unmöglich herauszubekommen, ob sie von Männern oder Frauen stammen, die Adjektive sind mal feminin, mal maskulin... Auch Journalisten bedienen sich, wenn sie nicht sehr auf der Hut sind, eines Jargons. Eine präzise Sprache ist jedoch unabdingbar für Gedankenreichtum. Eine verarmte Sprache liefert auch nur armselige Gedanken. Das richtige Wort finden ist wesentlich. Das gilt im Alltag ebenso wie in der Firma, wenn man beispielsweise ein Projekt vorstellen will. Nur wer seine Gedanken richtig ausdrückt, kann sie auch umsetzen, sich verständlich machen und andere Ausdrucksmittel wie beispielsweise Gewalt vermeiden."
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