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Colombani, Jean-Marie
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Russland meistert Zuckerbrot und Peitsche
Jean-Marie Colombani schreibt in der Tageszeitung El País über die Gefahr Europas, in Ost und West zu zerbrechen, und warnt davor, dass Russland die Situation ausnutzen könnte: "Wie man weiß, kann Russland nicht nur gut mit der Peitsche umgehen - wenn es den Gashahn zudreht - sondern ebenso gut auch mit dem Zuckerbrot, wenn es eine Möglichkeit wittert, einige ehemalige Satellitenstaaten von der Europäischen Union loszulösen, die sich wirtschaftlich von einem neugeborenen Russland angezogen fühlen könnten."
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Die soziale Marktwirtschaft ausbauen
Die Tageszeitung El País plädiert für einen Ausbau der sozialen Marktwirtschaft in Europa: "In der Tat hat die Europäische Union, gestützt durch die Euro-Zone und die Europäische Zentralbank, einen doppelten Vorteil: Erstens ist sie nicht der Ursprung der Krise, was beweist, dass ihr Markt besser reguliert ist; und zweitens - auch wenn diese Idee in britischen Ohren beleidigend klingen mag - hat sie ihr eigenes Modell. Wir haben gehört, wie Angela Merkel auf die Soziale Marktwirtschaft angespielt hat - ein Konzept, das besser zu Europa passt als der unregulierte Markt. ... Europa sollte gerade in diesen Zeiten, in denen die Imperative des Staates und die Regulierungen des sozialdemokratischen Typs wieder an Land gewinnen, dem Ruf folgen, die soziale Marktwirtschaft zu erhalten. Dies sollte ohne Komplexe gegenüber dem anglo-amerikanischen Finanzkapitalismus geschehen, dessen Zusammenbruch wir gerade alle erleiden."
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Abgespeckte EU-Präsidentschaft
Jean-Marie Colombani, der ehemalige Chefredakteur der französischen Tageszeitung Le Monde, analysiert in der spanischen Tageszeitung El País, was von der französischen EU-Ratspräsidentschaft zu erwarten ist, die im Juli beginnt: "Nicolas Sarkozy, der sich die Sache sehr zu Herzen nimmt, begann mit viel Enthusiasmus: Nach dem Erfolg der Neuverhandlung des Verfassungstextes, der zum Vertrag von Lissabon wurde, schien alles darauf hinzuweisen, dass die sechs Monate der französischen Präsidentschaft sehr intensiv würden und der EU erlauben könnten, wieder durchzustarten. Doch mit dem Näherrücken des Datums stellt man fest, dass der französische Ehrgeiz abnimmt. ... Der Staatschef zeigt sich weniger idealistisch und zunehmend realistisch. Frankreich wird sich damit begnügen müssen, auf drei Gebieten etwas zu bewegen: Immigration, Energie und Umwelt. Und das nur, wenn das irische Riff umfahren wird, denn wenn das Referendum zum Vertrag negativ ausfällt, weiß keiner, was in Europa passiert."
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Jean-Marie Colombani über europäische Identität
Chefredakteur Jean-Marie Colombani bedauert, dass sich die französischen Präsidentschaftskandidaten in Bezug auf Europa "an Bescheidenheit überbieten" und sich stattdessen "große Sorgen um die nationale Identität" machen. "Als ob es nicht genau darum ginge, mit europäischen Ambitionen Erfolg zu haben! Als ob die Geschichte uns nicht gelehrt hätte, dass eine solche Ambition untrennbar mit der französischen Identität verbunden ist! Das wäre die beste Garantie dafür, dass wir uns auf dem Weg zu einer europäischen Identität befinden. Gewiss gibt es da noch kein Modell. Aber es gibt - von Brest bis Budapest - die Grundlagen für eine Kultur der Solidarität und des Dialogs mit den Großmächten China und Amerika. Die Nation bleibt, so will es die Mehrheit der Europäer, der wichtigste Rahmen für demokratische Meinungsäußerung und die Gestaltung des nationalen 'Modells'. Aber die EU ist jetzt schon der einzige Rahmen, der es den Nationen erlaubt, die großen Fragen, die sich uns stellen, zu beantworten."
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