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Corlatan, Mirela
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Bildungsgesetz zu weich gegen Vetternwirtschaft
Anfang Januar ist ein neues Bildungsgesetz in Rumänien verabschiedet worden. Doch es enthält zu viele Kompromisse, meint die Tageszeitung Evenimentul Zilei: "Selbst die einzige echte Reformmaßnahme des Gesetzes, jene gegen Vetternwirtschaft, wurde in einer 'Light-Variante' verabschiedet: Das Verbot einer Anstellung von Verwandten bis dritten Grades gilt nur dann, wenn beide in einer Führungs- oder Kontrollposition wären. Für eine weniger aufgeweichte Variante ... hätte man nur einen Blick auf den seit zwei Jahren existierenden Kodex der Alexander Ion Cuza-Universität in Iaşi werfen müssen. Dort sind Verwandte von Dozenten bis vierten Grades in keinerlei Position erlaubt. ... Natürlich kommt Erneuerung nicht von allein, sondern wird erst mit der nächsten Wahl beginnen. ... Doch die Vetternwirtschaft - vielleicht die größte Plage der rumänischen Universitäten - wird nicht zerstört, wenn die Regeln nur halbherzig von [Bildungsminister] Daniel Funeriu angegangen werden."
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Rumänen vergöttern Opulenz
Knapp sechs Monate vor Baubeginn der landesweit größten orthodoxen Kathedrale in Bukarest hat der rumänische Architektenverband den geplanten Bau als unangemessen kritisiert. Die Tageszeitung Evenimentul Zilei setzt sich mit der Erwiderung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche auseinander: "Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, BOR, spielt bei ihrer Argumentation mit den Komplexen der Rumänen. ... Welche Chance auf Anerkennung haben die alten orthodoxen Schätze noch, wenn die Mammutkirche entstanden ist, die Schätzungen zu Folge fast eine halbe Milliarde Euro verschlingen wird? Eine Frage, auf die das Kirchenoberhaupt Daniel vielleicht schon eine Antwort hat [die gewaltige Größe], die aber nur jene zufrieden stellen wird, die stolz darauf sind, in einer Stadt zu leben, die nach dem Pentagon bereits das zweitgrößte Gebäude [ehemaliger Ceauşescu-Palast] hat, das größte Hotel, die größte Mall in Südosteuropa und so weiter. ... Die künftige Kathedrale präsentiert sie perfekt, auch geben sie ... jenen Recht, die sagen, die Rumänen vergöttern das Opulente!"
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Fehlender Wille zur Aufarbeitung
Die Zeitung Cotidianul verurteilt die fehlende Aufarbeitung des Kommunismus im Geschichtsunterricht an rumänischen Schulen: "Solange an den Schulen nicht über Kommunismus gesprochen wird, scheinen die endlosen Debatten über Lustration oder frühere Geheimdienstler immer steriler. ... Bis heute erhalten frühere Geheimdienstspitzel hohe Renten, die sie im Alter ruhig leben lassen, die früheren politischen Häftlinge sind hingegen die letzten in der Reihe, die einen Ausgleich für ihre Leiden erhalten, auch gibt es in Bukarest kein Äquivalent zum 'Haus des Terrors' in Budapest - also ein Museum über den Kommunismus. Dass Geschichtslektionen zum Kommunismus in den Unterricht eingebunden werden, ist bislang von den Machthabern niemals wirklich in Betracht gezogen worden. ... Wenn es einen Willen gäbe, wäre die reale und nicht nur theoretische Verurteilung des Kommunismus möglich."
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Ein Lustrationsgesetz für Rumänien?
Der rumänische Staatschef Traian Basescu will am Montag bei einem Treffen mit allen Parlamentsparteien über ein Lustrationsgesetz beraten. Danach sollen rumänische Persönlichkeiten - nach polnischem Vorbild - auf eine mögliche Geheimdienstzusammenarbeit während der kommunistischen Diktatur durchleuchtet werden. Ein solches Gesetz wird sich aber nach Meinung von Mirela Corlatan nur schwer durchsetzen lassen: "Wichtiger als die Lustration wäre im Augenblick die Änderung der Gesetzgebung zur Öffnung dieser Archive. Wenn das geschieht, wird die Lustration von selbst stattfinden. Doch ist schwer zu glauben, dass Traian Basescu, der noch im Januar erklärt hat, dass eine Lustration nur ein Jahr nach der Wende sinnvoll gewesen wäre, nun wirklich konsequent seinen Vorschlag für ein Lustrationsgesetz durchsetzt, wie er es in der Euphorie des Post-Referendums versprochen hat. Sollten aber die Forscher Zugang zu den Archiven bekommen, stünde eine Auffrischung der politischen Klasse für zukünftige Wahlen bevor."
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