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Cornea, Andrei
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Rumänische Politiker sind keine Luxus-Schneider
Die rumänische Regierung kann seit neuestem mittels so genannter Dringlichkeitserlasse Gesetze verändern, die noch nicht in Kraft getreten sind. Die Wochenzeitschrift Revista 22 kommentiert das kritisch: "Ein Gesetz ist wie ein Kleidungsstück. Je öfter man es stopft, desto schlechter wird es und zeigt die Ungeschicklichkeit des Schneiders. Wie die Merheit der Nation hält der rumänische Politiker an sich das Parlament für eine dekorative und von europäischen Instanzen durchgesetzte Einrichtung, dessen Hauptsinn es ist, profitable und leichte Arbeit sowie große kollektive Dummheiten zu machen. ... Dabei ist der Regierende an sich oft inkompetent, moralisch labil und von Parteiinteressen geleitet. Er ist ein Stümper, kein Luxus-Schneider. Nur wenn Gesetze von denen, die sie verabschieden müssen - also vom Parlament - unter den Augen der Öffentlichkeit, intensiv, vollständig und verantwortungsvoll diskutiert werden, ist es [auch] möglich einigermaßen akzeptable Gesetze zu bekommen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Rumänien
Rumänen wollen keine Wiedervereinigung mit Moldau
In den 1990er Jahren gab es von Seiten Rumäniens wiederholt Angebote an die Republik Moldau für eine Wiedervereinigung. Jetzt habe sich die Lage völlig geändert. Die Mehrheit der Rumänen würde dies nicht mehr wollen, schreibt Andrei Cornea in der Wochenzeitung Revista 22: "Die Motive sind zahlreich: die Armut dieses Landes, seine ethnische Zusammensetzung, die ungelösten Probleme mit Transnistrien, der russische Einfluss. In dieser Hinsicht scheint es, dass wir uns fürchten, dieses Problem [der Wiedervereinigung] klar zu besprechen. Warum? Aus Angst, als 'Revanchisten' verstanden zu werden oder aus Angst, unsere eigenen 'unpatriotischen' Gefühle anzuerkennen? ... So wie ich die Dinge sehe, gibt es eine zu kleine 'gemeinsame europäische Berufung' der beiden Länder. ... Dass eine Minderheit in Chişinău die rumänischen Flaggen gezeigt hat, ist vermutlich emotional und pathetisch, doch politisch unbedeutend, so lange sich die Mehrheit der Moldauer jenseits des [Grenzflusses] Pruth nicht selbst als 'rumänisch' sieht."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » EU-Erweiterung, » Innenpolitik, » EU-Nachbarschaft, » Rumänien
Andrei Cornea über das rumänische Verständnis von Schuld
Andrei Cornea denkt über den Umgang mit Schuld in Rumänien nach. Anlass ist, dass die Staatsanwaltschaft in Bukarest nach zweijährigen Ermittlungen Anklage gegen den früheren Premier Adrian Nastase wegen Bestechung erhoben hat. Ein Schuldeingeständnis werde es nicht geben, meint Cornea: "Bei uns gibt es kein Bewusstsein für moralische Schuld. Die Leute fühlen sich weder für eine Straftat, noch für ihre Art zu leben schuldig. Schuld ist immer der andere, der Ausländer, der Feind, der Andersartige. Die Leute finden es nicht schlimm, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, peinlich ist ihnen hingegen, mit Handschellen gesehen zu werden. Nicht Diebstahl ist blamabel, sondern die Verhaftung, die zeigt, dass man nicht Manns genug war zu entkommen. Denn das zeigt, dass man nicht rechtzeitig und ausreichend Schmiergeld gezahlt hat... Es wird schwer sein, eine funktionsfähige Justiz aufzubauen, die moralische Schuld einklagen kann, solange für die Gesellschaft ein Fehltritt darin besteht, sich erwischen zu lassen."
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