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Daniel, Jean
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Antisemitismus-Debatte in Frankreich
Vor kurzem hat die französische Satirezeitung Charlie Hebdo den Zeichner Siné wegen einer als antisemitisch interpretierten Kolumne entlassen. Siné hatte darüber spekuliert, dass der Präsidentensohn Jean Sarkozy vor seiner Hochzeit zum Judentum übertreten könne. Das politische Wochenmagazin Nouvel Observateur findet diese Reaktion übertrieben: "Hier geht es um den sehr französischen linken Antisemitismus im Inneren einer satirischen Wochenzeitung, die 'dumm und gemein' bleiben wollte ..., aber eine Institution geworden ist. ... Was hat [Siné] denn Schlimmes getan, dass nicht schon zuvor in schlimmerer Form getan worden war? Nichts anderes als jemanden zu verhöhnen. Ich finde es höchst interessant, dass eine Zeitung, die sich nichts verbietet, die Idee akzeptiert, dass man bestimmte Grenzen nicht überschreiten darf. Und ich finde es nicht weniger bemerkenswert, dass eine freiheitliche Zeitung wie Libération dem Chefredakteur Philippe Val in diesem Punkt Recht gibt. Was ist in Frankreich passiert? Die Antwort ist klar: Es liegt daran, dass es hier um Juden geht. Humor auf Kosten der Juden ist eine Geschichte, die schon früher schlecht geendet hat."
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Jean Daniel über Frankreichs Institutionen der Integration
Frankreich wäre es nie gelungen, stellt Jean Daniel fest, auf so erstaunliche Weise Franzosen ausländischer Herkunft zu integrieren,"hätte es nicht die katholische Kirche gegeben, die sich um Immigranten gleichen Glaubens gekümmert hat. Auch nicht ohne die Armee, die Soldaten brauchte, um das Vaterland zu verteidigen. Und vor allem nicht ohne die laizistische, republikanische Schule, die für alle verpflichtend ist. Früher gab es in jeder Familie gute Erinnerungen an wenigstens einen Lehrer. In der Biographie von Schriftstellern oder Künstlern findet man oft dieselbe Feststellung: 'Als ich 10 oder 12 Jahre alt war, hat ein Lehrer meine Begabung erkannt und mich gefördert'... Wofür stand der schwarze Bauernkittel, von dem Jules Ferry wollte, dass man ihn überall in Frankreich trug? Er war genau das Gegenteil des Schleiers. Er sollte die Gleichheit aller Kinder bewirken, er sollte die Unterschiede zwischen armen und reichen Kindern und zwischen Schülern verschiedener Ethnien oder Religionen verschwinden lassen."
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Die französische Rechte und die Mythen der Linken
"Die Zeremonie, mit der am vergangenen Sonntag Nicolas Sarkozy zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden ist, war ein politisches Ereignis", schreibt der Schriftsteller Jean Daniel. Bemerkenswert war für ihn vor allem, dass Sarkozy mehrfach auf "uralte Mythen der Linken" Bezug genommen hat. "Ich möchte besonders betonen, dass sich die Grenzen zwischen der Linken und der Rechten beträchtlich verschoben haben. Aber die Einstimmigkeit, die in Bezug auf einen gewissen, beidseitig akzeptierten Humanismus herrscht, ändert überhaupt nichts daran, dass die Linke den Werten der Solidarität und die Rechte den Werten des Wettbewerbs verhaftet bleibt. Man muss sich also nicht wundern, wenn Sarkozy Victor Hugo, Jaurès, Zola und Camus zitiert... Diese auf Einigung zielenden, strategischen Anspielungen zeigen, dass es für die Mehrheit der Franzosen mit der rassistischen, konservativen, nostalgischen Rechten des Ancien Régime vorbei ist, die sich auf eine mächtige und reaktionäre katholische Kirche stützen konnte."
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