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Dési, András


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Népszabadság - Ungarn | 08.02.2012

Ungarn auf Schmusekurs mit Deutschland

Die rechtskonservative Regierung von Viktor Orbán hat in den vergangenen Tagen gegenüber Deutschland eine Charme-Offensive gestartet. Die neuen Töne inklusive Selbstkritik sind aber nicht der Einsicht geschuldet, sondern dem Geldmangel, meint die linksliberale Tageszeitung Népszabadság: "Lange ist es her, dass so viele ungarische Politiker nach Deutschland gereist sind wie dieser Tage. Neben Außenminister János Martonyi und dem Fraktionschef der Regierungspartei Fidesz, János Lázár, war auch eine Delegation des außenpolitischen Parlamentsausschusses in Berlin. ... Martonyi sagte nach seiner Unterredung mit seinem Amtskollegen Guido Westerwelle, dass er die Sorgen und Bedenken zerstreuen wolle, die Deutschland gegenüber der Politik der ungarischen Regierung habe. ... Lázár übte sich bei seiner Visite in Selbstkritik. Er sagte, dass sich die ungarische Regierung bisher nicht genug mit ihren europäischen Partnern abgesprochen hätte. ... Es ist begrüßenswert, dass maßgebliche Politiker der Regierung Orbán das schiefe Bild Ungarns zurechtrücken wollen, das sie selbst geschaffen haben. Die Charme-Offensive der ungarischen Regierung ist verständlich. Im Hinblick auf die Verhandlungen mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds über einen Kredit für Ungarn käme eine Unterstützung durch Deutschland gerade recht."

Népszabadság - Ungarn | 29.11.2011

S21: Deutschlands Grüne sind zu stur

Bei einem Volksentscheid in Baden-Württemberg am Sonntag hat eine deutliche Mehrheit für das stark umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 gestimmt. Die regierenden Grünen hatten das Bauvorhaben konsequent abgelehnt. Die Kompromisslosigkeit der Partei kann ihr noch gefährlich werden, meint die linksliberale Tageszeitung Népszabadság: "Wir haben Prinzipien, sagen die Grünen. Zum Regieren ist jedoch die Fähigkeit zum Kompromiss unabkömmlich. Die bis zum Konservativismus strapazierte Ablehnung des Projekts S21 durch die Grünen ist insofern bemerkenswert, als die Ökopartei ihre Erfolge in den vergangenen Jahrzehnten nicht zuletzt ihrer Neuartigkeit und Offenheit zu verdanken hatte. Dieselbe konservative Starrheit legten die Grünen auch in Berlin an den Tag, wo kürzlich eine Regierungskoalition mit der SPD am Bau eines drei Kilometer langen Abschnitts der Stadtautobahn scheiterte. ... Am Regierungsruder herrschen indes andere Gesetze. Darauf müssen auch die Grünen achten, sonst könnten auch ihnen nach und nach die Wähler davonlaufen."

Népszabadság - Ungarn | 29.09.2009

Sozialdemokraten liegen danieder

Die linksliberale Tageszeitung Népszabadság kommentiert die bittere Wahlniederlage der SPD bei den Bundestagswahlen in Deutschland: "Nach elf Jahren an der Regierung liegen die deutschen Sozialdemokraten nun danieder. Ihre magere Ausbeute bei den Wahlen (23 Prozent) bedeutet auch, dass der Unterschied zu den Grünen und der tiefroten Linkspartei dramatisch gesunken ist. Vor gar nicht so langer Zeit, im Jahr 1998, konnte die SPD als führende Kraft der Linken noch 41 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. ... Was mit der SPD nun geschehen ist, konnten wir in anderen europäischen Ländern bereits beobachten. Die Zeiten sind vorbei, als die sozial Schwachen von einer einzigen großen Volkspartei vertreten wurden. Obendrein sah sich die SPD innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal mit linker Konkurrenz konfrontiert. Zuerst hatten ihnen die Grünen Wähler abspenstig gemacht, später tat die Linkspartei dasselbe. Die SPD konnte bisher weder Antworten auf das Zeitalter der Globalisierung finden noch kommt sie mit den anderen linken Parteien zurecht. Sie scheint sich derzeit in einer ausweglosen Situation zu befinden."

Népszabadság - Ungarn | 13.02.2008

Deutschland streitet über Integration und Assimilation

Deutschlandkorrespondent András Dési kommentiert die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in Köln: "Es mag bizarr klingen, aber Erdogan hat den deutschen Politikern einen Gefallen getan. Der türkische Regierungschef ist sich darüber im Klaren, dass die deutschen Konservativen die EU-Mitgliedschaft der Türkei ablehnen. Die Botschaft der Kölner Show ist, dass man der wirtschaftlich bereits seit langem in die EU integrierten Türkei mit politischen Ein- (und Vor-)wänden zwar den Weg versperren kann - mit den mehr als 5,3 Millionen (nach manchen Rechnungen sogar 15 Millionen) Türken in den EU-Ländern jedoch zu rechnen ist. Der Döner bleibt Bestandteil des deutschen und westeuropäischen Alltags. Auch wenn er für viele noch schwer verdaulich ist."

Népszabadság - Ungarn | 11.12.2006

Bukarest - das neue Zentrum des Balkan

Drei Wochen vor dem EU-Beitritt Rumäniens ist András Dési nach Bukarest gefahren und hat dort das neue Zentrum des Balkan gefunden: eine "schwärmende, vibrierende, bunte, sich in rasendem Tempo entwickelnde" Großstadt. "Für Bukarest, das offiziell 2,5 Millionen, aber an einem Wochentag mit allen Pendlern vier Millionen Einwohner hat, gelten immer noch die alten Klischees. Hinter dem flaggengeschmückten Ministerium für europäische Integration streifen herrenlose Hunde zwischen Müllhaufen umher. Nur fünf Kilometer entfernt liegt ein Roma-Lager, das in schrecklichem Zustand ist und von dem sich die Nachbarn mit Stacheldraht abgrenzen... Derzeit stehen mehrere Mega-Investitionen mit einer Gesamtsumme von vier Milliarden Euro an. Die Firma TriGránit baut ein neues Stadtviertel, das Esplanada City Center, dessen moderne Hochhäuser den furchtbaren Anblick des Palastes der Völker, gebaut zu Zeiten des Diktators Ceausescu, kompensieren sollen. Die wirtschaftliche Entwicklung Bukarests hinkt fünf bis zehn Jahre hinter den Großstädten Ostmitteleuropas hinterher, doch es gibt keinen Grund, die Bukarester abzuschreiben. Statt zu jammern, arbeiten sie sehr hart."

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