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de Capèle, Gaëtan
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Paris gibt Geld für verlorenes Griechenland
Die französische Nationalversammlung hat am Dienstag wie erwartet dem neuen Hilfspaket für Griechenland zugestimmt. Damit ist Frankreich das erste Land in Europa, das das Abkommen vom 21. Juli umsetzt. Die Finanzmärkte bleiben leider aus gutem Grund nervös, meint die konservative Tageszeitung Le Figaro: "Natürlich kann man sich jetzt über die Spekulanten aufregen, über die übermäßige Angepasstheit der Investoren und die Unvernunft der Märkte. Hat Europa nicht auf jedem einzelnen Gipfel den festen Willen unter Beweis gestellt, Griechenland zu retten, egal was es kostet? ... Warum also dieser Argwohn? ... Weil man Griechenland nicht ohne dessen aktive Mithilfe retten kann. Zwei Jahre nach dem ersten Rettungspaket legt das Land immer noch eine unglaubliche Nachlässigkeit an den Tag. Die Verwaltung ist nach wie vor komplett unorganisiert. Sie schafft es nicht einmal, eine Liste der versprochenen Privatisierungen zu erstellen, während Steuerhinterziehung weiterhin ein weitgehend straffreier Nationalsport ist. Man kann sich nicht so recht vorstellen, wie sich unter diesen Bedingungen die Staatskassen füllen sollen."
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Deutsche Gewerkschaft Beispiel für Frankreich
Die französischen Gewerkschaften sollten sich ein Beispiel an der deutschen IG Metall nehmen, die am Donnerstag einen neuen Tarifabschluss erlangt hat, meint die konservative Tageszeitung Le Figaro: "Angesichts der Notsituation brauchten die Sozialpartner der Industrie nicht länger als eine Woche, um einen Kompromiss zu finden, der 3,4 Millionen Personen betrifft. Mit Zustimmung der IG Metall, der größten deutschen und europäischen Gewerkschaft, steigen die Gehälter in diesem Jahr nicht. Dieses Opfer ist als Zugeständnis in einem Geben und Nehmen zu verstehen: Die Arbeitgeber haben sich im Gegenzug dazu verpflichtet, die Sicherheit der Arbeitsplätze zu gewährleisten. Frankreich ist nicht Deutschland und wird nicht morgen dessen System der Mitbestimmung übernehmen. Aber zwischen der Mitbestimmung und dem Klassenkampf, der ein Konzept aus einer anderen Zeit ist und der immer noch den einzigen Bezugspunkt unserer Gewerkschaften darstellt, gibt es ohne Zweifel einen Mittelweg."
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Sarkozy maßregelt die Banken
Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy hat die Banken dazu aufgefordert, schärfere Kontrollen von Boni-Zahlungen für Banker durchzusetzen und Kredite zur Ankurbelung der Wirtschaft zu vergeben. Die konservative Tageszeitung Le Figaro lobt diese Strategie: "Verdienen Sie weniger und leihen Sie mehr! Der klare Ratschlag, den ein sehr wütender Nicolas Sarkozy abgab, ist mehr als eindeutig. ... Seine Verpflichtungen, welche auf der einen Seite die Beschränkung der Boni für die Banker und auf der anderen Seite die Kreditvergabe an Haushalte betreffen, dürfen sich nicht verzögern und werden streng überwacht. Jede Abweichung wird streng bestraft. ... Die Standpauke für die Banken stärkt unbestreitbar die Führungsrolle, die sich der Staatschef im Kreuzzug für einen moralischeren Finanzkapitalismus zugeschrieben hat. Was die Boni angeht, so weiß jeder, ... dass sich das Spiel nächsten Monat beim G20-Gipfel in Pittsburgh entscheiden wird."
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EADS schafft Doppelspitze ab
Die gestern verkündete Entscheidung hinterlässt bei Gaëtan de Capèle "einen seltsamen Nachgeschmack. Die neue Personalstruktur wirkt weniger wie ein partnerschaftliches Abkommen als wie ein erzwungener Kompromiss, ein Waffenstillstand zwischen verfeindeten Brüdern. Jeder Posten wurde einzeln verhandelt, alles unterlag politischen Zwängen und dem deutsch-französischen Gleichgewicht musste Rechnung getragen werden. Wo bei einem gesunden und gut geführten Unternehmen ausschließlich Kompetenz gezählt hätte, war hier die Nationalität ausschlaggebend. Schaut man sich die auf diese Weise ins Amt gekommenen Manager an, die schon bei der großen Krise im vergangenen Jahr dabei waren und deren Unstimmigkeit bekannt ist, gibt das durchaus Anlaß zur Beunruhigung."
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Gefährdet die Politik das Unternehmen Airbus?
Gaëtan de Capèle meint, dass es noch "eine wichtige Etappe zu bewältigen gilt: Der Aktienbesitz von EADS, dem Mutterkonzern des Flugzeugbauers, und sein Einflussbereich müssen vollständig offen gelegt werden. Auf dem Papier las sich die schöne Idee der Gründerväter verführerisch, ein wirklich europäisches Unternehmen zu schaffen, das auf einer strikten französisch-deutschen Parität gründete - in Wirklichkeit ist sie nichts als ein Köder. Weil Airbus zur Geisel nationaler Interessen wird, geht es mit dem Unternehmen bergab. Was als Addierung von Kompetenzen und Unternehmenskulturen gedacht war, hat sich in ein trauriges Theater der heimtückischen Angriffe und Tiefschläge verwandelt, es herrscht Misstrauen zwischen Franzosen und Deutschen... Es wird Zeit, die Sache zu Ende zu denken. Schwierige und überflüssige Aktionäre [wie Daimler-Chrysler und Lagardère] sollten verabschiedet werden, statt dessen sollte man sich um andere bemühen, die mit Bedacht in das investieren, was allem Anschein zum Trotz eine der schönsten europäischen Unternehmungen ist."
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