Navigation

 

Home / Autorenindex


De Toro, Suso


RSS Die Texte von "De Toro, Suso" als RSS-Feed abonnieren


In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


El País - Spanien | 08.11.2006

Suso de Toro über Pamuks Traum

Gibt es überhaupt eine moderne Türkei, wie sie der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk vertritt, fragt der spanische Schriftsteller Suso de Toro. "Wenn nun Pamuk im Ausland dafür kämpfte, dass wir eine Türkei akzeptieren, die es nicht wirklich gibt, und wenn er gleichzeitig in seinem Land dafür kämpfte, dass es so europäisch wird, wie er es sich wünscht? Der Schriftsteller kämpft gegen das Chaos, er sehnt sich nach einer Harmonie, die es nicht gibt, nie gegeben hat und nie geben wird... Ich glaube nicht, dass diese ideale Türkei je konkret wird. Schriftsteller und Träumer glauben fest, dass es in der Geschichte einen bestimmten Moment gibt, an dem sich alles zum Guten wenden kann... Die heutige Türkei hat einen Schriftsteller hervorgebracht, der von einer anderen Türkei träumt: Er entwirft ein anderes Land, eine andere Welt, eine andere Geschichte, und er kämpft dafür, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist die Aufgabe der Literatur: ein absurdes, wenn auch notwendiges Unterfangen. In Politik und Gesellschaft muss Literatur scheitern, aber im individuellen und privaten Bereich obsiegt sie."

El País - Spanien | 04.10.2006

Suso de Toro über das Erbe der Vergangenheit

Der spanische Schriftsteller Suso de Toro würdigt den deutschen Schriftsteller Günter Grass dafür, dass er zugegeben hat, der Waffen-SS angehört zu haben. De Toro ist der Meinung, Grass habe damit die Verantwortung für seine Fehler übernommen. "Wir Spanier sollten einen selbstkritischeren Umgang mit unserer Vergangenheit pflegen, vor allem was den Juli 1936 [Beginn des spanischen Bürgerkrieges] angeht, der unsere verstrickte Gegenwart begründet und erklärt. Es steht außer Zweifel, dass diejenigen, die sich als Erben derer betrachten, die den Staatsstreich und damit den Bürgerkrieg verursacht haben, eher Grund hätten, sich einer kritischen Selbstprüfung zu unterziehen und zu bereuen. Aber auch diejenigen, die sich als Erben der Verlierer verstehen, sollten nach Fehlern und Verantwortungslosigkeit suchen, die zur Liquidierung der Republik und zur Ausmerzung der Liberalen und der Arbeiterlinken beigetragen haben... Niemand muss die Fehler seines Vaters oder Großvaters... blind erben."

» Autorenindex


Weitere Inhalte