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Denis, Jean-Pierre
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Wozu Weihnachten?
Die christliche Wochenzeitung hat die Franzosen zu ihrem Wissen über Christus befragt. Jean-Pierre Denis über die Resultate: "Nur einer von drei Befragten konnte präzise angeben, wann und wo Jesus geboren wurde. Angesichts dieses kulturellen Nebels ist es nicht erstaunlich, dass Weihnachten für viele ein heidnisches Fest geworden ist, bei dem der Konsum alle existenziellen Ängste überdecken soll. Ist das zum Verzweifeln? So einfach ist es nicht. Dieselbe Umfrage lässt erahnen, wie sich das Verhältnis der Franzosen zum Christentum verändert... In manchen Punkten wird es weniger eng. Aber das ist nicht so negativ wie man meinen könnte. Es wird auch sehr deutlich, dass viele gerne mehr wüssten. Zwei Drittel der Franzosen möchten, dass ihre Kinder über das Leben von Jesus Bescheid wissen. Selbst bei denen, die sich als religionslos bezeichnen, ist dieser kulturelle Wunsch sehr stark ausgeprägt."
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Bringt der Reformvertrag die EU voran?
Jean-Pierre Denis bezweifelt, dass der EU-Reformvertrag die Beziehungen innerhalb der EU vereinfacht: "Die Union hat sich festgefahren, sie ist in einem Widerspruch gefangen, der sich immer schwieriger auflösen lässt. Dem Publikum zuliebe ist sie gezwungen, oberflächliche Vereinfachungen vorzunehmen, was sie jedoch nur durch rechtliche Verkomplizierungen und Vertiefungen schafft, die immer spitzfindiger werden, wenn sie nicht total verdreht sind. Im Nachhinein führen die obskuren, wenn auch wohlmeinenden technisch-politischen Maßnahmen zu noch mehr Skepsis. Diese perverse Spirale funktioniert besser denn je. Formal und grundsätzlich ist der vereinfachte EU-Vertrag schrecklich gewunden und noch viel unverständlicher als die ursprüngliche Verfassung."
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Jean-Pierre Denis über die rebellische Kraft der Religiosität
Jean-Pierre Denis denkt über den Einzug der Spiritualität in Politik und Gesellschaft nach. Aktueller Anlass sind die Demonstrationen der Mönche in Burma gegen das Militärregime. "In unserer Wohlstandsgesellschaft wird der Glaube meist als chaotische und zerstörerische Kraft empfunden. Es ist sicher richtig, dass der islamistische Terrorismus zu dieser Einstellung beigetragen hat, weil er religiöse Energie in eine Waffe zur massiven Einschüchterung verwandelt hat. Die burmesischen Mönche mit ihrer Vitalität und positiven Energie tun uns allen einen Gefallen. Sie wirken nicht zerstörerisch, sondern rücken unsere Vorstellungen von der Welt und der Gemeinschaft der Kulturen gerade. Diese pazifistischen Märsche belegen die rebellische und positive Kraft echter Spiritualität, die die verborgenen Bestrebungen der Gesellschaft aufgreift, ohne für sich selbst Macht zu verlangen. Die Barfuß-Religion kommt ohne Waffen aus, sie bleibt nach dem Ende der Ideologien die einzige Kraft, die ein Volk innerlich packen kann."
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Kritik an den Zentralbanken
Für Jean-Pierre Denis zeigt die aktuelle Finanzkrise, "wie sehr das Streben nach Wohlstand uns alle, Reiche wie Arme, in enge gegenseitige Abhängigkeit bringt... Daraus hat man eine überraschende Lehre gezogen: Da wir alle voneinander abhängig sind, muss man keine Rahmen setzen und nichts mehr kontrollieren... Man übernimmt die kalte und klare Logik der Finanzmärkte... [Das] ermuntert dazu, Risiken einzugehen, die sich jederzeit als sehr kostspielig erweisen können. Die Gewissheit, dass die Zentralbanken bereit sind, irre Summen zu verbrennen, um die Unternehmen aufzufangen, wird zu neuen Verbrechen anstiften. Das hat seinen Preis: Bis heute liegt er bei 200 Milliarden Euro. Muss man sich da nicht insgeheim sagen, dass eine solche Summe hätte genutzt werden können, um einige Gebrechen unseres Planeten zu heilen?"
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Europa vor dem 50. Geburtstag
Jean-Pierre Denis erinnert daran, "dass unser Kontinent die Europäische Union erfunden hat, weil er tödlich verletzt war. Das war eine utopische Geste, ein unmöglicher Versuch, den Egoismus der Völker aus Eigeninteresse heraus zu überwinden. Europa ist ungeliebt geblieben. Bisher hat es Europa aber verstanden, sich mit kleinen Schritten, hinkenden Kompromissen und einer Politik der leeren Stühle auf misslungenen Gipfeln in die Zukunft hinein zu projizieren. Doch nun, da die Nationen - zum ersten Mal in der Geschichte - einen Teil ihrer Souveränität freiwillig abgeben, wurde dieser zögerliche Mut und die Mischung zwischen Unbeweglichkeit auf der einen Seite und großen Sprüngen auf der anderen Seite überstrapaziert. In einer gewissen Weise geht es Europa so gut, dass man das gar nicht mehr merkt. Da bleibt ihm nur die Möglichkeit, sich neuen Projekten zuzuwenden."
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