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Donskis, Leonidas


In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Blog Leonidas Donskis - Litauen | 12.03.2010

Leonidas Donskis über fehlende Begeisterung in Litauen

Am Donnerstag hat Litauen den 20. Jahrestag der Wiederherstellung seiner Unabhängigkeit gefeiert. Leonidas Donskis vergleicht in seinem Blog im Nachrichtenportal Delfi das neue und das alte Litauen: "Kein Zweifel, das Litauen von heute hat das Vorkriegslitauen auf vielen Ebenen überholt, ob nun hinsichtlich der Demokratie, der internationalen Anerkennung, des Niveaus von Wissenschaft und Medien, der Industrie oder der Bevölkerungszahl. Aber das Vorkriegslitauen hatte uns auch etwas voraus: seine Freude an Erfindungen und Kreativität, seinen Idealismus, seine Begeisterung und seinen Glauben daran, dass fleißige, gebildete und schöpferische Litauer früher oder später ihr Land an das Lebens- und Wissenschaftsniveau Westeuropas heranführen würden. Seit mittlerweile sieben Jahren erleben wir jedoch keine solche Freude mehr. ... 2003 griff nämlich Russland systematisch in unseren Präsidentschaftswahlkampf ein, kaufte Politiker und Medien und infiltrierte das Land mit Kreml-Propaganda."

Blog Leonidas Donskis - Litauen | 25.02.2010

Leonidas Donskis über Tibet als moralisches Dilemma

Beim Thema Tibet steckt die westliche Welt in einem Dilemma, schreibt Leonidas Donskis in seinem Blog auf dem litauischen Nachrichtenportal Delfi: "Tibet ist zu einer Quelle seltsamer politischer und moralischer Spannungen geworden. Kaum jemand glaubt wohl noch, dass dieses Land in der näheren Zukunft aus den Fesseln Chinas entlassen und selbstständig wird - obwohl gleichzeitig niemand weiß, welchen Weg China einschlagen wird. Alle ahnen jedoch, dass Tibet geopfert wird, wenn wir im Nichtstun verharren. Geht aber diese einmalige alte Kultur unter, bedeutet das für die ganze Welt einen moralischen Verlust. Die zivilisierte Politik hätte dann dem Faustrecht nachgegeben, und deshalb geht das Problem Tibet nicht nur die Tibeter an, sondern alle Völker und Politiker der Welt. … Sind wirtschaftliche Macht und technologisches Knowhow in der Welt von heute zu einem Freibrief geworden, im eigenen Land sowie gegen Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten nach eigenem Gutdünken vorzugehen? … Chinas Macht und Prestige wirken sich immer stärker auf unsere eigenen wirtschaftlichen Interessen aus und beeinflussen damit zunehmend das Verhalten und die Rhetorik unserer politischen Klasse."

Blog Leonidas Donskis - Litauen | 12.02.2010

Russland hat Propagandakrieg gewonnen

Der russische Bär hat gar kein so dünnes Fell, meint Leonidas Donskis in seinem Blog im Nachrichtenportal Delfi. Moskau mit Samthandschuhen anzufassen, weil es nicht weiter gekränkt werden dürfe, hält er für falsch: "Gestatten Sie mir die Frage, durch wen, wann und wie Russland erniedrigt worden sein soll? Etwa durch die von ihm und seinen kolonisierten Völkern zurückgewonnene Freiheit? Soll das die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen sein? Solche unsinnigen Behauptungen zeigen, mit welcher Leichtigkeit und wie meisterhaft Russland den Propagandakrieg gewonnen hat, indem es der westlichen Presse erfolgreich seine Terminologie und Interpretation politischer Begriffe übergestülpt hat. Der Westen will an der Modernisierung Russlands teilnehmen, vergisst aber, dass jedem Modernisierungsschub Russlands ein verlorener Krieg voranging: Schon Zar Peter I. begann seine Reformen erst nach der Niederlage gegen die Schweden bei Narva."

Balsas - Litauen | 09.06.2008

Fehlende Intellektuelle in Osteuropa

Das litauische Nachrichtenportal beklagt das Fehlen einer intellektuellen Schicht in Osteuropa: "In Litauen und anderen postsowjetischen Ländern galten Intellektuelle nicht als sonderlich beliebte soziale Kategorie, und allein das Wort hatte keinen angenehmen Klang. Da gebrauchten wir schon lieber den russischen Begriff 'Intelligenzia' oder 'Bildungsbürger'. Dabei aber wurde versäumt, eine litauische Elite heranzubilden, und die Helden von 1988-1992 sind in der Versenkung verschwunden. Woran liegt das? … Ein Grund ist, dass der öffentlich aktive Intellektuelle praktisch keine Möglichkeit hat, dort Einfluss geltend zu machen, wo niemand mehr Visionen hat, und darum wirkt er wie ein wandelnder Anachronismus, wenn er öffentlich für politische oder moralische Ideale kämpfen will, für die nur theoretische Debatten vorgesehen sind. Deshalb kann ein Intellektueller heute kaum etwas bewirken, wenn er nicht gerade beim Fernsehen arbeitet, vor allem in einem so stark auf visuelle Medien ausgerichteten Land wie Litauen."

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