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Fassin, Eric
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Eric Fassin über das Ende sexueller Ausnahmen in Frankreich
Die Vorwürfe wegen sexueller Verfehlungen Dominique Strauss-Kahns sind Frankreichs erster großer Sex-Skandal. Die Zeiten sind vorbei, in denen Künstler und Politiker unter dem Deckmantel der Privatsphäre einen moralischen Freifahrtschein hatten, analysiert der Soziologe Eric Fassin in der linksliberalen Tageszeitung Libération: "Die DSK-Affäre könnte das Ende der sexuellen Ausnahme markieren, und zwar im doppelten Sinne. Die Polanski-Affäre hat das bereits eingeläutet, oder besser gesagt die Kontroverse, die 2009 dadurch ausgelöst wurde, dass Kulturminister Frédéric Mitterrand ihn unterstützte. Das Problem war, dass beim Thema Sex eine Art kulturelle Ausnahme geltend gemacht wurde, speziell für Künstler. Das hat sich auch für Politiker geändert: Es gibt keine Immunität mehr. Zukünftig wird es also keine Sex-Ausnahmen mehr geben, in Frankreich ebenso wenig wie anderswo, auch nicht für die, die in der Öffentlichkeit stehen. ... Es geht hier sicherlich nicht darum, die Normalität gegen die 'Anormalität' in Stellung zu bringen oder gar die Moral gegen die 'Amoralität'. Allenfalls beruft man sich hier auf eine demokratische Regelung ohne Ausnahmen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Weltanschauung, » Kriminalität, » Gesellschaft, » Frankreich
Eric Fassin über den Sinn des Rechtsrucks in Frankreich
Den Rechtsruck in der französischen Migrationspolitik analysiert der französische Soziologe Eric Fassin in der linksliberalen Tageszeitung Libération: "Seit den 1980er Jahren leben wir in Frankreich unter dem Diktat der 'Toleranzgrenze'. Bei den Links- und Rechtsparteien hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass man sich mit dem 'Problem der Immigration' ernsthaft auseinandersetzen muss. Denn verdankte die [rechtsextreme Partei] Front National ihren wachsenden Zuspruch an den Urnen nicht dieser Thematik? Es ging sicherlich nicht darum, die Thesen der Rechtsextremisten anzunehmen, sondern eher darum, ihre Wählerschaft wiederzugewinnen, auf ähnliche Fragen neue Antworten zu liefern. Um die Verführung zur Ausländerfeindlichkeit zu bekämpfen, war es angemessen, jegliche Weltfremdheit zu vermeiden und Realismus walten zu lassen. Frankreich konnte nicht 'das gesamte Elend der Welt' empfangen. Es sei denn, das Land wäre bereit gewesen, an die Toleranzgrenze vor allem bei den unteren Volksschichten zu stoßen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Migration, » Frankreich
Rollenklischees im französischen Wahlkampf
Der französische Soziologe Eric Fassin glaubt, dass die sozialistische Präsidentschaftskandidatin mit der traditionellen Rollenzuschreibung für Frauen in der Politik zu kämpfen hat: "Noch einmal ließ sich beobachten, was den Erfolg von Ségolène Royal ausmacht: Sie ist kein Politiker wie die anderen, kein Mann, also auch kein durch und durch politisches Wesen. Ob man sie feiert wie am Anfang oder wie jetzt an ihr herumnörgelt, man braucht sich nichts vormachen: Diese Absolventin einer Elitehochschule, die eine lange politische Karriere hinter sich hat, verkörpert nicht mehr und nicht weniger als als jemand anderes die Zivilgesellschaft, und sie ist nicht mehr oder weniger professionell oder kompetent als andere. Sie steckt in einer Falle: Frauen werden ermutigt, sich hochzuarbeiten, indem sie ihre Weiblichkeit ausspielen, die sie den 'echten Menschen' näher bringen soll, um sie anschließend umso besser von der Macht fernhalten zu können. Das ist die List der sexistischen Vernunft, der Ségolène Royal ausgesetzt ist: Für die französischen Politikerinnen birgt der Erfolg zugleich das Risiko der Disqualifizierung."
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