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Fressoz, Françoise


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Les Echos - Frankreich | 15.06.2007

Die politische Zweiteilung Frankreichs

"Ohne das Ausmaß der blauen Welle vom kommenden Sonntag zu kennen, steht bereits eines fest: Die Nationalversammlung wird ab dem 26. Juni zweifarbig sein", meint Françoise Fressoz zwei Tage vor dem zweiten Wahlgang der französischen Parlamentswahlen. "Gleich im Anschluss an die Präsidentschaftswahlen dürfte die Herrschaft der konservativen UMP ungeteilt sein, während die Sozialisten sich freuen können, wenn sie die beiden Wahlen [Präsidentschafts- und Parlamentswahlen], die das Land seit Januar beschäftigen, überhaupt überleben.... Noch nie ist die Tendenz zur Zweiteilung des parlamentarischen Lebens so deutlich gewesen. Das ist eine Revolution im Land der 1000 Käse!... 2007 ist das Jahr, das zwei Typen von Ungleichgewicht hervorgebracht hat: die Vernichtung der kleinen Parteien durch die beiden großen sowie eine klare Übermacht der UMP gegenüber der PS. Für ein Land, das sich Vielfalt und Diskussion verpflichtet fühlt, kann das nur frustrierend sein."

Les Echos - Frankreich | 08.06.2007

Parlamentswahlen in Frankreich

Am 10. Juni findet der erste Wahlgang der französischen Parlamentswahlen statt, bei denen die Konservativen mit einer satten Mehrheit rechnen können. Françoise Fressoz überlegt, "dass das Parlament weder eine zu knappe noch eine zu große Mehrheit gebrauchen kann. Wenn die Zahl der UMP-Abgeordneten zunimmt, steigt auch die Frustration. Wenn einige Getreue mit Schlüsselposten belohnt werden (Vorsitz der Nationalversammlung, der Partei, in Kommissionen), wieviele Enttäuschte gibt es wohl, die ins Grübeln geraten und konspirieren könnten?... Aber das Schwierigste ist im Fall einer großen Mehrheit [für Sarkozy], seine eigene Truppe ideologisch im Griff zu haben. Je deutlicher ein Lager gewinnt, desto arroganter wird es und desto weniger ist es geneigt zu verstehen, dass ein Präsident der Vertreter aller Franzosen und nicht nur einer Mehrheit ist... Wir raten dem neuen Präsidenten: Die Mehrheit zu haben ist gut, aber bloß keine zu große!"

Les Echos - Frankreich | 10.04.2007

Endspurt im französischen Präsidentschaftswahlkampf

"In ihrem Bemühen, den Wählern zu gefallen, die immer mehr zwischen den Parteien 'zappen', gleichen die Wahlkämpfer inzwischen kopflosen Hühnern: Sie rennen nach links und nach rechts, äußern irgendetwas, schwenken die Fahnen und marschieren dann in eine ganz andere Richtung. Das ist alles nicht sehr überzeugend," schreibt Françoise Fressoz. "In dem offensichtlichen Durcheinander zeigen sich aber auch positive Signale. Vor allem werden die Probleme benannt, die der französische Gesellschaft zu schaffen machen: die Krise der nationalen Identität, die Probleme in den Vorstädten, die Unmöglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs. Man kann diese allgemeine Katharsis ironisch sehen, aber es ist besser, wenn sie im Wahlkampf stattfindet als an den Urnen. Ist die Diagnose erst einmal gestellt, ist es immer einfacher, ein Heilmittel zu finden."

Les Echos - Frankreich | 30.03.2007

Nationale Identität als Wahlkampfthema in Frankreich

Françoise Fressoz ist der Ansicht, dass die französische Debatte über nationale Identität "geradezu zwingend ist in einem Moment, in dem sich die Krise nicht nur auf eine, sondern zwei Identitäten erstreckt: die französische und die europäische. Frankreich scheint in der allgemeinen Weltunordnung nur eine ganz kleine Rolle zuzukommen. Die französischen Präsidentschaftskandidaten versuchen der französischen Seele zu schmeicheln, indem sie Themen wie Einwanderung ansprechen oder patriotische Lieder anstimmen – beides kommt in den Umfragen eher schlecht an. Sie werden nicht umhin kommen, deutlich zu machen, wohin sie das Land führen wollen. Und das ist ja auch Ziel einer solchen Wahl: über Frankreich zu reden, wie es sich innerhalb Europas und im Bezug zum Rest der Welt positioniert, seine Schwächen zu benennen, seine Vorzüge herauszuarbeiten, seine Verbündeten und seine Feinde zu identifizieren. Ist der Rahmen abgesteckt, wird es viel einfacher sein, mitzureißende Reden zu halten, in denen auch der französische Stolz angemessen gewürdigt wird."

Les Echos - Frankreich | 12.03.2007

Das Ende der Ära Chirac

Françoise Fressoz ist der Meinung, dass die Präsidentschaft Chiracs von "zwei politischen Katastrophen gekennzeichnet war: der glücklosen Auflösung der Nationalversammlung im Jahr 1997 und dem 'Nein' des Referendums zur EU-Verfassung, die beide das gleiche Problem ans Licht brachten. Jacques Chirac hat das europäische Abenteuer nicht vermitteln können. Am Sonntag hat er versucht, den Fehler wieder wettzumachen, als er feierlich erklärte: 'Es ist lebenswichtig, dass Europa gemeinsam handelt. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel.' Warum hat er das nicht früher gesagt? Das Paradoxe ist, dass es in der Geschichte unserer Republik kaum einen weltoffeneren Präsidenten gab. Sein hartnäckiger Widerstand gegen den Irakkrieg, der ihm heute mehr Bewunderung als Kritik einträgt, zeugt von seinem Willen, um jeden Preis einen Zusammenstoß der Kulturen zu vermeiden."

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