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Friedländer, Saul

Dr. Phil., né en 1932, professeur d'histoire émérite aux universités de Tel-Aviv/Israël et de Californie, Los Angeles/USA.


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Point - Frankreich | 21.02.2008

Saul Friedländer über eine komplexe Sicht des Holocaust

Der französisch-israelische Historiker Saul Friedländer erklärt im Interview mit François-Guillaume Lorrain, warum er es wichtig findet, den Opfern des Nationalsozialismus eine Stimme zu geben. Friedländers Buch "Die Jahre der Vernichtung" erscheint gerade in Frankreich. "Der deutsche Historiker Martin Broszat hat mir gegenüber behauptet, Juden könnten diese Epoche nicht historisch erfassen, weil sie dann zu einer 'mythischen' und zu wenig rationalen Geschichte würde. Mir scheint das beleidigend und falsch. Andere, wie der US-Historiker Raul Hilberg, konzentrieren sich auf die Zerstörung und stützen sich dabei nur auf deutsche Dokumente. Eine globale, integrierte Geschichtsschreibung muss die Mechanismen der Henker mit der Perspektive der Besiegten verflechten. Ihre Stimme fügt nicht nur Emotion hinzu. Man begreift, dass die Eliten zwar wussten, was gespielt wurde, die Opfer sich aber weigerten, es zu verstehen. Es gab offensichtlich eine psychologische Verweigerung, eine Ungläubigkeit. Der Horror war schon da, aber sie verfolgten weiter ihre Pläne. Das erklärt die berühmte 'Passivität'."

Le Monde - Frankreich | 08.01.2007

Saul Friedländer über die Einsamkeit der Gerechten

Der französisch-israelische Historiker Saul Friedländer stellt in einem Interview mit Nicolas Weill den Mangel an kollektiver Solidarität mit den Juden während des Zweiten Weltkriegs heraus. "Dass sich nicht tausende von Menschen gegen diese Verbrechen erhoben haben, wundert mich nicht. Klar ist, dass Angst und Schrecken herrschten, und dass man zuerst an sich selbst dachte. Doch dass es unter Geistlichen und Intellektuellen so wenig Widerspruch und Solidarität gegeben hat, das finde ich erstaunlich. Das zeigt, dass die Shoah ein globales Phänomen war. Gewiss, es hätte einen zündenden Funken gebraucht. Aber es hätte auch viel Brennholz und Strauchwerk gebraucht, damit das Feuer auch tatsächlich brennt. In ganz Europa hat es nicht eine Gruppe gegeben, keine einzige, die sich als solche mit den Juden solidarisch erklärt hätte. Natürlich gab es die Gerechten [Nicht-Juden, die verfolgte Juden gerettet haben]. Aber das waren einzelne Helden, nicht soziale Gruppen."

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