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Fukuyama, Francis


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Corriere della Sera - Italien | 17.07.2007

Francis Fukuyama über das Scheitern der Integration

Der amerikanische Politologe Francis Fukuyama sieht im Scheitern des multikulturellen Traums eine Gefahr für die Demokratie. "Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Europa ein starkes Bestreben, eine europäische Identität anzunehmen. Aber mit dem Nein zur Verfassung in Frankreich und den Niederlanden 2005 haben die Bürger den politischen Eliten gezeigt, dass sie nicht auf den Staat und die nationale Souveränität verzichten wollen... Im Unterschied zu den USA sind die nationalen Identitäten ethnisch geprägt. Die Mehrzahl der europäischen Länder tendiert dazu, den Multikulturalismus eher als einen Rahmen für die Koexistenz verschiedener Kulturen zu betrachten als als Mechanismus zur Integration von Neuankömmlingen in die dominante Kultur... Das Scheitern der Europäer bei der Integration der Muslime ist eine Zeitbombe, die schon jetzt zum Terrorismus beiträgt und den populistischen Gruppierungen Zulauf bescheren wird."

La Libre Belgique - Belgien | 23.04.2007

Francis Fukuyama über die EU am Ende der Geschichte

Mehrere europäische Tageszeitungen drucken heute einen Text von Francis Fukuyama, den der amerikanische Politologe ["Das Ende der Geschichte"] für Project Syndicate geschrieben hat. Fukuyama verteidigt sich darin gegen den Vorwurf, ein Ideologe der amerikanischen Außenpolitik zu sein. "Das Ende der Geschichte stand nie in einem Zusammenhang mit einem speziellen amerikanischen Modell sozialer oder politischer Organisation. In Anlehnung an Alexandre Kojève, dem russisch-französischen Philosophen, der mich zu meiner ursprünglichen These animierte, glaube ich, dass eher die Europäische Union dem entspricht, wie die Welt am Ende der Geschichte aussehen wird und weniger die Vereinigten Staaten von heute. Die Bemühungen der EU, Souveränität und traditionelle Machtpolitik durch die Schaffung grenzüberschreitender Rechtsstaatlichkeit zu überwinden, stehen eher im Einklang mit einer 'postgeschichtlichen' Welt als der fortgesetzte Glaube der Amerikaner an Gott, nationale Souveränität und ihr Militär."

Prospect - Großbritannien | 31.01.2007

Francis Fukuyuma über Identität und Einwanderung

Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama meint, dass die modernen, liberalen Gesellschaften "schwache kollektive Identitäten" anzubieten hätten - angesichts von Ultra-Rechten und religiösen Fundamentalisten, "Menschen, die sich sicher sind, wer sie sind". "Das Dilemma von Einwanderung und Identität entspricht letztendlich dem größeren Problem der postmodernen Wertelosigkeit. Die Verbreitung des Relativismus hat es dem postmodernen Menschen viel schwerer gemacht, positive Werte zu behaupten und gemeinsame Überzeugungen vorzuschlagen, wie er sie von Migranten als Voraussetzung für die Staatsbürgerschaft fordert. Die postmodernen Eliten, vor allem in Europa, fühlen, dass sie eine von Religion und Nation geprägte Identität hinter sich gelassen haben und auf einer höheren Ebene angekommen sind. Aber neben ihrem Lob der unendlichen Vielfalt und Toleranz finden es postmoderne Menschen schwierig, sich über das Wesen des guten Lebens zu einigen, das sie gemeinsam anstreben. Einwanderung fordert von uns besonders akut eine Diskussion über die Frage: 'Wer sind wir?'."

The Guardian - Großbritannien | 22.03.2006

Fukuyama über das Chaos im Irak

Der amerikanische Historiker Francis Fukuyama warnt, das Versagen der USA im Irak könne am Ende auf die Europäer zurückfallen, die gegen den Krieg waren. "Viele Gegner des Irakkriegs, in den USA und in Europa, empfanden kaum verborgene Schadenfreude über das sich im Irak entwickelnde Chaos... Es käme vielen gelegen, wenn Washington eine Niederlage erlitte, damit es in Zukunft solche Interventionen unterlässt. Aber man sollte mit solchen Wünschen vorsichtig sein. Es braut sich ein nationalistischer Backlash gegen die Politik zusammen, die in den Krieg führte. Und das wird sich darauf auswirken, wie die USA künftig mit Europa und dem Rest der Welt umgehen. Ob es einem nun passt oder nicht, die amerikanische Macht und das amerikanische Eingreifen sind notwendig, damit die Weltordnung gut funktioniert. Welche Rolle die USA nach Beendigung des Irak-Einsatzes spielen könnten, ist noch völlig unklar."

Die Welt - Deutschland | 27.02.2006

Fukuyamas Kritik an neokonservativer Weltmachtpolitik

In einem Interview mit Nathan Gardels von "Global Viewpoint", das die Zeitung druckt, rechnet der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama mit den Neokonservativen in seinem Land ab und plädiert für subtilere Politikansätze. "Die Neokonservativen haben, wie die Stalinisten früher sagten, einen 'Fetisch' aus dieser Macht gemacht. Sie haben nicht begriffen, dass das Ungleichgewicht der Mächte zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Beginn des Irak-Krieges zu ungeheuren Ressentiments führte und den Boden für Antiamerikanismus bereitet hatte... Von Afghanistan abgesehen, wird es in der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus in Zukunft nicht darum gehen, in andere Länder einzumarschieren. Die Auseinandersetzung wird sich um alles von Polizei- und Geheimdienstaktionen bis hin zum Umgang mit Kontroversen wie jener um die dänischen Mohammed-Karikaturen drehen. Es gibt eine komplizierte politische Dimension, in der es darum geht, die Sympathie für die Dschihadisten von normalen Moslems abzuschälen und die Anziehungskraft des radikalen Islamismus zu schwächen."

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