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Garelli, Franco
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Franco Garelli über unmoralische Moralprediger
Die Skandale wegen Kindesmissbrauchs in katholischen Einrichtungen mehrerer europäischer Länder rücken die Katholische Kirche in ein schlechtes Licht, weil sie ihre eigene Moral nicht respektiert, meint der Soziologe Franco Garelli in der liberalen Tageszeitung La Stampa: "Trotz der 'Null-Toleranz' von Benedikt XVI. gegenüber der Pädophilie des katholischen Klerus oder seiner Denunzierung des skrupellosen Karrieredenkens, das selbst die kirchlichen Kreise angesteckt hat, weht der antirömische Wind mit immer stärkerer Kraft. ... Auch die Kirche wird nicht von der Krise verschont, die heute alle Institutionen erfasst und die in der Lage ist, ihr altes Motto 'extra ecclesiam nulla salus' [außerhalb der Kirche kein Heil] zunichte zu machen. ... Alles in allem hat die Welt auf die erschütternden Nachrichten gesittet reagiert, und weder eine Partei noch eine 'parallele Kirche' scheint von der schweren Krise, die die katholische Kirche ereilt hat, profitieren zu wollen. … Warum erhebt sich der Vatikan zum Bollwerk einer moralischen Strenge, der er bereits in seinem eigenen Umfeld keinen Respekt verschaffen kann? Warum ist diese religiöse Institution nicht bereit, einige ihrer Regeln zu überdenken, die die Menschen unglücklich machen und viele Schäden verursachen?"
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Franco Garelli über die Trennung von Kirche und Staat
Am vergangenen Samstag hat Papst Benedikt XVI. in der italienischen Botschaft im Vatikan das Bibelzitat, man gebe Cäsar was Cäsar gebührt, benutzt, um auf die Trennung zwischen weltlicher und geistlicher Macht zu verweisen. In der liberalen italienischen Tageszeitung La Stampa kommentiert Franco Garelli: "Die Kirche gesteht, dass dem Christentum die Trennung zwischen Staat und Kirche zugrunde liegt, die Autonomie weltlicher und geistlicher Sphäre. ... Dahinter verbirgt sich nicht nur die Verweigerung des Christentums, in der weltlichen Gesellschaft Recht sprechen zu wollen, ... sondern auch die Idee, dass die Kirche nicht die Gesamtheit der Gesellschaft darstellt. Sie ist stattdessen eine distinguierte und freiwillige Gemeinschaft mit der Hauptaufgabe, die christliche Botschaft zu verkünden und zu verbreiten. Von daher der Aufruf, man gebe Gott, was Gott gebühre. Die Gläubigen sind aufgefordert, die Gesetze der Erde zu befolgen, aber mit Blick gen Himmel. Die Christen befinden sich zwischen dem Reich des Himmels und dem Reich der Erde; die Gesetze Cäsars akzeptieren sie unter der Bedingung, das Primat Gottes anzuerkennen. ... Warum aber sollte eine freie Kirche in einem freien Staat wie dem unsrigen einer privilegierten Aufmerksamkeit seitens der politischen Macht bedürfen? Besteht nicht die Gefahr, dass - jenseits der geltend gemachten Prinzipien - eine schleichende Verbindung zwischen Staat und Kirche entsteht, die letztere in ihrer Mission beeinflussen könnte?"
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Interreligiöser Dialog
Der Oberrabbiner von Rom hat am 13. März die Moschee von Rom besucht, eine der größten Moscheen Europas. Franco Garelli sieht in diesem ersten offiziellen Besuch ein Friedenszeichen. "Diese Geste des Oberrabbiners Riccardo Di Segni, der der ältesten und bedeutendsten jüdischen Gemeinde im Mittelmeerraum vorsteht, hat sehr große Bedeutung. Hinter den Worten des Rabbis, der Islamophobie mit Antisemitismus verglich, zeichnet sich die Vision eines gemeinsamen Weges zum Frieden von Juden und Muslimen ab, in Rom und in der ganzen Welt... Mit seinem Besuch hat sich Di Segni als Ansprechpartner für den italienischen Islam angeboten - und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem auch der Vatikan eine bedachte Haltung gegenüber der mittlerweile zweitwichtigsten Religion in Italien einnimmt."
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