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Gaserow, Vera


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Frankfurter Rundschau - Deutschland | 22.08.2008

Geteilter Kontinent

Laut einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung sind die Staaten Nordeuropas gut auf den Bevölkerungswandel und die demografischen Herausforderungen vorbereitet, im Gegensatz zu den Ländern Südosteuropas. Im Europa des Jahres 2050 werde eine unsichtbare Grenze den Kontinent in Gewinner und Verlierer des demografischen Wandels teilen. Angesichts dieser Entwicklungen plädiert die Frankfurter Rundschau für eine liberalere Zuwanderungspolitik: "Europa schrumpft. Ligurien vergreist. Ostdeutschland verwaist. So weit die pessimistische Deutung des Röntgenbilds, das das Berlin-Institut von Europa erstellt hat. Doch die düstere Diagnose lässt sich auch als positive Therapieempfehlung lesen: Gegen demografischen Wandel hilft mehr Bewegung. Physisch ist die Botschaft längst angekommen. Lautlose Migrationsströme fließen derzeit quer durch Europa. Die Völkerwanderung nach und innerhalb des Kontinents bringt zwar keine Lösung des demografischen Problems. Aber sie zeigt, Gewinner des Bevölkerungswandels werden nur diejenigen sein, die für Zuwanderer attraktiv sind und die das Kunststück meistern, die vielfältigen Gesichter der Migration zum eigenen Markenzeichen zu machen."

Frankfurter Rundschau - Deutschland | 02.03.2007

Merkel und der Klimaschutz

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Regierungserklärung abgegeben, bei der es unter anderem um Klimaschutz ging, der auch beim ersten EU-Gipfel unter deutschem EU-Ratsvorsitz am 8. und 9. März Hauptthema sein soll. Merkel ist dabei zu kurz gesprungen, meint Vera Gaserow. Sie habe "die Menschen weit außen vor gelassen. Sie hat ihnen weder erklärt, was die Politik ihnen ehrlicherweise abfordern müsste, um die Fieberkurve zu stoppen. Noch hat sie gesagt, was europäische Politik mehr tun müsste, als das, was ohnehin schon auf der Liste der Hausaufgaben steht. Gewiss, dass eine christdemokratische Regierungschefin das Hohelied auf die Windkraft singt und die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie predigt - man hört es gern... Man hört ja auch nichts Falsches in Merkels Worten. Nur eben zu wenig. Zu wenig Anspornendes, um die aktuelle Sensibilität zum alltäglichen Umdenken zu nutzen. Und zu wenig Wegweisendes, um als EU-Ratschefin nicht allein Schiedsrichterin zu sein im Ping-Pong von nationalen Klimaschutzblockierern. Wer Spielmacherin sein will, muss das auch öffentlich zeigen."

Frankfurter Rundschau - Deutschland | 10.01.2007

Der EU-Aktionsplan zur Energiepolitik

Vera Gaserow sieht in den Plänen der EU-Kommission, wieder stärker auf Atomenergie zu setzen, keine tragfähige Lösung für Europas vielschichtige Energiepropleme: "Die EU hat dabei altbekannte Kronzeugen im Gepäck: Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die russische Pipeline mag da für die Atomdiskussion willkommener Panikmacher sein. Doch das aktuelle Beispiel zeigt: Europas Energiepolitik muss sich gegen die Abhängigkeit von einem Rohstoff und einem Land schützen. Gegen potenzielle Erpressbarkeit hilft aber keine nationale Autarkiepolitik, wie sie einigen mit Blick auf die Atomkraft vorschwebt. Auch das dafür nötige Uran wächst schließlich nicht auf heimischen Kuhweiden. Nein, gegen die Abhängigkeit von Energielieferanten helfen nur ein breiter Energiemix, große Diversifizierung der Lieferstaaten und funktionierende Märkte, die darauf bauen können, dass Russland oder die arabischen Ölstaaten ihre politisch instrumentalisierten Schätze auch verkaufen wollen."

Frankfurter Rundschau - Deutschland | 09.08.2006

Sind die europäischen Kernkraftwerke sicher?

Vera Gaserow begrüßt, dass der deutsche Umweltminister nach dem schwedischen Störfall eine Sicherheitsüberprüfung der deutschen Atomkraftwerke angeordnet hat. "Mag sein, dass der Minister das bedrohliche Störfall-Szenario auch politisch taktisch nutzt in der auflebenden Debatte um die Renaissance der Atomkraft. Doch wenn er jetzt in Sachen AKW-Sicherheit klare Kante zeigt, erinnert er die Kernkraftbefürworter an ihre empfindlichste Schwachstelle. Beim Atomkonsens hatte die Regierung ein Stillhalteabkommen mit den Energiekonzernen geschlossen: ihr akzeptiert den langsamen Ausstieg, wir garantieren den ungestörten Betrieb der Kraftwerke. Fällige, aber teure Auflagen zur Nachrüstung wurden eher mit Samthandschuhen eingefordert oder in die Zukunft verschoben. Mittlerweile verabschieden sich die AKW-Betreiber von der Ausstiegsvereinbarung. Nach dem Beinahe-GAU könnte die Politik bei der Sicherheitsdebatte nun deutlich machen: auch wir können anders."

Frankfurter Rundschau - Deutschland | 24.03.2006

Unterschiedliche Standards für Einbürgerung

"Wie viel deutsch darf es denn sein?", fragt Vera Gaserow ironisch, da einzelne Bundesländer für die Einbürgerung von Ausländern unterschiedliche Anforderungen stellen. Hessen überlegt beispielsweise, sie 100 Fragen beantworten zu lassen. "Das Schaulaufen um die richtigen Standards bei der Einbürgerung trägt absurde Züge. Dabei kann keiner der wortführenden Politiker ernsthaft meinen, Einbürgerungstests im Länder-Alleingang seien eine sinnvolle Sache in einem Staat mit verfassungsrechtlich verbriefter Freizügigkeit... Die Staatsbürgerschaft gibt Rechte, Schutz, lebenslänglich. Anforderungen an die Anwärter sind deshalb legitim. Doch die haben wir längst. Es gibt bundesweite Vorgaben, wie unbescholten, wie demokratietreu, wie loyal, wie sprachkundig Einbürgerungswillige sein müssen."

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