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Glancey, Jonathan
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Britische Paranoia fordert zwei Todesopfer
Zwei kleine Mädchen wurden in Großbritannien von automatisch schließenden Toren zerquetscht, mit denen Wohnsiedlungen sich von der Außenwelt abschotten. Das Bedürfnis der Menschen sich zu schützen nimmt krankhafte Züge an, meint die linksliberale Tageszeitung The Guardian: "Paranoia scheint der Grund zu sein, dass wir unsere Straßen und Heime heute mit Toren verschließen. Doch je mehr wir uns von anderen abschotten, umso mehr breitet sich diese Paranoia aus und umso weniger fühlen wir uns als Teil des physischen Stoffes, aus dem unsere Städte und Großstädte sind. Es mutet seltsam an, die Nebenstraßen eines gesunden Stadtteils von London oder einer anderen wohlhabenden Stadt entlangzugehen und von Sicherheitsmännern dreist gemustert zu werden, die herausgeputzt sind wie im Comic im Stile von US-Polizisten und die eine abscheuliche neue Siedlung mit protzigen Häusern bewachen. ... Was ist mit uns geschehen? Wie kann diese Paranoia, diese kurzsichtige Stadtplanung und dieses Design den Tod zweier Mädchen wert sein? Es ist Zeit, dass wir unsere Tore öffnen und so unsere Furcht verscheuchen."
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Surrealistische Kunst und Architektur
In London eröffnet Ende März die Ausstellung "Surrealismus und Design". Jonathan Glancey nimmt das zum Anlass, nach surrealistischer Architektur zu suchen. "Man kann zwar von seltsamen, wirbeligen, verrückten Formen einer befreiten Architektur träumen, doch bei Tageslicht betrachtet ist es schon sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, solche Formen zu realisieren. Das hat die Surrealisten allerdings nicht davon abgehalten, es zu versuchen. Doch nur ein einziger Architekt, der in Rumänien geborene Frederick Kiesler, hat sich als Mitglied der surrealistischen Bewegung gesehen... Heute können wir mit Hilfe leistungsstarker Computer und Materialien, die Drehungen und Krümmungen ermöglichen, abenteuerlichere Gebäude bauen als je zuvor. Man schaue sich nur an, was Frank Gehry, Zaha Hadid und andere gebaut haben. Doch die Vorstellungskraft ist zunächst unabhängig von Materialien und Grenzen (und Möglichkeiten) neuer Technologien. Im Laufe der Jahrhunderte haben Architekten surreale Spielchen getrieben, die die der Surrealisten der Zwischenkriegszeit übertroffen haben."
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Londons Skyline
Der Architekturkritiker Jonathan Glancey widerspricht dem Schriftsteller Peter Achroyd, der die diesjährige Londoner Architektur Biennale (16.-25. Juni) leitet und behauptet: "Macht und Geld haben London so hässlich und unersättlich erfolgreich gemacht". Glancey entgegnet: "Ist London wirklich so hässlich? Zum Teil ist es sicher elegant, vielleicht sogar schön. Man denke an seine Parks, seine Plätze, die wie Gärten gestaltet sind, an seine Uferpromenaden, an Gebäude wie das Royal Naval Hospital in Greenwich, an die frisch renovierte chinesische Pagode in Kew Gardens oder den Westminister-Palast. Ackroyd aber sieht einen Großteil des riesigen Gesichts Londons von Falten und Warzen bedeckt. Es verstecke sich zunehmend hinter grellen Geschmacklosigkeiten: hinter protzigen Bürotürmen, hippen neuen Bars, Museen im Shopping-Mall-Stil, schicken Restaurants und glitzernden Läden."
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