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Gnauck, Gerhard


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Die Welt - Deutschland | 14.06.2011

Russen missbrauchen Gas-Monopol

Russland plant eine Zollunion mit der Ukraine, Belarus und Kasachstan. Das wird Moskau mit seinem Erdgasmonopolisten Gazprom für hegemoniale Bestrebungen ausnutzen, warnt die konservative Tageszeitung Die Welt: "Jährlich 20 Milliarden Kubikmeter Gas für die EU würde man gerne umleiten, von der Transitleitung durch die Ukraine hin zur Ostsee-Pipeline. Das würde dem Transitland schon einmal ein Fünftel der Transitgebühren entziehen, hunderte Millionen Dollar. Kiew ... verhandelt gerade mit Moskau über eine Senkung des Gaspreises. Gazproms Antwort: Preissenkungen nur bei einem Eintritt in die Zollunion. ... Mit der ersten öffentlichen Drohung, die Erdgasströme umzulenken, sind zwei Illusionen geplatzt. Die erste lautete, Russland habe gelernt, mit kleineren Nachbarn so pfleglich umzugehen, wie Deutschland es heute mit den seinen tut. Die zweite Illusion schien zeitweise noch glaubwürdiger als die erste: Neue Erdgasleitungen könnten rein rechnerisch nicht als Druckmittel missbraucht werden, weil die Nachfragesituation auf Jahrzehnte volle Leitungen garantiere."

Die Welt - Deutschland | 19.04.2007

Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine

Gerhard Gnauck weist darauf hin, dass die gemeinsame Ausrichtung der Fußball-EM ein wichtiger Verständigungsprozess zwischen der Ukraine und Polen ist: "Seit der 'Orangen Revolution' ist die Ukraine aus dem postsowjetischen Schattenreich herausgetreten: Der Eurovisionswettbewerb und schließlich die erste Fußball-WM-Teilnahme 2006 waren Meilensteine auf diesem Weg. Auch wenn der lange Marsch der Ukraine in die EU noch mindestens ein Jahrzehnt dauern dürfte und ein Nato-Beitritt derzeit unwahrscheinlich ist: Die Fußball-EM schlägt Brücken zum EU- und Nato-Mitglied Polen. Sie ist die Krönung einer Annäherung und Aussöhnung, welche schon die postkommunistischen Präsidenten Kwasniewski und Kutschma betrieben hatten... Die Nachbarschaft von 38 Millionen Polen und 48 Millionen Ukrainern war voller Konflikte und weist entfernt Parallelen zur deutsch-polnischen Nachbarschaft auf. In der Regel waren die Ukrainer, die fast nie einen eigenen Staat hatten, die schwächere Seite... Heute gibt es keinen ernstzunehmenden Grenzrevisionismus, doch auf beiden Seiten Vorurteile und in Polen Zehntausende ukrainischer Schwarzarbeiter. Doch es gibt auch das starke Gefühl einer Schicksalsgemeinschaft, die 2012 ihr wohl fröhlichstes Kapitel erleben wird."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 08.01.2007

Andrzej Stasiuk über Rumänien

Das alte Europa hat seinen Abenteuergeist verloren, sagt Andrzej Stasiuk im Interview mit Gerhard Gnauck. Deswegen habe es auch keine Ahnung davon, wie aufregend die neuen Länder Europas sind. Zum Beispiel Rumänien: "Eines der schönsten Länder Europas. Ich habe immer gesagt: eine Art Polen, nur noch wunderbarer. Eine höchst komplizierte Identität: eine romanische Sprache, direkter Erbe des klassischen Lateins, eingepfercht zwischen barbarische slawische Dialekte und die wilde Steppensprache der Magyaren. Der östlichste romanische Stamm und zugleich der einzige orthodoxen Glaubens. Über Jahrhunderte eine Beute der Türkei, Ungarns oder Russlands. Wie Polen ein 'Vorposten des Christentums', das heißt: ständig Feuerschein und Pferdegetrappel. Zugleich eine wunderbare Landschaft und Architektur. Die Karpatendörfer in der Maramures sind wie eine Sagrada Familia aus Holz, und das Donaudelta ist ein Naturwunder, europäische Tropen: Welse, so groß wie Haifische, und Schwärme von Pelikanen, die Pterodaktylen gleich über einer absolut archaischen Landschaft schweben. Ach, Rumänien ist so viel wert wie die Niederlande und Belgien zusammen."

Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | 14.07.2006

Düsteres polnisches Kino

"In keinem EU-Staat ist im letzten Jahr die Zahl der Kinobesucher so dramatisch zurückgegangen wie in Polen", stellt Gerhard Gnauck fest und wagt einen Ausblick. "2006 könnte ein sehr gutes Kinojahr werden... Es lohnt sich, in Polen die einheimische Produktion zu besichtigen, in der sich die Gesellschaft wie in einem (Zerr-)Spiegel betrachtet. Von zwei romantischen und etwas seichten, sehr beliebten Komödien abgesehen haben Polens Regisseure in den vergangenen Monaten düstere Filme hervorgebracht, für die das Etikett 'gesellschaftskritisch' noch verharmlosend wäre. 'Ode an die Freude' ('Oda do radosci'), dessen Titel ironisch die Hymne der EU zitiert, ist einer davon. Er ist das Gemeinschaftswerk dreier Studenten der berühmten Filmhochschule in Lodz. Anna Kazejak-Dawid, Jan Komasa und Maciej Migas (Jahrgänge 1976-1981) haben je eine Novelle beigesteuert: über das Leben je eines jungen Menschen im tristen Kohlerevier Oberschlesiens, im sozial zerklüfteten Warschau und an der langweiligen Ostseeküste."

Die Welt - Deutschland | 02.03.2006

Pressefreiheit I: Spitzelskandal

Gerhard Gnauck kritisiert die Rolle der Kaczynski-Regierung in der Debatte um Pressefreiheit. "Es ist unklug, sich schon zu Beginn mit allen möglichen gesellschaftlichen Kräften zu überwerfen. Doch so ist ihre Denkweise: Wer ihre Vorschläge nicht unterstützt, hinter dem stehen finstere Mächte." Das zeige der Spitzelskandal um die Rzeczpospolita, über den unter anderem die "Newsweek Polska" aktuell berichtet: "Anna Marszalek und Bertold Kittel von der 'Rzeczpospolita', zwei der angesehensten investigativen Journalisten des Landes, wurden acht Monate lang unter die Lupe genommen... Zahllose Personen wurden verhört, auch die Verbindungsnachweise der Telefone der Journalisten überprüft... Kurz darauf wurde Minister Kaczynski entlassen und die Ermittlungen eingestellt." Die Bespitzelung hatte damals keinen Hinweis auf mögliche Auftraggeber geliefert. Dennoch betonte Jaroslaw Kaczynski, Bruder des Präsidenten und Chef der Regierungspartei jetzt, es gebe in Polen keine wirklich freien Medien. Die Medien seien von "Auftraggebern und Eigentümern" abhängig.

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