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Gospodinow, Georgi


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Dnevnik - Bulgarien | 03.07.2009

Auch Metaphern müssen ästhetisch sein

Im bulgarischen Fernsehen läuft derzeit ein Werbespot der sozialistischen Partei zu den Parlamentswahlen an diesem Wochenende. Darin werden vor dem Hintergrund des Bildes zweier konservativer Politiker mehrere Gegenstände mit einer Axt zerhackt. Die Tageszeitung Dnevnik kommentiert den Werbespot kritisch: "Stellen Sie sich die Ästhetik jedes einzelnen Bildes vor. Wie ein Flugzeug mit der Axt zerhackt wird, wie ein Atomkraftwerk, wie eine Rente. Das ist eine Metapher, wird jemand von der Propagandaabteilung entgegnen. Ja, gewiss, aber auch Metaphern müssen ästhetisch und angemessen sein. Sonst wird es beängstigend. Eine hackende Axt zur besten Sendezeit des Nationalfernsehens kann vieles vermitteln, was man zunächst nicht ahnt. Besonders in einem Staat, in dem die Morde mit der Axt strikt zur dunklen Geschichte gehören. Erst vor drei Monaten ist ein 15-jähriger Jugendlicher auf diese Weise von einem 19-Jährigen geschlachtet worden."

Dnevnik - Bulgarien | 25.04.2008

Georgi Gospodinow beklagt das bulgarische Schweigen zu 1968

In Paris und Berlin erinnert man ausführlich an das Jahr 1968, in Bulgarien dagegen herrscht Schweigen - abgesehen von einer rein akademischen Debatte. Georgi Gospodinow findet das schade: "Auch damals wurde hierzulande über die Ereignisse von 1968 geschwiegen. Dafür eine Erklärung zu finden, ist einfach. Gerade das Schweigen muss aber analysiert werden. Das bulgarische 1968 war ein Anti-Ereignis. Ich meine das in der tieferen Bedeutung des Worts Ereignis als Unterbrechung, als Störung der etablierten Ordnung, des gewöhnlichen Laufs der Dinge. Die echten, nicht vorhersehbaren Ereignisse 1956, 1968 und 1980 in Mittel- und Osteuropa haben das gesellschaftliche System untergraben und bedroht. Angesichts der ungarischen, tschechischen und polnischen Ereignisse ist der bulgarische Fall eine traurige Ausnahme... Doch ich bestehe darauf, dass das Nicht-Ereignis im menschlichen wie auch im gesellschaftlichen Sinne eine wichtige Rolle spielt. Auch das Nicht-Ereignis hat Konsequenzen für die Zukunft."

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