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Gottesman, Krzysztof
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Die Geheimdienst-Vergangenheit von Ryszard Kapuscinski
Das Wochenmagazin Newsweek Polska hat aufgedeckt, dass der im Januar gestorbene Schriftsteller und Journalist Ryszard Kapuscinski in den 60er und 70er Jahren für den kommunistischen polnischen Geheimdienst Berichte geschrieben hat. Den vom Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) aufbewahrten Akten zufolge habe Kapuscinski jedoch niemandem geschadet, als er während seiner Zeit als Auslandskorrespondent mit dem Geheimdienst zusammengearbeitet hat. Krzysztof Gottesman kritisiert vor allem das Schweigen Kapuscinskis. "Die Zusammenarbeit eines Journalisten mit den Sicherheitsdiensten kann - vor allem in undemokratischen Staaten - nie eine Tugend sein. In der Volksrepublik Polen war sie, wenn sie nicht aus ideologischen Gründen aufgenommen wurde, eine Folge von Erpressung, Schwäche, dem Drang, Karriere zu machen, Konformismus und einem historischen und politischen Fatalismus. So war es sicher auch bei Kapuscinski... Man kann nur bedauern, dass er sich in über zehn Jahren im freien Polen nicht entschlossen hat, darüber zu sprechen und von seinen Motiven zu erzählen."
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Günter Grass war in der Waffen-SS
Krzysztof Gottesmann sieht Parallelen zwischen Günter Grass und den ehemaligen Mitarbeitern der polnischen Staatssicherheit: die Aufarbeitung der Geschichte sei beiderseits der Oder schwierig: "Die Polen und die Deutschen haben die zwei größten Kataklysmen des 20. Jahrhunderts erlebt: den Kommunismus und den Nationalsozialismus... Bis heute kommen die einen wie die anderen damit nicht klar. Das Aufarbeiten der dunklen Seiten der Geschichte, der eigenen Schande, der persönlichen Schuld und Unterlassungen, der Verwicklungen der einzelnen Menschen ist ein wichtiger Teil der nationalen Abrechnung... Grass, das Gewissen vieler Deutscher, brauchte über 60 Jahre, um über seine Vergangenheit zu sprechen. Aber auch um ein Geständnis abzulegen und die Verantwortung zu übernehmen. Hat seine Glaubwürdigkeit darunter gelitten? Mit Sicherheit ja. Man kann das Werk eines Künstlers nicht von seinem Schöpfer und dessen Leben trennen."
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Besorgnis über Polens neue Regierung
Die Zeitung warnt, man dürfe die Wähler von Samoobrona-Chef Andrzej Lepper und der Liga der Polnischen Familien (LPR) nicht verachten, wie das bei einer Demonstration von Anhängern der Liberalen Demokratischen Partei am Freitag der Fall gewesen sei. Sie hatten die bäuerliche Herkunft Leppers aufs Korn genommen und waren unter anderem mit Stroh in den Schuhen gekommen. "Man muss die Aktivitäten und Ansichten von Andrzej Lepper (Samoobrona) und Roman Giertych (Liga Polnischer Familien) nicht mögen. Man darf jedoch die Menschen nicht verachten, die sie unterstützen. Sie wurden in der Vergangenheit enttäuscht und haben sich von der 'Demokratischen Union' und der 'Freiheitsunion' abgewandt. Sie verstehen keinen Spass. Man darf sie nicht verspotten, nicht nur, weil das kleingeistig und unhöflich ist,... sondern vor allem, weil es für Polen schädlich ist. Denn es vergrößert die Reihen der Populisten."
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Jaruzelski unter Anklage
Gleich zweimal wird der ehemalige Präsident Polens, General Wojciech Jaruzelski, der 1981 das Kriegsrecht verhängte, von der Vergangenheit eingeholt. Denn das Institut des nationalen Gedenkens IPN will Jaruzelski wegen der Verhängung des Kriegsrechts vor Gericht bringen. Gleichzeitig ließ der jetzige (antikommunistische) Präsident Lech Kaczynski bekannt geben, er habe Jaruzelski nur "aus Versehen" das "Kreuz für die nach Sibirien Verschleppten" verliehen – worauf Jaruzelski die Auszeichnung prompt zurück gab. Krzysztof Gottesmann kommentiert: "Die politische Bühne verlässt Jaruzelski als Verlierer. Die Begründung für die Auszeichnung mit dem umstrittenen 'Kreuz der nach Sibirien Verschleppten' lautet: Ehrung für das Martyrium und die Treue zu den Idealen der Freiheit und Unabhängigkeit. Jaruzelski hat zweifelsohne in Sibirien gelitten und dort seinen Vater verloren. Für eine Prüfung in Sachen Freiheit und Unabhängigkeit kann man ihn aber nicht auszeichnen."
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Jaroslaw Kaczynskis "Krieg gegen die Medien"
Der Streit zwischen der neuen Regierung und der Rzeczpospolita geht in die nächste Runde. Krzysztof Gottesmann reagiert scharf auf Äußerungen von Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), der am 3. März gesagt hatte, die Freiheit des Wortes befände sich in Besitz einer Handvoll Herausgeber und Eigentümer von Medienhäusern. Gottesmann wirft ihm nun vor, einen "Krieg gegen die Medien" angezettelt zu haben. Außerdem mache er sich der "Sünde des Vergessens" schuldig. "Gerade die Medien - darunter die Rzeczpospolita - haben die Gesellschaft auf Korruption, Machtmissbrauch und die Allgegenwart von Geheimdiensten hingewiesen. Gerade Medien haben so den Brüdern Kaczynski den Weg an die Macht geebnet. Sie haben das aber nicht getan, um am politischen Sieg teilzuhaben, sondern um des öffentlichen Interesses willen. Deshalb können wir mit dem, was Jaroslaw Kaczynski heute sagt und tut, nicht einverstanden sein. Das ist nicht der Weg zu einem demokratischen Polen."
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