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Grosser, Alfred
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Nicolas Sarkozy - Frankreichs neuer Präsident
Der französische Politologe Alfred Grosser befürchtet, der neue Präsident Nicolas Sarkozy könne noch mehr Macht bekommen, als Jacques Chirac hatte - nämlich wenn seine Partei die Parlamentswahlen im Juni gewinnt. "Sarkozy sagt zwar, dass er einen unparteiischen Staat möchte. Doch wäre er der Präsident einer Republik, in der alle jene, die ihm zu Diensten waren, die führenden Posten in der Polizei und der Verwaltung bekämen... Wenn Sarkozy sagt, der Präsident werde eine größere Rolle spielen, so ist das doch schon längst der Fall, auch wenn das Gegenteil in der Verfassung steht. Danach hat der Präsident eigentlich wenig Macht, was sich in einer Kohabitation zeigt. Denn dann hat der Premierminister freie Hand in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, wie das 1997 bis 2002 zwischen Chirac und Lionel Jospin der Fall war. Sobald aber der Präsident auch die parlamentarische Mehrheit besitzt, ist er wirklich allmächtig."
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Alle verfügbaren Texte von » Jochen Hehn
Vom Umgang mit der Geschichte - Europa und die Türkei
Alfred Grosser verteidigt die Forderung von Jacques Chirac, die Türkei müsse vor einem EU-Beitritt den Genozid an den Armeniern 1915/16 anerkennen: "Hier kann man zu Recht auf Deutschland verweisen. Die Bürden der Vergangenheit implizieren in keiner Weise eine Schuld in der Gegenwart. Die Gegenwart ist vielmehr geläutert durch die Anerkennung vergangener Grausamkeiten, die in einer anderen Zeit durch ein anderes Regime begangen wurden... Der kritische Blick auf die Vergangenheit einer Gemeinschaft erhebt sie moralisch. Die Türkei lehnt nicht als Einzige diese Feststellung ab, doch sie ist das einzige große Land, das um Aufnahme in die Europäische Union bittet. Die EU sollte deshalb ihrerseits anerkennen, dass sie mindestens so sehr auf eine Moral gegründet ist wie auf ökonomische Vorteile."
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Alfred Grosser über deutsche Selbstzensur
"Die beiden jüdischen Autoren Eva Menasse und Michael Kumpfmüller haben in einem kürzlich erschienen Artikel zu Recht festgestellt, dass die deutschen Medien dem Nahen Osten weniger Platz einräumen, weil sie so viel über Günter Grass schreiben", berichtet der Politologe Alfred Grosser. "Sie schließen daraus, dass Deutschland dabei ist, seine Solidarität mit Israel, die ihm von der Vergangenheit aufgezwungen ist, zu vernachlässigen. Aber es ist auch ein ganz anderer Schluss möglich: Weil Deutschland durch die ständige Erinnerung an die Shoah eingeschüchtert ist, hat es jahrelang unterlassen, die Erniedrigten und Verachteten, also die Bewohner des Gaza-Streifens und der 'besetzten Gebiete', zu verteidigen... Auch wenn es Einschüchterung, Zensur und Selbstzensur auch in Frankreich gibt, so ändert das nichts an der Feststellung: Im Namen einer Geschichte, die es zu überwinden gilt, sind die Deutschen inständig gebeten, parteiisch zu sein. Das ist eine der Schwierigkeiten beim Festlegen einer Doktrin für eine Militärpräsenz im Libanon."
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