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Guerrin, Michel


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Monde - Frankreich | 26.04.2008

Debatte über Fotos aus dem besetzten Paris

Eine Ausstellung mit Farbfotografien aus Paris zur Zeit der deutschen Besatzung hat in Frankreich eine Debatte über Fotos als historische Quelle ausgelöst. Michel Guerrin schreibt: "Das Publikum soll 'schöne' Bilder eines glücklichen Paris entdecken und wird dabei nicht wirklich darüber informiert, dass der Fotograf André Zucca für die französische Ausgabe des Nazi-Magazins 'Signal' arbeitete... Es ist nicht möglich, angesichts dieser Bilder neutral oder passiv zu bleiben, denn sie sind es selbst nicht. Bei André Zucca kommt das unverhohlen zum Ausdruck. Die Verantwortlichen dieser Ausstellung machen es sich leicht, wenn sie sagen, diese Fotografien seien niemals veröffentlicht worden und deshalb müsse man die Zeitschrift 'Signal' auch nicht ausstellen... Aber die Entscheidung für die reine Bildbetrachtung war ein großer Irrtum. Die Aufnahmen sind ohne aussagekräftige Legenden nach Stadtvierteln geordnet, als handele es sich dabei um Fotos von Doisneau aus der glücklichen Nachkriegszeit... Die Haltung der Organisatoren gegenüber diesem Zucca in Farbe ist typisch für diejenigen, die auf Fotografien nur die schönen und eingefrorenen Formen sehen. Dabei ist die Fotografie gerade wegen ihrer befremdlichen Beziehung zum Realen so gefährlich wie eine Handgranate, die jeden Augenblick explodieren kann."

Le Monde - Frankreich | 28.03.2006

Dokumentarfilme klagen an

Einige Fakten aus dem erfolgreichen Dokumentarfilm "Darwins Albtraum" werden mittlerweile angezweifelt, dem österreichischen Regisseur Hubert Sauper wird vorgeworfen, die Wirklichkeit manipuliert zu haben. "Natürlich ist das Thema verlockend: zeigen, wie der Westen von der Ausbeutung des Viktoria-Barsches aus dem tansanischen Viktoriasee profitiert und wie die Region, in der der Film gedreht wurde, alles verliert", schreiben Michel Guerrin und Jacques Mandelbaum. "'Darwins Albtraum' ist Teil einer Kino-Welle mit Filmen, die sich um aktuelle Themen drehen, die in die Weltwirtschaftspolitik eintauchen, die bestehende Machtstrukturen aufbrechen wollen... Die Autoren bewegen sich auf journalistischem Terrain - mit anderen Waffen. Und sie gehen so weit, Anklage zu erheben im Namen einer eindeutigen Überzeugung. Aber man sieht wie zweifelhaft es ist, solche Themen ins Kino zu bringen."

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