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Guetta, Bernard
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Bernard Guetta über die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie
Mit einer eindeutigen Mehrheit hat der französischen Senat am Dienstag für das Burka-Verbot gestimmt, trotz Bedenken, ob das einer Demokratie ansteht. Inwieweit der Islam mit der Demokratie vereinbar ist, untersucht der Journalist Bernard Guetta in der linksliberalen Tageszeitung Libération: "Viele Menschen denken, das Problem mit dem Islam wäre, dass diese Religion nicht mit der Demokratie zu vereinbaren ist. Selbst Muslime gehen so weit, das zu denken. Aber das ist nur ein seltsamer Kniefall vor den heiligen Texten. ... Wenn die muslimischen Länder rund um das Mittelmeer Demokratie heute ignorieren - mit der Türkei als einziger Ausnahme - hängt das nicht mit dem Koran zusammen sondern mit ihrer Geschichte. ... Zur Zeit ihrer Unabhängigkeit hat die islamische Welt so viele Ressourcen verschwendet und so oft die Freiheit verspottet, so viele Ungerechtigkeiten begangen und die Reihen der Demokraten so stark dezimiert, dass nur Diktaturen und Islamismus übrig geblieben sind. Die einen versuchen auf die algerische oder saudische Art fortzubestehen und sich weiter zu bereichern, während die anderen den Weg der historischen Rache durch eine identitätsstiftende Rückkehr zur Religion suchen. Beide führen in die Sackgasse des Status quo, der andauernden Armut und der polizeilichen oder terroristischen Gewalt."
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Bernard Guetta über das abwendbare Ende der EU
Die Europäische Union droht in ihrer jetzigen Form zu scheitern, meint Bernard Guetta in der Tageszeitung Libération. Ihr fehlen politische Einheit und demokratische Regeln: "Die EU kann sich schon morgen auflösen. ... Sie könnte sehr schnell als verpasste Gelegenheit in die Geschichte eingehen. Die EU ist am stärksten davon bedroht, dass ihre Völker ihr nicht mehr folgen können. Auf der rechten wie auf der linken Seite versteht die öffentliche Meinung dieses Ding nicht mehr, von dem niemand weiß, wer es führt. Der Apparat ist kompliziert, funktioniert schlecht und die europäischen Bürger haben zu Recht das Gefühl, seine Entscheidungen nicht kontrollieren und es nicht mit ihren Wählerstimmen bestrafen zu können. Heute vereint die EU zu viele Länder, die sich in ihrem Entwicklungsstand und ihren politischen Kulturen zu stark unterscheiden, als dass eine Zukunftsplanung möglich wäre. ... Man muss sich anstrengen, diese schöpferische Utopie zu retten, indem man die europäische Demokratie neu organisiert. Bei den Europawahlen müssten sich die europäischen Parteien über wirkliche Programme auseinandersetzen. Der Gewinner müsste seinen Kandidaten als Kommissionspräsidenten durchsetzen können. Die EU-Kommission würde dann zur Regierung ... einer politischen Union Europas."
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Russland erhöht den Druck auf Georgien
"Um zu verhindern, dass die Ukraine und Georgien in die Nato aufgenommen werden, droht Russland damit, ihren Zerfall zu fördern. Das wäre eine schlimme Krise in Europa, die aber vermeidbar ist", schreibt Bernard Guetta. "Es eilt, denn am 17. April hat sich bereits eine Schraube gelöst, als Russland bekannt gab, es wolle mit den 'Autoritäten' in Abchasien und Südossetien kooperieren - in den abtrünnigen Regionen Georgiens. Das war ein Wink an den Westen... Der Kreml fühlt sich noch stärker, weil ihm der Westen mit dem Kosovo einen Präzedenzfall liefert... Man muss die Streitpunkte auf beiden Seiten überwinden, diese Reminiszenzen an ein vergangenes Jahrhundert. Eine gute Art, das zu tun, wäre, sich auf eine Neutralität der Ukraine und Georgiens zu einigen."
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Nato-Erweiterung um Georgien und die Ukraine?
Georgien und die Ukaine wollen in die Nato, doch Russland ist dagegen. Zwei Wochen vor dem nächsten Nato-Gipfel in Bukarest schlägt Bernard Guetta vor: "Statt lange zu überlegen, könnte man das Problem umgehen, indem man Russland die Neutralität seiner ehemaligen georgischen, ukrainischen und moldawischen Besitztümer anböte und im Gegenzug ein Stabilisierungs- und Kooperationsabkommen für den ganzen Kontinent bekäme... Die EU, die USA und Russland haben heute übereinstimmende wirtschaftliche und politische Interessen. Wenn es ihnen gelänge, diese Gemeinsamkeit in Vertrauen umzuwandeln, das die Grundlage des allseitigen Respekts für die vollkommene Neutralität Georgiens, der Ukraine und Moldawiens wäre, dann ginge es allen Beteiligten besser und der ganzen Welt auch. Man muss den Weg zur Finnlandisierung dieser Länder frei machen."
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Europas neues Gewicht in Nahost
Bernard Guetta sieht in der Nahostkrise eine "Chance zur Rückkehr" der EU. "Man hatte die EU schon für tot erklärt, oder zumindest für unfähig, in nächster Zeit wieder aufzustehen. Es sah so aus, als sei die EU mit ihrer institutionellen Krise und ihren unzähligen Differenzen nur noch ein verlorener Traum. Doch nun steht sie plötzlich als Rückgrat der Interventionsgruppe im Südlibanon da und nimmt eine Rolle ein, die niemand außer ihr einnehmen konnte oder wollte... Was bedeutet das? Erstens: Eine einzige Supermacht ist nicht genug. Man braucht mindestens zwei, eigentlich mehr, aber mindestens zwei, um dieses Jahrhundert zu bewältigen. Und nur Europa ist nah genug an Amerika dran und dennoch anders. Die zweite Schlussfolgerung ist, dass die Union diese Gelegenheit, zu einem Weltakteur aufzusteigen, vergeben wird, wenn sie die jetzige Situation nicht nutzt, um ihre Militär-Kapazitäten auszubauen."
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