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Gutiérrez, Ricardo
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Belgien muss seine Muslime schützen
Bei einem Brandanschlag auf die größte schiitische Moschee in Brüssel am Montagabend wurde ein schiitischer Imam getötet. Der mutmaßliche Täter ist ein Sunnit aus Marokko. Die belgische Regierung muss ihre muslimischen Bürger vor Stimmungsmache im Ausland beschützen, fordert die linksliberale Tageszeitung Le Soir: "Die gegenseitigen Aufrufe, Ruhe zu bewahren, die die verschiedenen Gruppierungen der muslimischen Gemeinschaft aneinander richten, befreien den Staat nicht davon, diejenigen zur Ordnung zu rufen, die solche Spannungen erzeugen. Egal, ob es um Salafisten oder Diplomaten 'befreundeter Länder' geht. Daher bleibt es beunruhigend, dass die Streitigkeiten in der [von der Regierung anerkannten Vertretung der] Exekutive der Muslime Belgiens nicht behandelt werden. ... Die 600.000 muslimischen Bürger Belgiens verdienen etwas Besseres als ein 'Repräsentativ-Organ', das unter Kontrolle der diplomatischen Vertretungen Marokkos und der Türkei steht. Wenn sich unsere Regierenden mit diesem Islam von oben abfinden, müssen sie auch das Abgleiten in den Hass hinnehmen."
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Pädophiler Ex-Bischof ist widerlich
Der belgische Ex-Bischof Roger Vangheluwe, der wegen Missbrauchs eines Neffen im vergangenen Jahr zurückgetreten und vom Vatikan in eine andere Kirchengemeinde versetzt worden war, hat am vergangenen Donnerstag in einem Fernsehinterview den Missbrauch eines zweiten Neffen gestanden. Danach hat er sich abgesetzt und hält sich nun in einem französischen Kloster auf. Die Tageszeitung Le Soir reagiert empört auf das Geständnis des Bischofs: "Indem er öffentlich ... zugegeben hat, einen zweiten Neffen missbraucht zu haben, hat Roger Vangheluwe auch eine unverzeihliche Lüge durch Unterlassung zugegeben: Das Opfer, über das er vor einem Jahr nicht gesprochen hatte, musste nun eine anrüchige und verletzende Offenbarung erleben. Und dies vor laufender Kamera. Fassen wir zusammen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben: Hier geht es um einen pädophilen Priester, der geständig ist. Der sein Amt verrät. Der lügt. Der seine Verbrechen banalisiert. Der seine Opfer in den Schmutz zieht. Der seine Familie zerstört. Der die Justiz des Vatikans lächerlich macht. Und der ein ganzes Königreich anwidert."
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Belgische Justiz versteckt sich hinter Formalismus
Die Tageszeitung Le Soir kritisiert die belgische Justiz, die nach vier Prozessjahren im Streit über das Tragen von Kopftüchern in Schulen das Verfahren wegen formeller Details zurückgewiesen hat: "Wenn man sich ansieht, wie das höchste Gericht die Grundsatzdebatte umgeht, beginnt man, am Ideal, das es verkörpert, zu zweifeln: am Konzept des Rechtsstaats, der jedem Bürger richterlichen Schutz gegen rechtswidrige Handlungen der Behörden zusichert [nachdem das Kopftuch in einigen Schulen verboten wurde]. Dabei ist die Angelegenheit simpel. Entweder es gibt in Belgien eine Rechtslage, die eine Schule ermächtigt, Regeln zu verabschieden, die religiöse oder philosophische Zeichen verbieten, oder es gibt sie nicht. Man erwartet jedenfalls von den verantwortlichen Richtern, dass sie nicht hinter einem exzessiven Formalismus Zuflucht suchen. Sie sollen die derzeitige Rechtslage darlegen. Selbst wenn dies erfordert, den Gesetzgeber auf seine eigenen Verantwortlichkeiten zu verweisen. Und die bestehen darin, die Gesetze und Dekrete zu verabschieden, die das Zusammenleben in unseren Schulen bestimmen."
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Kein Verfassungsprinzip widerspricht dem Schleiertragen
Die belgische Tageszeitung Le Soir ist der Meinung, dass man religiöse Zeichen in der Öffentlichkeit nicht verbieten darf. "Man spricht nur noch von ihm [dem Schleier] in all seinen Varianten: der Stammesburka, welche der Präsident Sarkozy in Frankreich verbieten will oder dem Hidschab, den der [belgische] Parlamentsabgeordnete Denis Ducarme aus unseren Parlamenten hätte verbannen wollen und der ab dem Schulanfang im September aus dem königlichen Gymnasium von Anvers verbannt wird. ... Weise? Die Texte zeigen den Weg der Weisheit auf. Nichts in unseren Verfassungsprinzipien, unseren Gesetzen und Regelungen widerspricht dem Tragen eines Schleiers, einer Kippa, eines Turbans, eines Kruzifixes oder einer laizistischen Fackel durch eine vom Volk gewählte Person in einem Parlament. Der Stadt- oder Provinzrat, der Abgeordnete oder der Senator sind durch keinerlei Neutralitätspflicht gebunden. Die Tatsache, dass sie ihre Überzeugungen zeigen, beweist vielmehr eine gesunde Kohärenz und eine heilsame Transparenz."
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Versammlung der belgischen Muslime
Ricardo Gutiérrez freut sich, dass es dieses Wochenende eine Versammlung von 5.000 Muslimen im Brüsseler Messepark geben wird, um über den Islam und die Laizität zu reden. "Zu lange diskriminiert, zu lange ins Abseits gedrängt, auf ihre Konfession reduziert... Die belgischen 'Muslime' hoffen darauf, sich von solchen Vorstellungen zu freien. Sie fordern lautstark den Rang eines vollständigen Bürgers. Sie möchten an der laizistischen Gesellschaft teilnehmen, deren Grundwerte sie teilen... Dieses unkonventionelle und laizististische Engagement – in dem Sinne, dass es gerade nicht durch eine exklusive religiöse, normative und Zwang ausübende Identität abgrenzt – trägt enorm dazu bei, dass sich die belgische Gesellschaft nun tatsächlich von der Vielfalt überzeugen kann, die sie dadurch gewinnt."
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