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Hartwig, Ina


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Frankfurter Rundschau - Deutschland | 12.12.2006

Die deutsche Literatur verharrt im Mittelstand und Mittelmaß

Deutsche Gegenwartsautoren trauen sich thematisch weder an "die neue Armut" noch an die "massive Wiederkehr des Reichtums" heran, kritisiert Ina Hartwig. "Dr. Freuds Theorie über den analen Charakter des Geldes braucht gar nicht bemüht zu werden. Man sieht auch so, dass deutsche Kulturbürger dem Reichtum grundsätzlich misstrauen. Die Kahlschlagsästhetik des Nachkriegs hat offenbar stilprägend gewirkt. Eine Literatur aber, die sich in karg-melancholischen Berliner Altbauwohnungen abschottet, ist inzwischen langweilig geworden. Jetzt, wo die Reichen ante portas stehen und die soziale Ordnung sich neu formiert, müssten auch die Jüngeren unter den Schriftstellern sich des Themas allmählich einmal annehmen... Geld allein ist noch nicht bedrohlich; und wenn es das wäre, so gälte es erst recht, davon zu erzählen. Geld und Reichtum hatten in der Literatur - wie in den anderen Künsten auch - einmal Tiefe, und sei es die, dass unter der schillernden Oberfläche der Abgrund lauerte."

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