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Hermet, Guy
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In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Guy Hermet über das Verschwinden der Demokratie
Im Gespräch mit Dominique Berns prophezeit der Politologe Guy Hermet das Verschwinden der Demokratie: "Immer mehr Länder gelten als demokratisch, obwohl man an der Qualität ihrer demokratischen Institutionen Zweifel hegen sollte. Denn die Demokratie ist, was ihre Verbreitung, Verankerung oder Qualität angeht, auf dem Rückzug. An der Rändern breitet sie sich aus, in den alten Demokratien dagegen hat sie sich verbraucht... Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die Demokratie, so wie wir sie verstehen, bald nicht mehr existieren wird... Es bestehen neuerdings philosophische Zweifel an der Relevanz des Volkswillens. So wird der Mehrheitsbeschluss abgelehnt, der doch eigentlich wesentlicher Bestandteil der Demokratie ist. Wenn in einem südlichen Land eine islamistische Partei an die Macht kommt, fordern da manche nicht eine Annulierung der Wahlen? Und wenn ein beträchtlicher Teil der Antwerpener Bürger dem Vlaams Belang seine Stimme gibt, denken da nicht einige, es wäre besser, ihnen das Wahlrecht zu entziehen?"
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Alle verfügbaren Texte von » Dominique Berns
Guy Hermet kritisiert das EU-Vokabular
Guy Hermet, der ehemalige Direktor des Instituts Ceri der Sciences Po, kritisiert im Interview mit Thomas Wieder die technokratische und verschleiernde Wortwahl in der EU. Er sieht diese Sprache als Bedrohung der Demokratie. "Wenn man mit Worten Verwirrung erzeugt, sorgt man für 'Desinformation' und unterminiert den kritischen Geist. Zum Beispiel bin ich, der ich sicher ganz und gar proeuropäisch bin, entsetzt von dem Vokabular, dass sich die gemeinsamen Institutionen ausdenken. Man redet von 'Governance', nicht von 'Regierungen', oder von 'sozialen Angleichungen', um die Zerschlagung des Sozialstaats schönzureden. Kurz: Es handelt sich um eine anästhesierende Wortwahl, die die Probleme entpolitisiert, die die Konflikte der Gegenwart maskiert. Die Konsequenz ist eine Verarmung des Denkens. Nun beruht aber die Demokratie auf der Fähigkeit der Menschen, eine Wahl zu treffen. Um das tun zu können, müssen sie klar sehen. Das Wichtigste ist, dass wir uns jene Fähigkeit zum Widerstand zurückerobern, die die Sprache bietet."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Thomas Wieder
Italiens Wahlen - Die Folgen für Europa
Der französische Politologe Guy Hermet erklärt im Interview mit Dominique Berns, dass die Niederlage Silvio Berlusconis nicht das Ende des Populismus bedeutet. "Indem das alte Parteiensystem - Christdemokraten gegen Kommunisten - aufgegeben wurde, ist der Populismus fast zu einem politischen System geworden... Auch wenn Berlusconi und seine Verbündeten diesmal verloren haben, muss man sich bewusst sein, dass sie schon zweimal gewonnen haben. Sie kommen wieder. Italien gibt in gewisser Weise den Ton an, denn Berlusconi hat dem Populismus einen neuen Klang gegeben... Berlusconi hat die Politik zu einem Vergnügen gemacht. Ist es nicht das, was die Völker wollen? Dass Politik weniger 'langweilig' ist? Noch wichtiger ist aber, dass sich die Politiker - in Italien und in ganz Europa - auf diesen Populismus einstellen müssen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Italien