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Heuré, Gilles
In der europäischen Presseschau wurden bisher 3 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Jean-Yves Mollier über Online-Bibliotheken
Der französische Historiker Jean-Yves Mollier äußert sich im Interview mit Gilles Heuré kritisch zur Google-Onlinebibliothek. Er argumentiert, es liege im Interesse der amerikanischen Suchmaschine, "Geld zu verdienen und die Aktionäre zu bedienen. Deshalb wird sie nicht so freundlich sein, die Lektüre von Büchern zu empfehlen, nach denen es so gut wie keine Nachfrage gibt. Deshalb muss die öffentliche Hand andere Suchmaschinen einrichten. Statt staatlicher oder zwischenstaatlicher Lösungen wäre ich persönlich eher für nach Sprachfamilien ausgerichtete Suchmaschinen... Bei einer europäischen Suchmaschine, so fürchte ich, könnten die reichen Länder mit großen Bibliotheken - Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien oder Italien - die kleinen Länder erdrücken. Sinnvoller scheinen mir Maschinen, bei denen die Sprachen miteinander verbunden werden. Aber vermutlich ist das utopisch, denn dieses Projekt müsste von den Institutionen betrieben werden. Die Unesco wäre gut geeignet, den ersten Schritt zu tun."
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Emilio Silva über das Vermächtnis der Franco-Diktatur
Am 15. Juni 1977 fanden in Spanien die ersten demokratischen Wahlen nach dem Ende der Franco-Diktatur statt. Der spanische Soziologe Emilio Silva, Gründer des Verbandes zur Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses (ARMH), sagt im Gespräch mit Gilles Heuré, die Erinnerungsarbeit sei noch nicht abgeschlossen. "Die sozialistische Regierung hat immerhin als erste überhaupt etwas in Gang gesetzt, doch sie ist zu wenig offensiv. Die Verantwortung des franquistischen Staates bei den Gemetzeln ist bis heute offiziell nicht nachgewiesen. Die Konservativen dagegen sind beim Umgang mit dem Bürgerkrieg schlicht zynisch. Einerseits erklären sie, die Wunden nicht wieder aufreißen zu wollen, andererseits ehren sie die franquistischen Soldaten der Blauen Division, die an der Ostfront Seite an Seite mit den Nazis gekämpft haben... Es ist ganz wichtig, dass Spanien die Hintergründe der Diktatur aufklärt und das Ausmaß des Traumas deutlich macht. Für unsere Demokratie ist das lebensnotwendig, denn nichts hat sich beruhigt. Man bedenke nur, dass die Rechten noch heute von den Linken als den 'Roten' sprechen!"
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Das Verschwinden Jean Baudrillards
Die Wochenzeitung ehrt den am 6. März gestorbenen französischen Soziologen und Philosophen Jean Baudrillard, indem sie ein Interview mit ihm aus dem letzten Jahr veröffentlicht und einen Nachruf von Gilles Heuré abdruckt: "Vor allem war Baudrillard ein Philosoph, ein Seiltänzer der Zeichen, der versuchte, die Erzählung der Welt neu zu erfinden... Er ließ dabei die Modeidee vom 'Ende der Geschichte' hinter sich und scheute sich nicht, den Wandel zu hinterfragen, der gerade den Gegenstand unseres Fragens entstellt: die Demokratie, die Menschenrechte, die Konsumgesellschaft, die Moral, Gut und Böse... Wenn man mit ihm sprach, schien es manchmal, als würde sein Blick verschwimmen, wandern in den Flecken des Lichts oder der Stille der Schatten, dann wandte er sich einem wieder zu mit einem Lächeln, das bezeugte, dass er zugehört hatte. Man muss seine Bücher noch einmal lesen und verstehen, dass hinter dem Pessimisten, der vom Tragischen umgetrieben ist, dass an der Seite des Entzifferers der Repräsentationen und der Paradoxe, ein wachsamer Mann stand, der immer von einem Mittel träumte, die Gemeinschaft der Menschen zu verbinden."
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