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Imhof, Michel


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Tribune de Genève - Schweiz | 13.03.2006

Modernität in der Literatur

Der französische Romanautor und Literaturkritiker Jean-Marie Rouart, dessen Buch "Le scandale" gerade erschienen ist, beschreibt im Interview, was für ihn den Literaturbetrieb ausmacht: "Meine Landsleute sind sehr politisiert und vor allem darauf aus, modern zu sein. Sie wollen auf der Höhe ihrer Zeit sein. Es ist eine Art Neurose. Das Phänomen Houellebecq zeugt davon. Man sucht immer jemanden, der die Literatur voran bringt. Aber kein einziger Schriftsteller bringt die literarische Produktion voran. Flaubert war ein Erz-Klassiker. Wir haben einfach keinen gesunden Menschenverstand, sondern suchen immer nach dem modernsten Ausdruck. Die Schriftsteller sind davon besessen, in der Literaturgeschichte wichtig zu sein. Die Qualität ihrer Texte leidet darunter. Es gibt nur einen Ausweg aus dieser Lage: Man muss man selbst sein. Wenn man das schafft, ist man automatisch modern."

Tribune de Genève - Schweiz | 06.02.2006

"Partir" von Tahar Ben Jelloun

Michel Imhof bespricht das neueste Buch von Tahar Ben Jelloun mit dem Titel "Partir" ("Aufbrechen"), in dem "der marokkanische Schriftsteller nach einer ganzen Reihe von relativ langweiligen Erzählungen seinen erzählerischen Elan und Schwung wiedergefunden hat. 'Partir' führt uns auf die Straßen ins Exil, die illegale Immigranten auf der Flucht vor der afrikanischen Misere nehmen, um ins spanische 'Paradies' zu gelangen... Mutig spart der Verfasser von 'La Nuit sacrée' ('Die Nacht der Unschuld') auch nicht sein Geburtsland Marokko aus, ein unvergessliches Land, das jedoch nicht dazu imstande ist, seinen Kindern 'ordentliche Arbeit, Respekt, Sicherheit, Würde' zu geben... Alle möchten 'woanders wiedergeboren werden'. Ihre illegale Situation ruft ihnen allerdings sehr schnell in Erinnerung, dass einen das Leben im Exil nie vergessen lässt, 'woher man kommt'. Ben Jelloun sagt das mit leiser Stimme. Er macht die Entwurzelung sichtbar, ohne ins Tragische abzugleiten."

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