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Ingendaay, Paul
In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Ende des Dialogs mit der Eta
Paul Ingendaay hält es für überfällig, dass Spaniens Regierung unter José Luis Rodríguez Zapatero nun den Friedensprozess für beendet erklärt hat: Zapateros Kurs war, meint Ingendaay, "ebenso großzügig wie naiv: Um der kleinen Möglichkeit willen, den baskischen Konflikt ein für allemal zu entschärfen, nahm Spaniens Ministerpräsident enorme Risiken in Kauf. Hätte er Erfolg gehabt, wäre ihm der Friedensnobelpreis sicher gewesen. Die Hauptforderung der Terroristen, das Selbstbestimmungsrecht der Basken unter Einschluss der Region Navarra sowie des französischen Baskenlandes, ist aus vielerlei Gründen nicht zu erfüllen. Erstens, weil die spanische Verfassung von 1978 es nicht zulässt, zweitens, weil die Mehrheit der Basken es nicht will, und drittens, weil es nicht mit demokratischen Mitteln, sondern mit Gewalt angestrebt wird. Zu schweigen davon, dass Frankreich nicht im Traum daran denkt, den spanischen Basken politische oder territoriale Zugeständnisse zu machen."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Spanien
Flüchtlinge aus dem Baskenland
Paul Ingendaay schildert, wie die Eta ein ständiges Klima der Angst erzeugt, um missliebige Personen aus dem Baskenland zu vertreiben - 200.000 Menschen sind davon betroffen: "Es gibt einen fatalistischen Zug in der spanischen Mentalität, der auf langes Ducken vor Autoritäten zurückgeht und angesichts willkürlicher Grausamkeit der Obrigkeit nicht etwa Mitleid mit dem Opfer, sondern die klassische Nichteinmischungsformel hervorruft: 'Er wird schon etwas getan haben.' Musste die Tat nicht als Beweis dafür genommen werden, dass es Gründe für sie gab? Also war man gut beraten, sich herauszuhalten und mit den Angehörigen des Mordopfers nicht auffällig zu sympathisieren. Auf diese Reaktion, halb Feigheit, halb dumpfes Bewusstsein der Stallzugehörigkeit, zählte Eta besonders in abgelegenen Dörfern, in denen der politische Arm der Organisation, die Batasuna-Partei, zahlreiche Gemeinderäte und oft auch den Bürgermeister stellte. Irgendwann räumten die Angehörigen der Opfer freiwillig das Feld."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Migration, » Spanien
Spanien streitet über seinen Bürgerkrieg
Die Erinnerung und Bewertung des Spanischen Bürgerkriegs wird nach Einschätzung Paul Ingendaays auch nach siebzig Jahren mehr vom Gemüt als vom Verstand bestimmt. Für Ingendaay sind sowohl die Verherrlichung Francos wie auch die Verklärung des Bürgerkriegs Folge einer "merkwürdig fiktiven Aura, die das Nachdenken über den Bürgerkrieg bis heute bestimmt. Selten zuvor gab es Sieger, die so selbstherrlich die Geschichte ihres Triumphes schrieben. Selten zuvor gab es Verlierer, deren Mitschuld sich so im Nebel einer tröstenden Utopie verlor. Während die Sieger einen glanzlosen autoritären Staat errichteten, übernahmen die Verlierer die Herrschaft über die Träume. Fotografie, Kino und Literatur schufen das Bild eines heroischen Kampfes der Linken, doch kaum jemandem fiel auf, dass die Ikonenflut - von Ernest Hemingways 'Wem die Stunde schlägt' bis zu Robert Capas 'Gefallenem Milizionär' - Stellvertreterfunktion annahm: Sie ersetzte die historische Analyse."
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Das Scolari-Prinzip
"Auf dem Spielfeld regiert bei den Portugiesen das Scolari-Prinzip", stellt Spanien-Korrespondent Paul Ingendaay vor dem WM-Halbfinale Portugal-Frankreich fest. Er zitiert den Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft mit den Worten "Fußball ist Krieg". Wie der brasilianische Fußballer Ronaldinho stamme Scolari aus dem Bundesstaat Grande do Sul. "Jetzt wissen wir, wer von beiden sich durchgesetzt hat. Nicht der Dribbelkönig mit dem Kinderlächeln, der Nike-Boy, der Liebling der Werbespots, der Weltfußballer des Jahres. Sondern der hart arbeitende, herumkommandierende Scolari, der Mann, der einen Bauch vor sich herträgt und die Faust ballt, wenn er es ernst meint. Auch Portugal spielt nicht schön. Figo ist dafür zu alt, Deco zu klug. Aber sie sind zäh. Der Verlauf der Viertelfinalspiele, die selten ästhetischen Reiz besaßen, hat gezeigt, dass der Aggressivere gewinnt."
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Autonomiebestrebungen in Katalonien
Ganz Spanien beschäftigt die Frage, "ob der Region Katalonien einmal erlaubt sein wird, sich 'Nation' zu nennen und die Abspaltung von Spanien ein Stückchen sichtbarer zu machen", berichtet Paul Ingendaay und beschreibt, wie grotesk sich die Autonomiebestrebungen auf den Alltag in Barcelona auswirken. "Tatsächlich hat die Sprachpolizei ihre Aktivität deutlich erhöht und unterwirft die Bevölkerung rigider Überwachung. Im Jahr 2004 wurden gegenüber dem Vorjahr 2003 viermal soviel Strafen für das Versäumnis gezahlt, in Geschäften, Bars und Restaurants das Angebot auch in katalanischer Sprache anzugeben. Wie wäre es mit ein bisschen fremdem Flair wie in New York oder Berlin? Nicht in Barcelona. Hier dürfen sich Kunden beschweren, wenn sie nicht in katalanischer Sprache bedient werden. Was darauf hinausläuft, dass in Barcelona schlecht arbeiten kann, wer nur Spanisch spricht, obwohl Katalonien in Spanien liegt."
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