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Innerarity, Daniel


In der europäischen Presseschau wurden bisher 5 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


El País - Spanien | 09.06.2010

Daniel Innerarity über die Notwendigkeit internationaler Beschlüsse

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise führt der Welt vor Augen, dass sie bessere Mechanismen braucht, um internationale Beschlüsse zu fassen, meint der Philosoph Daniel Innerarity in der linksliberalen Tageszeitung El País: "Konflikte, Krisen und Katastrophen bringen viele Probleme, aber sie haben auch etwas Positives: eine integrierende Funktion. Denn sie machen deutlich, dass sie sich nur mit weltweiten Lösungen beheben lassen. Und das ist nur mit globalen Perspektiven, Institutionen und Normen möglich. Die Katastrophen fordern die selbstgenügsamen Systeme mit ihren Grenzen und national gesteckten Themen heraus, verschieben die Prioritäten und zwingen dazu, Allianzen zu schmieden. Die gemeinsam bedrohten Räume brauchen einen gemeinsamen Raum zum Agieren, Koordinieren und Übernehmen von Verantwortung. ... Die Globalisierung schränkt die Politik in vieler Hinsicht ein. Aber sie bedeutet nicht etwa ihr Ende, sondern vielleicht den Beginn einer neuen politischen Ära. Wie [der Soziologe Ulrich] Beck sagt, ist die Politik nicht tot, sondern sie verlässt die klassischen national begrenzten Räume und stellt sich den globalen Szenarien der wechselseitigen Abhängigkeiten."

El País - Spanien | 07.09.2007

Daniel Innerarity über die sich nicht wandelnde Linke

Der Philosoph Daniel Innerarity findet die Linke zu pessimistisch. "Die Linke sieht die Welt als Maschine, die es zu stoppen gilt, und betrachtet sie nicht etwa als Chance oder Gelegenheit, sie in den Dienst der eigenen Werte zu stellen: der Gerechtigkeit und Gleichheit. Der Sozialismus gilt heute als Mittel, um Ungerechtigkeiten der liberalen Gesellschaft auszugleichen. Er gibt vor, das zu beschützen, was bedroht erscheint, aber macht keinerlei Alternativvorschlag.... Die Linke des 21. Jahrhunderts muss sich von den Globalisierungsgegnern unterscheiden, was nicht heißt, dass es nicht gravierende Probleme gibt, für die Lösungen gefunden werden müssen. Aber ohne jene Lethargie, die darin besteht, seinen schwindenden Einfluss in der Welt zu beklagen. Statt sich in Träumen von einer anderen Welt zu verlieren, sollte man darüber nachdenken, wie man diese Welt erhalten und in diesem Sinn handeln kann."

El País - Spanien | 08.03.2007

Frauen an der Macht

Der spanische Philosoph Daniel Innerarity fragt, wie Frauen in der Politik wahrgenommen werden. Die französische Historikerin "Michelle Perrot hat erklärt, der Unterschied zwischen Männern und Frauen bestehe darin, dass nur der Mann als Individuum wahrgenommen wird, also als jemand, der zu durchschauen ist, der sich von seiner Gruppe gelöst hat und das geworden ist, was er selbst gewollt hat. Die Frauen werden ausgeschlossen, indem man sie - im wörtlichen wie im übertragenen Sinne - davon abhält, diese Individualisierung zu vollziehen. Deshalb stellt sich die Frage nach der Identität nicht, wenn eine Kandidatin die Bühne betritt... Der Mann hat die Möglichkeit zur persönlichen Verwirklichung nicht nur, weil er nicht diskriminiert wird, sondern weil ihm zugestanden wird, dass seine Verdienste allein von seinen Taten abhängen und von den Kompetenzen, die er sich angeeignet hat. In der allgemeinen Rollenzuschreibung heftet man Frauen Charakteristika an, die es ihnen nicht erlauben, ihre Grundeigenschaft zu überwinden: Eine Frau, auch die klügste, wird immer 'eine Frau' sein, die Erfolg hatte, während ein Mann einfach 'jemand' ist, der es geschafft hat."

Le Monde - Frankreich | 24.10.2006

Daniel Innerarity plädiert für eine realistische Linke

Der Spanier Daniel Innerarity, Professor für Philosophie an der Universität Saragossa, lehnt die übliche "Rollenverteilung" zwischen rechts und links ab. "Aufgabe der Rechten wäre es, auf effiziente Weise mit der Wirklichkeit umzugehen. Aufgabe der Linken wäre es, sich am Monopol der Realitätsferne zu erfreuen, auf jenem Gebiet, wo sie keine Konkurrenz fürchten muss, dem der Werte, der Utopien und der Illusionen. Diese bequeme Aufteilung hat zu einer allgemeinen Krise der Politik geführt... Die grundlegende politische Frage ist nicht die der Ideale und der utopischen Projekte, sondern die nach der Vorstellung, die man sich von der Wirklichkeit macht. Wenn dem so ist, dann ist das Beste, was die Linke tun kann, das politische Konzept der Konservativen auf dem Terrain der Wirklichkeit zu bekämpfen, indem sie deren Auffassung von Wirklichkeit in Frage stellt... Man gewinnt keine Schlacht, indem man sich vage auf eine andere mögliche Welt beruft, sondern indem man darum kämpft, die Wirklichkeit auf eine neue Weise zu beschreiben."

El País - Spanien | 22.02.2006

Daniel Innerarity über politische Konfrontation

Der Philosoph Daniel Innerarity entschlüsselt die Mechanismen der politischen Konfrontation: "Der ritualisierte Gegensatz, der simpel und vorhersehbar ist, macht die Politik zu einem Kampf, in dessen Verlauf es nicht mehr darum geht, konkrete Themen zu diskutieren oder bestimmte Ziele zu erreichen, sondern darum, die Unterschiede, die nötig sind, um Macht zu erreichen oder zu behalten, in Szene zu setzen... Um zu verstehen, um was es wirklich geht, muss man bedenken, dass die Gegner nicht direkt miteinander sprechen, sondern sich an eine Öffentlichkeit wenden, von der sie Zustimmung wollen. Die Kommunikation zwischen den Akteuren ist nur eine Finte. Sie bietet nur eine Gelegenheit, in der Öffentlichkeit Glaubwürdigkeit zu erlangen, was das eigentliche Ziel ist. Es ist nicht das Ziel, mit dem Gegner zu diskutieren oder ihn zu überzeugen, sondern dem Diskurs einen plebiszitären Charakter zu geben, öffentliche Legitimation zu bekommen."

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