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Judt, Tony


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In der europäischen Presseschau wurden bisher 2 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.


Le Nouvel Observateur - Frankreich | 09.08.2010

Tony Judt über den falschen Umgang mit Identität

Der am Freitag verstorbene britische Autor und Historiker Tony Judt kritisiert in einem erneut veröffentlichten Beitrag im Wochenmagazin Le Nouvel Observateur den Umgang mit dem Identitätsbegriff: "'Identität' ist ein gefährliches Wort, das keine ehrenwerte Verwendung mehr kennt. ... In Frankreich und in den Niederlanden ist die künstliche öffentliche Debatte um nationale Identität nichts als die politische Ausbeutung eines migrantenfeindlichen Gefühls und eine grobe List, um die aus der Wirtschaftskrise entstanden Sorgen zu entschärfen, indem man Angehörige einer Minderheit zum Sündenbock macht. ... In der akademischen Welt erlebt das Wort auch keine weniger perverse Anwendung. Heute können Studierende aus einer Vielzahl von Identitätsstudien auswählen. ... Der Fehler solcher pseudo-akademischen Programme liegt nicht darin, dass sie sich auf diese oder jene sexuelle, ethnische oder geographische Minderheit konzentrieren, sondern dass sie ihre Studenten dazu ermuntern, nur sich selbst zu untersuchen."

Die Zeit - Deutschland | 03.05.2007

Tony Judt über Jacques Chirac als Europa-Politiker

Der in New York lehrende britische Historiker Tony Judt bekennt, dass er Frankreichs scheidenden Präsidenten Jacques Chirac vermissen wird. "Weder Sarkozy noch irgendeiner der anderen Kandidaten hat, wie Chirac, einen historischen Blick dafür, warum das europäische Haus so wichtig ist, was auf dem Spiel steht und warum diejenigen, die Europa spalten oder schwächen wollen, mit dem Feuer spielen. Einige der neuen EU-Mitglieder wollen beides haben - niedrige Steuern, abgesichert durch Zuwendungen der 'ineffizienten' Steuerzahler in Westeuropa. Polen und Tschechien kassieren Brüsseler Subventionen, ohne in der Frage der Stationierung von US-Abwehrsystemen ihre europäischen Nachbarn auch nur zu konsultieren... Als Chirac den Osteuropäern, die den Irakkrieg unterstützten, erklärte, sie hätten besser den Mund halten sollen, regten sich viele Leute über seine ruppige Formulierung auf, die das Ansehen Frankreichs nicht gerade steigerte. Aber Chirac hatte recht."

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