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Kaczorowski, Aleksander
In der europäischen Presseschau wurden bisher 4 Artikel dieses Autors/ dieser Autorin zitiert.
Die Visegrád-Gruppe und der Kosovo
Aleksander Kaczorowski beklagt, dass die aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei bestehende Visegrád-Gruppe keine gemeinsame Linie bei der Anerkennung der Unabhängigkeit Kosovos verfolgt. "Polen gehört nicht zu den Staaten, die sofort die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben... Die polnischen Politiker müssen entscheiden, ob wir zu den Ländern gehören wollen, die in der europäischen Politik diesbezüglich den Ton angeben. Oder wollen wir die Unabhängigkeit erst später anerkennen, um die Beziehungen zu Belgrad so wenig wie möglich zu belasten? Diese Option bevorzugen zum Beispiel die Tschechen, die Serbien traditionell mit großer Sympathie betrachten, ebenso wie die Ungarn, die ihre Minderheit in der serbischen [Provinz] Vojvodina nicht gefährden wollen... Wenn die polnischen Politiker keinen optimalen Termin für die Anerkennung des Kosovo finden können, sollten sie ihre Partner in Prag und Budapest konsultieren."
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Staatsanwaltschaft prüft Antisemitismusbuch
Wegen Verdachts der "Verleumdung der polnischen Nation" prüft die Staatsanwaltschaft Krakau das Buch "Die Angst" des US-Historikers Jan Tomasz Gross, das sich mit dem polnischen Antisemitismus in der Nachkriegszeit beschäftigt. Aleksander Kaczorowski protestiert: "Indem die Krakauer Staatsanwaltschaft ein Verfahren zu Gross' Buch einleitet, versucht sie mit polizeilichen Methoden... eine wichtige und notwendige Diskussion über die Genese des heimischen Antisemitismus im Keim zu ersticken. Dies tut sie unter Berufung auf ein absurdes Gesetz, das besagt, 'wer öffentlich die polnische Nation der Teilnahme, Organisation oder Verantwortung für die kommunistischen oder nationalsozialistischen Verbrechen bezichtigt', hat mit einer Gefängnisstrafe von drei Jahren zu rechnen... Das sind nun also die Konsequenzen der so genannten Geschichtspolitik, die eine der wichtigsten Losungen der [ehemaligen Regierungspartei] PiS war. Das hat aber nichts mit den Regeln eines demokratischen Staates zu tun."
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Das Kaff namens Europa
Der Sammelband "Last & Lost. Ein Atlas des verschwindenden Europas", in dem Schriftsteller ihre Suche nach Vergessenem und Verlorenem in Europa beschreiben, begeistert Aleksander Kaczorowski. "Es stellt sich heraus, dass 15 Schriftsteller aus mehreren europäischen Ländern, Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen, mit verschiedenen Erfahrungen, wie das nur in Europa möglich ist, auf der gleichen Welle empfangen können. Die oft in Frage gestellte europäische Identität wirkt trotz allem lebendig - und das dort, wo Ideen und Losungen am meisten geprüft werden, auf dem Gebiet der Kunst. Obwohl es manchmal so schwer fällt, es zu glauben: Wir sind wirklich stolz auf das Kaff namens Europa."
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Fiktion und Realität des Stanislaw Lem
Der polnische Schriftsteller Stanislaw Lem ist am 27. März im Alter von 84 Jahren in einem Krakauer Krankenhaus an Herzversagen gestorben. In einem Nachruf schreibt Aleksander Kaczorowski: "In den Jahren 1982-88 lebte Lem in Wien. Damals rief der berühmte Science-Fiction-Autor Philip K. Dick einen internationalen Skandal hervor, als er behauptete, dass ein Schriftsteller namens Lem nicht existiere. Laut Dick war es nämlich ausgeschlossen, dass ein einziger Mensch Verfasser eines so umfangreichen und unterschiedlichen Werkes sein könne. Um es mit Mark Twain zu sagen: Durch seinen Tod hat Stanislaw Lem endgültig bewiesen, dass die Gerüchte über seine Nicht-Existenz stark übertrieben waren."
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